1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Wenn Sponsoren helfen, können die Kinder lachen

Eschweiler : Wenn Sponsoren helfen, können die Kinder lachen

Um 1987 zog in der Mühlenstraße in Kinzweiler der Clara Fey-Kindergarten ein. Dieser ist ein heilpädagogischer Kindergarten für entwicklungsverzögerte Kinder.

Es werden fünf Tage die Woche um die 24 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut, die in drei Gruppen aufgeteilt sind.

Jede Gruppe hat eine eigene Gruppenleitung, die meist Heil-Erziehungspflegerinnen oder Erzieherinnen sind und als Zweitkraft Krankenschwestern. Dadurch können die Kinder trotz medizinischer Probleme sicher betreut werden.

Optimale Betreuung

Zusätzlich gibt es in dem Kindergarten, der seit Januar unter der Leitung von Roswitha Minkel-Hamm ist, zwei gruppenübergreifende Kräfte. Außerdem gibt es auch einen therapeutischen Stamm, eine Logopädin mit Zusatzausbildung und eine Physiotherapeutin sorgen für eine optimale Betreuung der Kinder. Auch Roswitha Minkel-Hamm hat mehrere Zusatzausbildungen, unter anderem als Gestaltungstherapeutin - so hofft sie, dass sie nach den Ferien eine Gestaltungstherapie einführen kann.

Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück in den einzelnen Gruppen, danach werden die Zähne geputzt und darauf geachtet, das jeder einmal auf Toilette war.

Danach dürfen die Kinder bei schönem Wetter endlich nach draußen, wofür sie schon vor dem Frühstück gebettelt haben. Dort wird dann gespielt und Dreirad gefahren und gelacht, denn das können die meisten besonders gut, wenn es ihnen gut geht: lächeln.

Die Betreuerinnen spielen mit den Kindern und versuchen sie zu fördern. Mittags wird wieder zusammen gegessen, und am Nachmittag kehrt langsam wieder Ruhe ein, wenn die Busse zum Abholen kommen. Zu den Fahrern haben die Kinder ein ganz besonderes Verhältnis, sie nennen sie sogar Onkel oder Opa.

Miteinander lernen

Das Besondere an der heilpädagogischen Einrichtung ist, dass mit den Kindern nicht defizitorientiert, sondern ressourcenorientiert gearbeitet wird; das heißt, dass darauf hingearbeitet wird, die Stärken zu entdecken und zu fördern und nicht nur die Defizite festzustellen. Es ist auch sehr wichtig, dass die Kinder mit unterschiedlichen Entwicklungsverzögerungen in einer Gruppe sind und lernen miteinander umzugehen.

Die Krankheiten äußern sich in unterschiedlichsten Formen, Krampfanfälle, Frustration, Hyperaktivität, Autoaggressivität und stereotypisches Verhalten, das heißt, das sie bestimmte Abläufe immer wiederholen, wie zum Beispiel Hände waschen. Die Betreuerinnen richten sich vor allem danach, ihre Schützlinge aufzufangen, wenn sie in einem Tief sind.

Das größte Problem, was Roswitha Minkel-Hamm Magenschmerzen bereitet, ist, dass der Etat immer mehr schrumpft, vor allem nachdem sie selbst die Räume in warmen Tönen neu gestaltet haben - und das neben den normalen Alltagsanforderungen. Die Farbe dafür wurde von Busunternehmen gestiftet, die die Kinder morgens zur Einrichtung fahren.

Bisher „übersehen”

Dennoch fehlt noch einiges, was die Kinder fördern könnte, wie Roller um das Gleichgewicht zu trainieren. Um die Kinder vor allem mit Fördermaterialien versorgen zu können, sucht die Leitung schon seit langem nach einem Sponsor auf Dauer, da die Eschweiler Banken, die die ortsansässigen Kindergärten größtenteils unterstützen, den Kindergarten anscheinend bis jetzt immer „übersehen” haben.

Außerdem hat die heilpädagogische Einrichtung noch eine Zivi-Stelle zu vergeben. Wer Interesse hat oder sich als Sponsor melden möchte, kann dies tun unter 21926.