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Eschweiler: Wo Shakespeare Küblböck trifft

Eschweiler : Wo Shakespeare Küblböck trifft

„Kanns möglich sein?” Diese Frage stellte sich den Zuschauern am Dienstagabend in der Aula der Bischöflichen Liebfrauenschule.

Dort begeisterte nämlich der Literaturkurs der zwölften Jahrgangsstufe unter der Leitung von Heinz-Theo Frings mit dem Shakespeare-Stück „Wie es euch gefällt”.

Besonders angetan zeigte sich das Publikum von der Idee, Damals und Heute in einem Theaterstück miteinander zu verbinden.

Komödie mit Tiefgang

Geht es in der Komödie Shakespeares nach außen hin scheinbar nur um die Themen Freundschaft und Liebe, so entdeckt man bei genauerer Betrachtung, dass noch viel mehr dahinter steckt. Das heimliche Thema nämlich ist die Zeit. Durch geschickt eingesetzte Elemente hat es der Literaturkurs der zwölf geschafft, alle Themen zur Geltung kommen gelassen. Plötzlich entsteht auf der Bühne ein Boxkampf anstelle dem ursprünglich im Skript zu findenden Ringkampf, bei dem ein Kämpfer mit dem Lied „Eye of the Tiger” und sein Gegner mit der Henry Maske Hymne „Conquest of Paradise” Einzug hält.

Auch die Projektion von Bildern prominenter Menschen an die Aulawand zur Bekräftigung eines Vortrages ist ein Ausbruch aus dem Damals, verbunden mit dem Heute. Besonders genial wirkte dabei auch das Foto von Daniel Kübelböck zum Thema „Blödel”. Den krönenden Abschluss bildete Jacqueline Brock, die als Hymen in einem Rap wichtige Tipps in Sachen Liebe gab.

Geschichte der Rosalind

Erzählt wird in dem Stück die Geschichte der jungen Rosalind (Verena Hennes) deren Vater, der Herzog Senior (Debora Gliedt), von seinem eigenen Bruder Herzog Frederik (Timo Grau) aus dem Schloss verbannt wird und sich in den Wald von Arden zurückzieht. Die schöne Rosalind bleibt bei ihrer Kusine Celia (Vera Gärtner), die ihre beste Freundin ist, zurück.

Sie verliebt sich in den ebenfalls jungen Edelmann Orlando (Marcel Münchow). Als dieser von seinem Bruder Oliver (Sonja Gebauer) mit dem Tode bedroht wird, flieht auch er in den Wald, gefolgt von Rosalind, die nun ebenfalls vom Hofe ihres Onkel vertrieben worden ist.

Rosalind verkleidet sich zum Schutz vor Räubern als Mann und nennt sich Ganymed. Begleitet wird sie auf ihrer Reise von Celia und dem Hofnarren Touchstone (Christina Sevenich). Im Wald trifft Rosalind erneut auf Orlando, der die geliebte Rosalind in dem Jüngling nicht erkennt. Und auch sie offenbart sich ihm nicht. Vielmehr nimmt Orlando seinem neuen Freund Ganymed das Versprechen ab, ihn von der Liebe zu Rosalind zu kurieren. So nimmt das Verwirrspiel seinen Lauf.

Überzeugende Kulisse

Jeder der Darsteller schien sich perfekt mit seiner Rollengestalt identifizieren zu können, denn dieses nicht so einfache Stück wurde besonders von den Hauptdarstellern perfekt inszeniert. Und auch Kunstlehrer Hermann-Josef Stumm hat wie auch in den vergangenen Jahren mit den Schülern zusammen alles daran gesetzt, eine überzeugende Kulisse für dieses nicht immer einfache Stück zu schaffen.

Schulleiter Dr. Manfred Meier lobte Heinz-Theo Frings sowie seine Schülerinnen und Schüler im höchsten Maße und zeigte sich sichtlich angetan von „seinem” diesjährigen Literaturkurs.