Eschweiler: „Wir für Europa“: Bürgern eine Stimme geben

Eschweiler: „Wir für Europa“: Bürgern eine Stimme geben

Passend zu ihrem fünfjährigen Bestehen hat die Sensibilisierungs- und Aufräumtruppe Blausteinsee und Umgebung zusammen mit dem Eschweiler Europaverein etwas Besonderes geplant: ein Pilotprojekt, in dem Bürger ihre Meinung ungefiltert zum Thema Europa kundtun können und mit der die Politik direkt konfrontiert wird.

Unter dem Motto „Wir für Europa“ möchte die zusammengeschlossene Arbeitsgemeinschaft am Samstag, 6. Mai, mit einem Informationsstand in der Neustraße ein starkes Zeichen für Europa setzen — von Bürgern für Bürger. „Jeder kann dabei zu Wort kommen und sein Statement für oder gegen Europa abgeben“, sagt Brigitte Averdung-Häfner von der Sensibilisierungstruppe. „Und es werden keine politischen Parolen geschwungen“, ergänzt Peter Schöner, Präsident des Europaverein GPB.

Neben einem Statement, dass jeder Teilnehmer abgeben kann werden auch Karteikarten zur Verfügung gestellt, auf denen jeder seine Kritik, Anregung oder Erfahrung mit der europäischen Politik festhalten kann. „Diese Karten werden dann direkt zu den Abgeordneten gebracht“, sagt Schöner.

Damit möchte man auch einer gewissen Politikverdrossenheit — oder Politikerverdrossenheit, wie Schöner sagt — auf europäischer Ebene etwas entgegensetzen. „Viele Bürger beschäftigen sich nicht wirklich mit dem Thema Europa, Schlagwort ist da beispielsweise das Thema ‚70 Jahre Frieden‘. Das wird alles selbstverständlich so akzeptiert. Aber was wäre, wenn das nicht mehr der Normalfall ist?“, sagt Schöner und geht dabei auf das Ziel des Aktionstages ein: Bewusstsein für die Wichtigkeit der politischen Arbeit in der Europäischen Union schaffen.

„Da werden ja nicht nur die zulässige Krümmung von Gurken oder Bananen bestimmt“, sagt Schöner. Das gewählte Motto soll auch zeigen, dass jeder für die politische Arbeit in Europa mitverantwortlich ist. Und zwar nicht nur alle fünf Jahre bei der Europawahl. „Wir wollen für das Thema sensibilisieren und den Menschen eine Möglichkeit geben, zu äußern“, sagt Averdung-Häfner. „Und wir hoffen, dass viele dieses Angebot wahrnehmen.“

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