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Eschweiler: Wirtschaftsenglisch auf Bundesliganiveau

Eschweiler : Wirtschaftsenglisch auf Bundesliganiveau

Melina Kreutz hat einen Traum. Nach dem Abitur möchte die Schülerin des Städtischen Gymnasiums Eschweiler studieren. Am liebsten Medizin, und das Ganze möglichst im Ausland. In Australien war sie bereits ein Dreivierteljahr lang als Austauschschülerin.

Wenn es nach ihr ging, könnte es ruhig wieder auf die andere Seite des Erdballs gehen. Mit dem Zertifikat, das sie nun ebenso wie 19 ihrer Mitschüler in den Händen hält, rückt der Traum einen Schritt näher.

Melina Kreutz hat ein gutes halbes Jahr auf die Zähne gebissen, um den Zusatzkurs „Wirtschaftsenglisch” an ihrer Schule zu besuchen. Einmal die Woche lernte sie zusammen mit den anderen und Lehrerin Birgit Vaupel für das große Ziel. Melina strebte, wie ein Drittel des ganzen Kurses, gleich nach der Qualifikation in Level 3. „Das ist schon Managerniveau und erfordert besondere Kenntnisse, deren Erwerb sehr viel Arbeit voraussetzt”, lobt die Oberstudienrätin den Fleiß ihrer Pennäler bei der Übergabe der Zertifikate.

Schulleiter Ulrich Reinartz sucht den anschaulichen Vergleich der Einstufung in Level 1, 2 und 3 mit dem Fußballsport. „Dort gibt es Regional-, 2. und 1. Bundesliga”, so Reinartz. „Darüber kommt dann nur noch die Champions-League!”

Seit sieben Jahren bietet das Gymnasium Schülern an, das Zertifikat der „London Chamber of Commerce and Industry” (LCCI) zu erwerben. Jene Zusatzqualifikation in Englisch kann für die jetzigen Neunt- bis Zwölftklässler in Zukunft Gold wert sein. Und eine Menge Zeit ersparen.

„Ich habe mich bereits erkundigt, dass ich aufgrund meines Level-1-Zertifikates für ein Auslandsstudium keinen sonst üblichen TOEFL-Test machen muss”, freut sich Melina Kreutz, so bereits die Hürde des schwierigen „Test of English as a Foreign Language” steht, übersprungen zu haben. „Allein mit dem zusätzlichen Wortschatz, den wir nun erlernt haben, öffnen sich uns Tür und Tor”, ergänzt Neuntklässler Johannes Marius Walther Kleutgens weit blickend.

Die LCCI International Qualifications werden von Arbeitgebern, Regierungen und Universitäten auf der ganzen Welt anerkannt und geschätzt. Sogar die Stiftung Warentest attestiert dem Zertifikat in Wirtschaftsenglisch von der Londoner Handelskammer (vergleichbar mit unserer Industrie- und Handelskammer) einen hohen Qualitätsstandard: „Er ist berufsbezogen und international anerkannt”, urteilt das Fachblatt.

„Je mehr man an sprachlichen Fertigkeiten mitnimmt, desto leichter gelingt der berufliche Einstieg”, weiß Ulrich Reinartz, dessen Sohn in London arbeitet, wie wichtig der Faktor „Sprache” bei einer Bewerbung im Ausland ist.

Für die Schüler, die sich für den enormen Einsatz ihrer Lehrerin Birgit Vaupel mit einem Blumenstrauß bedankten, hat nun die Zeit der harten Paukerei (vorerst) ein Ende. „Das Zertifikat in den Händen zu halten ist schon ein Lohn für die ganze Arbeit”, sagt eine sichtlich zufriedene Laura Nobis. Melina Kreutz ist mit ihren Gedanken allerdings schon ein wenig weiter. „Ich habe mir bereits einige Universitäten während meines Aufenthalts in Australien angeschaut”, verrät die ambitionierte Schülerin.