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Eschweiler: Wird’s zu Weihnachten zappenduster?

Eschweiler : Wird’s zu Weihnachten zappenduster?

Ob Weihnachten, der Deutschen liebstes Familien- und Konsumfest, dem gebeutelten Einzelhandel in diesem Jahr das ersehnte Umsatzplus beschert, das steht derzeit noch in den Sternen.

Für die einen ist es das Fest der Liebe und Besinnlichkeit, für die anderen schlechterdings das wichtigste Geschäft des Jahres. Ihre Kundschaft wollen die Eschweiler Einzelhändler jedenfalls wieder mit einer heimeligen Atmosphäre in die Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen der Indestadt locken - schließlich ist die Konkurrenz zum Handel in den Nachbarstädten und den Billigheimern auf der grünen Wiese groß.

Kampf um den Kunden

„Eine schöne und atmosphärische Weihnachtsbeleuchtung ist wichtig, um im Kampf um die Kunden bestehen zu können. Denn wer will schon vor Weihnachten in einer dunklen Stadt einkaufen?”, meint Foto-Fachhändler Michael Strauch aus der Neustraße. Die Beleuchtung, für die der Einzelhandel - Straße für Straße getrennt - alljährlich selbst zu sorgen hat, soll hier schon bald in voller Pracht erstrahlen. In der Neustraße, so sagt Strauch, sei die Finanzierung des Lichtschmucks vorerst gesichert.

Nicht so in der Grabenstraße: Mit einem dramatischen Appell wandte sich dort erst kürzlich Ursula Dittrich an ihre Kollegen. „Von 60 Händlern hatten 20 noch gar keinen Beitrag geleistet”, so die Schreibwarenhändlerin. Das Resultat: Fünf zahlten, die Finanzierung der Beleuchtung ist - vorerst zumindest - gelungen.

„Wenn das so weitergeht, dann bleibt die Straße im nächsten Jahr aber zappenduster”, meint Dittrich, die seit mehr als zehn Jahren für den Lichtschmuck in der Grabenstraße sorgt. „Wir leben in einer Ich-Gesellschaft. Immer mehr Trittbrettfahrer weigern sich, sich an der Gemeinschaftsleistung zu beteiligen”, schimpft Dittirich.

Ihr Kollege Strauch hat dafür eine Erklärung: „Die größeren Ketten scheren sich einen feuchten Kehricht um die Stadt, die wollen alle nur einen schnellen Euro machen.” Es seien vor allem die alteingesessenen, kleinen Händler, die sich noch engagierten.

Doch auch bei den Kleinen ist Schmalhans längst Küchenmeister: „Es sind nicht nur die Handelsketten, mit denen wir Probleme haben”, sagt Ursula Dittrich, die Jahr für Jahr knapp 7000 Euro auftreiben muss. Viele Händler sparten inzwischen „an allen Ecken und Kanten”.

In der Marienstraße sieht es in dieser Hinsicht nicht viel besser aus: Zwar hat Blumenhändler Martin Thelen die nötigen 3000 Euro hier dank einiger Rücklagen noch relativ problemlos aufbringen können. Für die Zukunft ist er aber pessimistisch: „Die Mehrheit macht mit, aber viele eben nicht - so kann das nicht weitergehen. Es wird jedes Jahr enger.”

In der Englerthstraße will Modehändlerin Renate Pregel derweil nicht über ungelegten Eiern brüten: „In diesem Jahr kommen wir hin und müssen nicht zittern. Wie es weitergeht, wissen wir nicht. Wenn die Einkaufsstraßen dunkel blieben, wäre es eine Schande - für den Handel und die gesamte Stadt Eschweiler.”