Welttag des Briefeschreibens und die Menschen in Eschweiler

Umfrage zum Welttag des Briefeschreibens : Erinnerungen der Menschen aus Eschweiler

Am Sonntag ist der Welttag des Briefeschreibens. In Zeiten des Internets ist die Anzahl der handschriftlich verschickten Briefe drastisch gesunken. Trotzdem – oder gerade deswegen – freuen sich die meisten Menschen sehr, wenn sie solch einen in ihrem Briefkasten finden.

Welche Erinnerungen den Eschweiler Bürgern rund um Briefe einfallen, haben sie Caroline Niehus erzählt.

Rainer Doose (49): „Vor vier Wochen in meiner Reha habe ich einige Briefe geschrieben. Davor aber schon lange nicht mehr. Leider ist das Bewusstsein verlorengegangen, wie schön es ist, Briefe zu bekommen. Dabei habe ich selbst noch einen 25 Jahre alten Brief, den ich ab und zu nochmal lese. Ich werde zu Geburtstagen und zu Weihnachten wieder handschriftliche Karten schicken.“

Liest gerne einen 25 Jahre alten Brief: Rainer Doose. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Helmut Braun (72): „Als ich etwa 20 Jahre alt war, habe ich Liebesbriefe an meine Freundin in Belgien geschrieben. Ich wohnte damals in Vicht und habe vergeblich auf Antworten von ihr gewartet. Wie sich zwei Jahre später herausstellte, wohnte noch ein anderer Helmut Braun in Vicht, der sich über so viel Liebespost gewundert hatte. Mittlerweile ist er mein Schwager.“

Peter Tümmers (65): „Ich schreibe so gut wie gar keine Briefe, höchstens Postkarten aus dem Urlaub. Kürzlich haben wir aber sogar zwei Briefe bekommen. Das waren Einladungen, worüber meine Frau und ich uns sehr gefreut haben.“

Hat kürzlich zwei Briefe bekommen: Peter Tümmers. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Tatjana F. (57): „Ich arbeite in der Kinderbetreuung und da haben wir jetzt mit 15 Kindern Brieffreunde in Essen gefunden. Leider wird immer weniger geschrieben, deshalb ist es schön, dass die Kinder an dem Projekt so viel Spaß haben. Ich habe zuletzt meiner kleinen Nichte einen Brief geschrieben, dass ich ihr einen tollen Urlaub wünsche. Als ich 50 geworden bin, hat mir meine Tochter einen dreiseitigen Brief geschrieben. Das war ein Highlight! Den Brief habe ich immer noch.“

Sophie Krott (67): „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Brief geschrieben habe. Schon früher habe ich das kaum gemacht, weil ich mit den Leuten eher persönlichen Kontakt hatte.“

Hat auch früher kaum Briefe geschrieben: Sophie Krott. Foto: ZVA/Caroline Niehus
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