1. Lokales
  2. Eschweiler

Eschweiler: Wenn jeder Schritt zu anstrengend wird...

Eschweiler : Wenn jeder Schritt zu anstrengend wird...

Mit der „COPD - chronische obstruktive Bronchitis und Lungenemphysem” beschäftigt sich ein Ärzteteam des St.-Antonius-Hospitals am Dienstag, 8. Mai. Die Innere Abteilung unter Leitung von Professor Dr. Uwe Janssens lädt ab 19 Uhr in den Talbahnhof.

Zu diesem Thema schreibt Dr. Christian Breuer, Pneumologe und Oberarzt der Inneren Abteilung des St.-Antonius-Hospitals:

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, auch als chronisch obstruktive Brochitis oder COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) bezeichnet, hat sich zu einer verbreiteten Volkskrankheit entwickelt. Mittlerweile steht diese Erkrankung an Platz 5 der weltweit häufigsten Todesursachen, im Gegensatz zu anderen Erkrankungen mit steigender Tendenz.

Wegen der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung, mit hohen Kosten für die Gesundheitssysteme, befassen sich zunehmend internationale Forschergruppen und Initiativen mit diesem Krankheitsbild. Eine Entzündung, insbesondere der kleinen Atemwege, gilt als hauptverantwortlich für die Entstehung und Weiterentwicklung der Erkrankung. Neben anderen Auslösern stellt das inhalative Rauchen in den Industrienationen unzweifelhaft die Hauptursache für die Ausbildung und die Fortentwicklung dar.

Die Krankheit ist zunächst gekennzeichnet durch Husten und Auswurf, im weiteren Verlauf treten Atembeschwerden, zunächst nur unter stärkerer körperlicher Belastung, hinzu. Diese Atembeschwerden schränken mehr und mehr die körperliche Belastbarkeit ein. In späteren Stadien werden sie sogar in Ruhe bemerkt. Was anfangs oftmals nur als Raucherhusten erscheint, kann in den darauffolgenden Jahren zum ernsten gesundheitlichen Problem werden und die Lebensqualität erheblich mindern.

Bei der Behandlung steht die Beseitung der auslösenden und fördernden Ursachen im Vordergrund. Medikamentöse Massnahmen können Beschwerden mindern und die Belastbarkeit verbessern, eine vollständige Heilung im eigentlichen Sinne ist jedoch oftmals nicht mehr zu erreichen.

Hilfreich ist hier eine frühzeitige und breite Information des Erkrankten über auslösende Faktoren, Mechanismen der Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten. Dies ist wünschenswert, bevor irreparable Schäden das Bronchialsystem stören.

Neben der ärztlichen Behandlung ist daher die Organisation der Menschen über Selbsthilfegruppen sehr hilfreich, die informieren und den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen ermöglichen.

Ergänzend kann ein gezieltes Training unter Berücksichtigung der Erkrankung durch einen entsprechend geschulten Trainer in Lungensportgruppen die körperliche Belastbarkeit und damit auch die Lebensqualität erheblich fördern.