Eschweiler: Weltkatzentag: Wenn Harry Potter auf Garfield trifft

Eschweiler: Weltkatzentag: Wenn Harry Potter auf Garfield trifft

Eschweiler-St. Jöris. Für die einen sind sie dickköpfig und faul, für die anderen sind sie süße Schmusetiger: Katzen. Letztere Auffassung teilt auch Erika Joußen. Seit 2003 züchtet die Indestädterin Maine-Coon-Katzen. Anlässlich des Weltkatzentages am Samstag hat sie die Tür zur Heimat ihrer derzeit sieben Lieblinge geöffnet und erklärt, warum Katzen aus ihrer Sicht intelligenter sind als Hunde.

Wer Erika Joußens Wohnzimmer betritt, dem ist Aufmerksamkeit gewiss. Während Hund Wendy ausgelassen auf die Besucher zustürmt, sind die Katzen etwas zurückhaltender. Sieben Paar funkelnde Augen begutachten jeden Schritt, die anfängliche Neugier legt sich jedoch schnell wieder und man geht zu wichtigeren Beschäftigungen wie dem Putzen oder Schlafen über.

Momentan leben sieben Schmusetiger im Haus von Erika Joußen. Drei Weibchen und zwei Kater gehören der Züchterin, die sich momentan noch um den Nachwuchs aus dem letzten Wurf kümmert und ihre Tiere als Familienmitglieder bezeichnet.

Immer wieder suchen die beiden Kätzchen Zarina und Lana den Kontakt zu Joußen, schmiegen sich an ihre Beine oder springen auf ihren Schoß und lassen sich streicheln. Während für die schwarzfarbige Zarina bereits neue Besitzer gefunden wurden, ist auf die grauhaarige Lana bisher noch niemand aufmerksam geworden. „Das wird sich noch ändern“, ist sich Joußen sicher.

Sie muss es wissen. Schließlich spricht sie aus Erfahrung. Wie viele Tiere sie mittlerweile groß gezogen hat, weiß sie nicht. Hunderte seien es gewesen, vermutet sie. An die Anfänge kann sie sich allerdings noch ganz genau erinnern. „Wir hatten eigentlich immer eine Hauskatze.“ Nicht nur sie, sondern auch ihr Mann und ihre Kinder hatten an dem Tier viel Freude. Dann wurde bei ihrer jüngsten Tochter allerdings eine Allergie festgestellt und man musste sich von dem Tier trennen.

Und genau an dieser Stelle kamen die Maine-Coon-Katzen ins Spiel. Bei einer Freundin war Joußens jüngste Tochter mit der Rasse in Kontakt gekommen. Allergische Reaktion? Fehlanzeige! 2001 zog die erste Maine-Coon-Katze bei den Joußens ein, der erste Wurf folgte zwei Jahre später.

Allein in diesem Jahr kümmerte sie sich bereits um zwei Würfe. Zu Spitzenzeiten besaß Erika Joußen acht Katzen und drei Kater. „Da mussten wir aber auch alle an einem Strang ziehen, wie bei einem kleinen Familienunternehmen“, meint Joußen und lacht.

Katzen spenden Trost

Doch was fasziniert die vierfache Mutter so an ihren Lieblingen? „Es macht Spaß zu sehen, wie die Tiere groß werden und wie sie sich entwickeln.“ Doch nicht nur das steht für sie im Vordergrund. „Katzen spenden Trost und sind für jemanden da. Viele Bekannte und Freunde haben mich enttäuscht, meine Tiere haben das noch nie getan“, sagt sie.

Und was unterscheidet sie von anderen Tieren? „Katzen haben ihren ganz eigenen Kopf, Hunde sind eher dumm“, meint Joußen und erklärt dies anhand eines Beispiels: „Das sieht man an der Hitze, die in diesen Tagen herrscht. Während meine Katzen viel schlafen und sich im kalten Keller aufhalten, geht mein Hund ins Obergeschoss, dorthin, wo es noch wärmer ist.“

Benannt werden die kleinen Kittens übrigens nicht mehr nach dem Alphabet. „Das haben wir schon einmal durch“, sagt Erika Joußen. Aus diesem Grund habe man sich dazu entschieden, die Namen bestimmten Themen zuzuordnen. Ihr bisheriges Lieblingsthema: Harry Potter. An den Namen eines Tieres erinnert sich Joußen noch ganz genau. Es hieß Professor Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore. „Die Leute haben mich gefragt, ob ich verrückt wäre, aber meine Kinder und ich fanden das toll“, sagt sie. Der größte Wurf umfasste übrigens neun Tiere.

Sobald die Geburt losgeht, weicht die Indestädterin nicht mehr von der Seite der zukünftigen Katzenmama. Einen Siebener-Wurf hat sie sogar mit der Hand großgezogen. „Die Mutter hat die Kleinen zwar noch geputzt, hatte aber nicht genug Milch, um sie zu füttern“, erinnert sich Joußen. Also hieß es für die Katzenfreundin: alle zwei Stunden Milch vorbereiten und füttern.

Es gibt jedoch auch eine Sache, die Erika Joußen ärgert. „Ein Hund zählt bei allen Leuten als Tier, eine Katze zählt aber meistens als Sache. Dabei sind diese Tiere doch wirklich sanfte Riesen“, sagt sie und beobachtet, wie die Kätzchen Zarina und Lana miteinander spielen.

„Das ist wirklich besser als der schönste Film“, ist sich die Indestädterin sicher. Wie lange sie noch mit dem Züchten weitermachen will? Das sei doch wohl klar, meint sie: „So lange, wie es gesundheitlich noch geht.“

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