Wirtschaftsbetriebe kontrollieren die 15.000 Eschweiler Bäume

Wirtschaftsbetriebe mit Säge und Astschere unterwegs : Von 15.000 Bäume muss nur jeder 300. weg

Nicht nur mit Schneeräumern und Salzstreuern sind sie in diesen winterlichen Tagen unterwegs, die Männer des Eschweiler Bauhofs. Auch zur Motorsäge müssen sie jetzt greifen: um etliche Bäume im Stadtgebiet zu stutzen oder den Garaus zu bereiten.

Der gesamte städtische Baumbestand an Straßen, in Grünanlagen, auf Friedhöfen, auf Kinderspielplätzen und an öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Feuerwehrhäusern und Kindergärten unterliegt einer regelmäßigen Kontrolle hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Werden bei den Kontrollen Schäden festgestellt, die Auswirkungen auf die Standsicherheit haben und nicht durch Rückschnitt oder andere Sicherungsmaßnahmen behoben werden können, müssen diese Bäume gefällt werden.

Dabei hat sich öffentliche Baumbestand im zurückliegenden Jahr als durchaus gesund erwiesen: Von mehr als 15.000 Bäumen mussten ganze 44 beseitigt und ersetzt werden. Jetzt kommen allerdings noch einige hinzu:  Die letzten Kontrollen Ende des Jahres ergaben, dass weitere elf größere Bäume auf städtischen Grundstücken gefällt werden müssen. Diese Bäume sind entweder bereits abgestorben oder durch Bakterien- und Pilzbefall so stark geschädigt, dass sie zu einer Gefahr für das Umfeld werden können. Eine kurzfristige Entfernung ist hier unumgänglich. Hierzu gehören drei Hybridpappeln im Bereich des Georgsweges, vier Birken (Spielplatz Kalvarienbergstraße, Grundschule Am Maxweiher und Wardener Straße), eine Fichte im Bereich der Pferdegasse und ein Ahornbaum im Zugangsbereich zum Stadtgarten Marienstraße.

 Als Ersatz für die im Jahr 2018 und nun aktuell entfernten Bäume werden in den nächsten Wochen Neupflanzungen vorgenommen. Insgesamt werden 55 Bäume unterschiedlicher Art im gesamten Stadtgebiet neu gepflanzt. „Bei der Auswahl der Gehölze wird neben der Eignung für den Standort an Straßen auch die Funktion als Insektennährgehölz berücksichtigt“, betont die Verwaltung. So werden unter anderem auch zehn Linden und als besonderer Trachtbaum die Duft-esche, auch als Bienen- oder Honigbaum bekannt, gepflanzt. Sofern ein Ersatz an Ort und Stelle nicht möglich ist, werden die Pflanzungen an anderen geeigneten Standorten vorgenommen.

 Darüber hinaus werden im Februar/März im Bereich der neu ausgebauten Zieglerstraße insgesamt 18 weitere Bäume angepflanzt. Unabhängig vom Grund für die Maßnahme werden die Anpflanzungen eine Bereicherung für das Ortsbild darstellen sowie wichtige Funktionen für das Stadtklima, den Wasserhaushalt und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfüllen.

Diese Rosskastanie an der Ecke Wilhelminenstraße/Jägerspfad bereitet den Anwohnern Sorgen. Sie hat sichtbar Rinde verloren. Foto: Patrick Nowicki

Allerdings werden die Mitarbeiter der Baubetriebshofs nicht überall dort tätig, wo es sich Bürger wünschen. Schon vor zwei Jahren teilten Anwohner der Wilhelminenstraße der Stadtverwaltung mit, dass sich eine Rosskastanie an der Ecke zum Jägerspfad im schlechten Zustand befindet. Wegen des Befalls mit der Moniermotte und einer bestimmten Bakteriensorte stehen diese Bäume unter besonderer Beobachtung. Derzeit hat der Baum Rinde verloren, die auf dem Gehweg liegen bleibt. „Wir fürchten, dass er auf unser Haus kippt“, sagt eine Bewohnerin.

Im Rathaus winkt man ab: „Die Rosskastanie an der Ecke Jägerspfad/Wilhelminenstraße weist derzeit einen verkehrssicheren Zustand auf“, teilt die Stadtverwaltung mit. Neue Rosskastanien werden schon seit Jahren nicht mehr gepflanzt, weil deren Empfänglichkeit für Schädlingsbefall bekannt ist und man bisher noch kein Gegenmittel gefunden hat. Kontrollen werden bei älteren Bäumen grundsätzlich mindestens einmal jährlich, abwechselnd im belaubten und im unbelaubten Zustand, vorgenommen. „Aufgrund der bekannten Problematik der Rosskastanie unterliegen die Rosskastanien in Eschweiler einem engeren Kontrollraster“, teilt man mit.

Der Baum an der Wilhelminenstraße wurde letztmalig im Juni des vergangenen Jahres hinsichtlich seiner Verkehrssicherheit überprüft. „Ergebnis der Kontrolle war, dass der Baum verkehrssicher ist“, heißt es. Die nächste Kontrolle steht noch im Januar an. Die visuelle Kontrolle wird abwechselnd von zwei fachlich, in Bezug auf Baumkontrollen und Baumpflege ausgebildeten Mitarbeitern (zertifizierte Baumkontrolleure) vorgenommen. Sollten die Bäume bestimmte Schadensmerkmale zeigen, dann stehen weitergehende Untersuchungen an.  Dies kann zum Beispiel mit einer Bohrwiderstandsmessung mittels Resistographen erfolgen.

(rpm/pan)
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