Vorlesewettbewerb am Städtischen Gymnasium

Lesewettbewerb : Joshua Prell-Hoven hat die Nase vorn

Spannend war er, der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen am Städtischen Gymnasium Eschweiler. Bis zum Schluss waren sich die Jury und der neutrale Beobachter uneinig, wer nun das Rennen gemacht hatte. Bei den parteiischen Zuhörern war es klar, sie feuerten ihre jeweiligen Klassenkameraden an.

Mitten in der Woche und das auch noch in den Morgenstunden. Während der ein oder andere Schüler noch im Halbschlaf war, war die Aula am Städtischen Gymnasium Eschweiler gefüllt mit regen Pennälern, denn der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen stand an. Christel Schwenger erklärte nach der Begrüßung das Prozedere. Zunächst präsentierte sich die Siegerin des Vorjahres, Anna Bui, mit einer weihnachtlichen Geschichte, ehe sie sich in die Reihen der Jury begab. Dort saßen ansonsten erwachsene Kollegen des Gymnasiums: Annette Zumbroich, Anja Diel, Schulleiter Winfried Grunewald, Natalia Schoof von der Schulbibliothek und eben Christel Schwenger.

Um die vielen Namen zu komplettieren, wurden die Klassensieger des Vorentscheids vorgestellt, die um den Schulsieg ins Rennen gingen: Joshua Prell-Hoven vertrat seine Klasse 6a und Niklas Cremer Klasse die 6c. Da die Gewinnerin der 6b erkrankt war, meldete sich Max Freitag freiwillig und bekam vorab einen besonderen Applaus für seinen spontanen Einsatz.

Sodann ging es ans Vorlesen. In der ersten Runde lasen die drei Schüler aus einem selbst ausgesuchtem Buch ein paar Minuten vor, eine erste Tendenz war erkennbar. In der sich anschließenden kurzen Pause erkundigte sich Schwenger bei dem Publikum danach, was gutes Vorlesen überhaupt ausmacht. Den Schülern fiel eine Reihe an Kriterien ein, so bestätigte sich, dass unter anderem ein lauter und deutlicher, ein weder zu schneller, noch zu langsamer Vortrag ohne Texthänger besonders gut bewertet wird. Musikalisch wurde es zudem auch, denn stimmten alle gemeinsam mehrere Lieder an, die sich durch Körpereinsatz und das Singen im Kanon auszeichneten.

Anschließend ging es in die zweite Vorlese-Runde. Bibliothekarin Schoof hatte dazu das Fremdbuch „Silber“ von Kerstin Gier herausgepickt, aus dem jeder der drei Teilnehmer eine unterschiedliche Passage vorlas. Hierbei zeigte sich, dass das Vorlesen ohne Vorbereitung auf den spezifischen Text die Unterschiede verringerte, die sich in der ersten Runde offenbart hatten. So fiel es der Jury nicht leicht und sie nahm sich die Zeit, den würdigen Gewinner zu ermitteln. Schulleiter Grunewald machte es spannend und kürte schließlich die Plätze. Auf den 3. Platz hatte es der spontan eingesprungene Max Freitag geschafft, Zweiter wurde Niklas Cremer und den Sieg trug Joshua Prell-Hoven davon.

Doch auch nach dem Wettbewerb geht es weiter. Zunächst darf Sieger Joshua Prell-Hoven bei dem Weihnachtskonzert der Schule seine Lesekünste nochmals präsentieren. Darüber hinaus misst er sich bald mit den Siegern anderer Schulen um den ersten Platz in der Städteregion Aachen. Danach folgt möglicherweise noch die Landes- und Bundesebene.

Wie weit der Weg für den Sieger auch geht, Christel Schwenger freute sich über die abermalige Durchführung des jährlichen Wettbewerbs. Die Ziele sind klar: (Vor-)Lesen ist nicht nur eine schulische Aktivität, das Lesen für sich, aber auch in der Öffentlichkeit, fördert Sprach- und Persönlichkeitskompetenzen. Der Wettbewerb am Städtischen Gymnasium hat Tradition und regt die Schüler an, zu lesen und die Schulbücherei als schönen Ort wahrzunehmen.

(mah)
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