„Häss de nühss ze donn?“: Würdige Arbeit und gute Löhne in Eschweiler

„Häss de nühss ze donn?“ : Würdige Arbeit und gute Löhne in Eschweiler

Den Strukturwandel erfolgreich gestalten – das ist die wahrscheinlich größte Herausforderung, der sich Eschweiler und andere Kommunen im rheinischen Braunkohlerevier in den kommenden Jahren stellen müssen.

Mit dem Wegfall des die Region prägenden Braunkohlesektors werden aller Voraussicht nach nämlich auch insgesamt mehr als 10.000 hochwertige Arbeitsplätze verloren gehen. Diese gleichwertig zu ersetzen, muss der Anspruch in den betroffenen Kommunen sein.

Dazu angehalten wird zudem im achten nachhaltigen Entwicklungsziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt stehen menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum. Eine gesunde Wirtschaft gilt als Motor und unabdingbare Voraussetzung für viele andere Bereiche einer nachhaltigen Entwicklung.

Allerdings braucht es nicht nur mehr Jobs. Auch nachhaltig müssen diese sein. Unternehmen sollten die Umwelt schonen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gute Löhne bieten und Männern und Frauen die gleichen Chancen gewähren.

Für Eschweiler bedeutet das, bei der Ansiedlung neuer Firmen darauf zu achten, dass diese möglichst viele langfristige und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Außerdem ist es wichtig eine Bandbreite an hochwertigen Arbeitsplätzen zu bekommen, die von verschiedenen Ausbildungsberufen bis hin zu den unterschiedlichsten akademischen Abschlüssen alle Qualifizierungsstufen abdecken.

Während Ziel acht hierzulande darauf abzielt, Trends wie Zeitarbeit, Befristungen und Minijobs etwas entgegenzusetzen, geht es in der weltweiten Ausrichtung auch darum, Missstände wie Kinder- und Zwangsarbeit und extrem prekäre Arbeitsverhältnisse zu beseitigen. Beispielsweise gelten fast ein Drittel der arbeitenden Menschen weltweit als sogenannte „Working Poor“, und haben trotz oftmals harter Arbeit weniger als 3,10 Dollar pro Tag zum Leben.

Im weltweiten Vergleich zielt SDG 8 zudem darauf ab, die Länder des Globalen Südens dabei zu unterstützen, wirtschaftlich zu den Ländern des Globalen Nordens aufzuschließen. Produktivität gilt es ebenso zu steigern wie Innovation und Ressourceneffizienz. Anders als in den vergangenen Jahrzehnten darf Wirtschaftswachstum dabei aber nicht auf Kosten natürlicher Ressourcen und des Weltklimas erfolgen, denn die ökologischen Grenzen unseres Planeten sind längst erreicht.

Für die Umsetzung von Ziel acht der UN-Agenda 2030 gibt es also noch jede Menge zu tun. Und so erübrigt sich eigentlich die Frage, die man in Eschweiler dem 8. SDG zugeordnet hat. Diese lautet nämlich im schönsten Platt: „Häss de nühss ze donn?“

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