Eschweiler: Werke lassen Raum für eigene Gedanken

Eschweiler: Werke lassen Raum für eigene Gedanken

„Kunst gewährt Einsichten“, sagt Rolf Rüland. Einsichten, die individuell seien und die der Künstler nicht zwingend erklären müsse, sondern Einsichten, die in der Phantasie des Betrachters stattfinden würden. Mit wenigen, aber gezielten Worten eröffnete er die Ausstellung von internationalen und heimischen Künstlern im Zisterzienserinnenkloster in St. Jöris. Ein Wochenende lang stellten Olga Breininger, eine junge russische Künstlerin, Mechthild Niebeling-Mause aus Herzogenrath, Ice Teodosievski aus Mazedonien und der Würselener Künstler Willi Lemke ihre Werke aus.

Olga Breininger zeigte dabei Bilder in einer Mischtechnik aus Malerei, Grafik und Collage, die sie aus Naturmaterialien angefertigt hat. Mechthild Niebeling-Mause arbeitet mit den verschiedensten Techniken und Darstellungsformen. Sie zeigt dabei Werke, die zwischen realistischem Abbild und Abstraktion anzusiedeln sind.

Ice Tendosievski, der den Beinamen „El Macedon“ trägt, stellte Objekte und Bilder aus. In der Collage-Mischtechnik setzt er verschiedene Materialien wie Styropor, Wabenpappe, Alufolie, Blattgold, Öl- und Acrylfarbe ein. Doch dabei beließ er es nicht. „Ich weihe den Raum ein“, sagte er, als er gezielt nach seinem Didgeridoo griff, das er selbst aus Pappe angefertigt hatte. Der große Mann ließ sich zwischen den Werken nieder und spielte das Instrument solange, bis der Klang den ganzen Raum erfüllte. Der Klang sei ganz individuell und abhängig von der Bemalung und Gestaltung. „Mit der Farbe schaffe ich Strukturen“, erklärt er. Das Bauen und Spielen der Instrumente sei ein Ritual, das er in der Regel an jedem freien Wochenende vollziehe. Jede seiner Ausstellungen eröffne er mit seinem Didgeridoo, um „die bösen Geister zu vertreiben“, scherzt er.

Der letzte Künstler im Bunde war Willi Lemke, der die Ausstellung zugleich organisiert hat und nach St. Jöris holte. Er zeigte eine Auswahl seiner Acrylgemälde, Fotodruckübermalungen und Metallplastiken.

Insgesamt war es ein buntes, kreatives und abwechslungsreiches Bild in der kleinen Kirche, das die vier Künstler durch ihre eigenen Kreationen zu etwas ganz Speziellem machten. Untermalt wurde die Ausstellung von dem Klang der Gitarren des Quartetts „Deux á deux“, das erstaunlicherweise zu Fünft auftrat. Die vier Gitarristen hatten ihren Leiter Thomas Jakob-Schneider als Unterstützung dabei und gaben Stücke aus Brasilien und Irland zum Besten. Sie schufen eine gemütliche Stimmung und luden die Gäste dazu ein, in Ruhe durch die Kirche zu schreiten und die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Viele, ganz persönliche und individuelle Einsichten. Ganz so, wie es bei der Eröffnung angedacht war.

Mehr von Aachener Zeitung