Wasserfreunde Delphin Eschweiler: Wasserballer brauchen auch „Ballettbeine“

Wasserfreunde Delphin Eschweiler : Wasserballer brauchen auch „Ballettbeine“

Noch vor dem Ende der Freibadsaison starteten die Wasserballer der Wasserfreunde Delphin Eschweiler in die neue Saison und nahmen zum dritten Mal in Folge am Turnier des Schwimmvereins Wuppertal-Neuenhof teil.

Die Spiele fanden hierbei im vereinseigenen Freibad statt, das aufgrund der Beheizung durch die benachbarte Müllverbrennungsanlage ganzjährig bei konstanten 28 Grad Wassertemperatur betrieben wird.

Somit ließen die Delphine sich auch nicht davon abschrecken, dass ausgerechnet an diesem Wochenende im heißen Sommer 2018 die Temperaturen auf vergleichsweise kühle 20 Grad „abstürzten“. Erstmals starteten die Eschweiler Wasserballer mit einer Herren- und einer kompletten Damenmannschaft in einem, wie in jedem Jahr, sehr hochkarätig besetzten Turnier: Sowohl bei den Damen als auch den Herren hatten außer den Indestädtern nur Zweit- bzw. Oberligamannschaften gemeldet.

Trotz teilweise deutlicher Niederlagen sammelten besonders die mitgereisten Jugendlichen eine Menge Erfahrung gegen ihre spielstarken Gegner und auch das Wetter spielte schließlich am Sonntag wieder mit.

Abschied vom Freibad

Es folgte der Abschied vom Freibad Dürwiß in die Hallenzeit: Mit der letzten Runde Beachvolleyball und einigen Schwimmbahnen und letzten Schüssen auf das Schwimmtor kehren die Delphine wie immer etwas wehmütig dem beliebten Freibad den Rücken.

Für die jugendlichen Wasserballdamen ging es sofort weiter, denn es stand das Edith-Seyfert-Sichtungsturnier des Landesschwimmverbands NRW in der Traglufthalle von Bayer Uerdingen in Krefeld an. In diesem Jahr waren die Delphine mit dem Geschwisterpaar Nerea und Aurelie Münstermann vertreten. Aurelie „stand“ in der Jugend im Tor, wobei das Stehen auf dem Beckenboden sowie das Festhalten am Beckenrand im Wasserball verboten ist, während ihre Schwester Nerea sich auf der körperlich hart umkämpften Centerposition in direktem Kontakt mit der gegnerischen Centerverteidigerin auseinandersetzen musste.

Beide Spielerinnen zeigten tolle Leistungen im Turnierverlauf und Nerea Münstermann konnte mit vier Toren einen wesentlichen Beitrag zum Turniersieg ihrer Mannschaft beitragen. Beide Wasserballerinnen spielen ebenfalls in der gemeinsamen U16-Landesligamannschaft der Eschweiler Delphine und des Aachener Schwimmvereins mit, die sich für die Endrunde der Landesmeisterschaft qualifizieren konnte. Hier werden die jungen Wasserballerinnen Anfang Oktober gegen Bayer Uerdingen, Blau-Weiß Bochum und den Düsseldorfer SC antreten.

Klarer Sieg

Auch beim Jugendwasserballturnier um den Bezirkspokal konnte die gemischte U14-Jugendmannschaft überzeugen: Mit einem klaren Sieg gegen den VfR Übach-Palenberg und einem sehr guten Spiel gegen den Aachener SV, das die Delphine nicht für sich entscheiden konnten, sind sie glückliche Vize-Pokalsieger.

Hierbei konnte sich wieder einmal die erfahrene Rückraumspielerin Frieda Johnen mit vielen Fernschusstoren in die Torschützenliste eintragen. In der Verteidigung überzeugte Yannick Laschette mit einem deutlichen Leistungssprung und machte den Angreifern das Leben erfolgreich schwer.

Auch die erwachsenen Wasserballer stecken bereits mitten in der Saisonvorbereitung. Hierbei werden bei den Delphinen neue Wege gegangen: Erstmals trainieren die Wasserballer im Grundlagenbereich gemeinsam mit den Synchronschwimmerinnen. Obwohl das kraft- und körperbetonte Wasserballspiel auf den ersten Blick nur wenig mit dem anmutigen Synchronschwimmen gemeinsam hat, sind die Grundlagen in beiden Disziplinen gleich.

So muss zunächst das sogenannte „Wassertreten“ perfektioniert werden; Körperspannung wiederum wird sowohl für Synchronschwimmübungen wie das aus dem Wasser gestreckte „Ballettbein“, als auch für die Wurftechnik im Wasserball benötigt. „Die Wasserballer können sich in Bezug auf das Wassertreten und die Körperspannung noch eine Menge von den Synchros abschauen“, stellt Ann-Kathrin Mertens, Wasserballwartin der Delphine und selbst langjährige Synchronschwimmerin, fest. Die ersten Trainingseinheiten waren ein voller Erfolg, so dass beide Abteilungen auf einen besonders guten Saisonstart hoffen.

Das hervorragende Abschneiden der Herren-Nationalmannschaft beim Weltcup in Berlin, unter anderem mit einem Sieg gegen den vielfachen Weltmeister Ungarn, spornt auch die Eschweiler Wasserballer an: „So ein toller Auftritt einer Nationalmannschaft kann auch bei den Anfängern neue Kräfte freisetzen“, ist sich Simon Münstermann, 2. Vorsitzender und technischer Leiter der Delphine sicher.

Die Synchronschwimmerinnen starten schon Ende Oktober mit ersten Meisterschaften in die Saison, für die Wasserballer beginnt der Ligabetrieb Anfang November. Die Heimspiele finden dienstagsabends um 20 Uhr in der Jahnhalle statt, Zuschauer sind herzlich eingeladen.