Eschweiler: Zed Mitchell tritt im Rahmen der Konzertreihe „Blues meets Rock“ im Rio auf

Eschweiler : Zed Mitchell tritt im Rahmen der Konzertreihe „Blues meets Rock“ im Rio auf

„Zed Mitchell“ klingt so schön international. Es ist jedoch überhaupt keine Enttäuschung, wenn der sympathische Sänger und Gitarrist seine Gäste herzlich mit feinstem Balkan-Akzent begrüßt, wie wir es ansonsten nur von ehemaligen Bundesligatrainern aus dem TV kennen.

So wie am Dienstagabend im Rio in der Schnellengasse, wo Mitchell bereits zum zweiten mal in der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ zeigte, was er alles so auf dem Kasten hat. Einen Namen besitzt er durchaus schon seit Jahrzehnten: Seinen Hit „Shoshana“ platzierte er bereits Mitte der Siebziger Jahre auf dem internationalen Markt.

Befreundete Künstler schätzen ihn, was ihm unter anderem auch Support-Jobs für Bands wie Focus, Deep Purple, Ian Gillian, Joe Cocker, Santana und B.B. King einbrachte. Nachdem er noch im ehemaligen Jugoslawien seine „Schule für Rock-Gitarre“ gründete, zog er in den Achtzigern endgültig nach Deutschland, von wo aus er seine Karriere dann ausbaute.

Sein unaufdringliches Gitarrenspiel erinnert streckenweise an edle Meister wie Mark Knopfler und Dave Gilmour. Mitchell kommt fast komplett ohne nervtötende Verzerrer-Effekte aus, lässt stattdessen lieber Melodie und Harmonie in den Vordergrund treten. Aus seiner enormen, jahrzehntelangen Erfahrung schöpft er vor allem die Kunst, einen stimmigen Gesamt-Sound aus seinem Quartett zu zaubern.

Seinen Sohn Todor hatte Zed Mitchell am Dienstagabend gleich mit auf die Bühne gebracht. Diese Vater-Sohn-Kombination gehört zu den Besseren. Die beiden ergänzen sich, wechseln sich in Solo und Begleitung gekonnt ab und unterstreichen die Fähigkeiten des jeweils anderen.

Zed Mitchell stellt seine eigenen Kompositionen ins Licht, auch wenn man manchmal schon Anklänge an seine Vorbilder wahrnimmt. Eine Jimi-Hendrix-Passage etwa imitiert er nicht nur schnöde, so wie tausende andere vor ihm das schon praktiziert haben, sondern transformiert sie in seinen eigenen Song um. Der Zuhörer hatte des Öfteren das Gefühl, Songstrukturen zwar schon mal gehört zu haben.

Es klang aber bei Zed Mitchell irgendwie authentisch und in einem eigenen, neuen Gewand. Und die Kunst der Bühnenshow beherrscht er auch. Bei einem seiner Songs deutet er an, nun von der Bühne gehen zu wollen, die Band machte sich ebenfalls schon abgangsfertig. Dann griff er mit eleganter Körperdrehung seine Gitarre und es ging fast ansatzlos weiter mit der Nummer.

Das mag das Publikum, welches Zed Mitchell immer wieder mit Zwischenapplaus vor allem bei Solopassagen in langsameren Balladen belohnt. Mit Peter Hensen am Schlagzeug, Alex Felder am Bass und seinem Sohn an der zweiten Gitarre schart Zed Mitchell junge Leute um sich herum, die schon eine tolle Gesamtleistung abliefern können.

Künstler wie Tina Turner, Phil Collins, Pink Floyd, Eros Ramazotti und Natalie Cole sind erklärte Fans des „Saitenmagiers“. Der kann kommerziell vor allem stolz darauf sein, dass seine Gitarre auf dem Soundtrack des Kino-Megahits „Indiana Jones“ verewigt ist.

(psi)
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