Eschweiler: Weisweiler Protestanten nehmen Blockheizkraftwerk in Betrieb

Eschweiler: Weisweiler Protestanten nehmen Blockheizkraftwerk in Betrieb

Mit einem Blockheizkraftwerk geht die Evangelische Gemeinde in Weisweiler jetzt einen großen Schritt in Richtung umweltbewusster Energieversorgung. Zum 1. Mai wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen, bei einer Tagung des Mitweltausschusses des Kirchenkreises Jülich.

Naturschonend und umweltbewusst zu handeln gehört zu den Zielen der Evangelischen Kirche. Im Kirchenkreis Jülich, zu dem auch die Eschweiler Gemeinden gehören, nimmt man den biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, sehr ernst.

„Alle 19 Kirchengemeinden im Kirchenkreis beziehen Naturstrom, und jede Gemeinde leistet weitere Beiträge im Ökobereich, zum Beispiel mit Erdwärme oder Solarenergie” berichtet Hans Stenzel, Vorsitzender im Mitweltausschuss. So hat auch das Gemeindehaus in Weisweiler eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Vor zehn Jahren beschlossen

„Wir wollen weg von der fossilen Energie.” Was auf einer Synode vor zehn Jahren beschlossen wurde, setzen die Gemeinden im Kirchenkreis seitdem mit Unterstützung des Mitweltausschusses um. Der Kirchenkreis Jülich sei da führend in der Landeskirche, versichert Stenzel.

Einer, der sich mit besonders viel Eifer für ein umweltbewusstes Handeln der Kirche einsetzt, ist Pastor Martin Gaevert von der Gemeinde zu Düren.

Das nächste Ziel, so berichtet er, ist ein kirchliches Umweltmanagement, der so genannte „Grüne Hahn”, vergleichbar mit Zertifizierungen im industriellen Bereich. Alle Gemeinden sollen dieses Zertifikat anstreben. Überregionale Schulungen dafür laufen bereits.

So umweltbewusst wie möglich zu wirtschaften, ist seit vielen Jahren das Ziel auch in der Evangelischen Gemeinde Weisweiler/Dürwiß, berichtet Andreas Witt, Baukirchmeister dieser Gemeinde.

Das war mit den beiden alten Heizungsanlagen - eine für Kirche und Pfarrwohnung, die andere für das Gemeindehaus - nicht möglich.

Besonders die Nachtspeicherheizung in dem 1981 errichteten Gemeindehaus machte Probleme. Die Heizkörper enthielten Asbest. Die Entsorgung war aufwändig, die Heizkörper wurden eingeschweißt abtransportiert, berichtete Witt.

Ein Blockheizkraftwerk ist allerdings schon eine Investition, die gut überlegt sein will - rund 20.000 Euro kostet allein die Anschaffung.

Aber das kleine Kraftwerk im Keller des Pfarrhauses macht nicht nur ein gutes Gewissen, sondern es macht sich langfristig auch bezahlt. Unter anderem durch Fördergelder aus dem Bundes-Umweltministerium.

Das Kraftwerk von Typ „Dachs” erzeugt mit klimaschonender Kraft-Wärme-Kopplung 12,5 Kilowatt thermische Energie und 5,5 Kilowatt elektrischer Energie. Mit dem Strom wird die Pfarrwohnung versorgt, der Überschuss wird ins Netz eingespeist.

Die Anlage wird mit Flüssiggas betrieben. Das ist teilweise steuerbefreit, berichtet Kirchbaumeister Witt. Die Entscheidung für Flüssiggas sei allerdings auch nicht ganz ohne Risiko gewesen.

Die evangelische Kirche in Weisweiler steht ja auf historischem Grund, innerhalb der ehemaligen Weisweiler Burg.

Der Tank für 6400 Liter Flüssiggas wurde im Burghof vergraben, gleich neben dem Kircheneingang.

Da achteten die Archäologen vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege quasi auf jeden Spatenstich.

Die bisherige mit Öl betriebene Heizungsanlage im Keller wurde beibehalten. Sie soll den Spitzenbedarf an Heizenergie decken, rund 14 Prozent des gesamten Bedarfs.

Der Mitweltausschuss ist schon ganz gespannt auf die Verbrauchszahlen aus Weisweiler.