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Eschweiler: Wo, bitte, ist der Napoleonstein?

Eschweiler : Wo, bitte, ist der Napoleonstein?

Kennen Sie Eschweiler? Viele Örtlichkeiten sind kaum bekannt. Auch die Dreibogenbrücke ist nicht jedem Indestädter präsent. Dabei gibt es für sie sogar einen Eintrag im Internet-Lexikon Wikipedia. Unsere Zeitung stellt jetzt einige der weniger bekannten Örtlichkeiten vor.

Den Weg zum Rathaus können die meisten Bürger beschreiben. Aber schon beim Bovenberger Wald schüttelt mancher den Kopf: „Wo soll der sein? In Eschweiler? Kenne ich nicht!” Bei Fragen, die noch mehr ins Detail gehen, wissen nur wenige Alteingesessene, worum es geht. „Wo bitte ist der Napoleonstein?” fragten wir am Mittwoch zehn durch Zufall ausgewählte Leser. Nur einer wusste die Antwort.

Einige der vielen Bürgern kaum noch bekannten Eschweiler Örtlichkeiten und Bezeichnungen stellen wir hier vor.

Napoleonstein: Von diesem fünf Meter hohen Felsblock am Nordrand des Hohenstein (oberhalb der Odilienstraße) hat man einen schönen Ausblick in Richtung Röhe. Der Name des Felsens leitet sich von der Legende her, Napoleon Bonaparte habe von dieser Stelle aus die Schlacht bei Aldenhoven (1793) geleitet. Das dürfte unmöglich gewesen sein - Aldenhoven ist vom Hohenstein aus nicht zu sehen, weil Röhe höher liegt.

Nach einer alten Eschweiler Sage soll sich am Felsen auf dem Hohenstein früher eine weiß gekleidete Frau, die „Juffer vom Hohenstein”, gezeigt haben. Ihr zu begegnen, bedeutete den Tod noch im gleichen Jahr.

Fauler Hering: Mit „Vuule Hereng” bezeichnet der Volksmund einen Teil der Röher Straße. Die Bezeichnung soll von den fauligen, sumpfigen Niederungen der Inde abgeleitet sein.

Klee Oepe: Die Karnevalsgesellschaft „Klee Oepe Jonge” kennt fast jeder Eschweiler. Doch wer fragt, wo man „Klee Oepe” findet, erntet fast immer verständnisloses Schweigen. Klee Oepe, also Klein-Eupen, wird der östliche Teil der Eschweiler Altstadt entlang der Dürener Straße genannt. In vergangenen Jahrhunderten soll auf einem Platz östlich der damaligen Stadtmauer Pferdehandel betrieben worden sein. Und zwar trafen sich dort, sozusagen auf halbem Wege, Eupener Landwirte und Kölner Pferdehändler. Die Kölner nannten diesen Pferdemarkt daher Klein-Eupen.

Dreibogenbrücke: Dieses gemauerte Eisenbahnviadukt im Stadtteil Aue gehört zu den Baudenkmälern der Stadt. 1864 gebaut, im 2. Weltkrieg gesprengt, wurde es 1949/50 in der alten Form wieder aufgebaut. Der erste Bogen führt über die Inde, der zweite über die Bahnlinie der Euregiobahn (Talbahnlinie), der dritte über die Röher Straße, die an der Brücke endet und zur Phönixstraße wird. Über die Brücke führt die Bahnlinie Aachen-Köln.