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Eschweiler: Wüste als poetische Stimulanz

Eschweiler : Wüste als poetische Stimulanz

Ein Künstlergespräch dieser Art gibt es nicht alle Tage: Ein moslemischer Künstler diskutiert mit Schülern einer katholischen Schule in einer evangelischen Kirche.

So geschehen am Donnerstag in der Friedenskirche, als der algerische Künstler Driss Quadahi auf Einladung der Galerie Engert, die derzeit Arbeiten von ihm ausstellt, mit Schülerinnen und Schülern der Bischöflichen Liebfrauenschule über sein Schaffen und seine Arbeiten diskutierte.

Driss Quadahi wurde 1959 in Algerien geboren und studierte dort in der Landeshauptstadt Algier zunächst Architektur, anschließend Kunst. 1988 kam er nach Deutschland und studierte bis 1994 an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Bilder sind seit 1988 regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen in Algerien, Frankreich, Belgien und Deutschland zu sehen.

Neuere Gemälde

Galeristin Anita Engert präsentiert momentan neuere Gemälde von ihm in ihrer Galerie an der Wilhelmstraße sowie in der Friedenskirche, wo vier großformatige, Wüstenlandschaften zeigende Gemälde des algerischen Künstlers, der in Deutschland eine zweite Heimat gefunden hat, zu sehen sind.

Unterricht der anderen Art

Nun hatten Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe der Liebfrauenschule die Gelegenheit, mit Driss Quadahi zu diskutieren. Und die jungen Kunstliebhaber, die mit ihrer Lehrerin Petra Schmitz gekommen waren, machten davon reichlich Gebrauch und erlebten so einen Kunstunterricht der etwas anderen Art.

Schließlich haben Schüler nicht alle Tage Gelegenheit, mit einem leibhaftigen Künstler zu sprechen und sich aus erster Hand über den Beruf des Künstlers und den Kunstbetrieb aufklären zu lassen.

Driss Quadahi erklärte detailliert, wie seine Gemälde entstehen, und deutete gemeinsam mit den Schülern seine in der Friedenskirche zu sehenden Gemälde. Dabei verriet er, dass die Wüstenlandschaften seiner algerischen Heimat für ihn als Maler gewissermaßen poetische Stimulanz seien. Und: „Ich möchte mit meiner Malerei ein bisschen was von mir erzählen.”

Galeristin Anita Engert erläuterte den Schülern die Arbeit von Galerien und Kunstvereinen. Bei Kaffee, Saft und Gebäck bestand anschließend noch Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit Driss Quadahi.

Pfarrer Friedhelm Schippers war begeistert von der Veranstaltung: „Ich hoffe, dass solche Kunstgespräche hier noch öfter stattfinden.”