Comedian Benni Stark: Vom Einzelhandel rauf auf die Bühne

Comedian Benni Stark : Vom Einzelhandel rauf auf die Bühne

Mit Kappe, T-Shirt und Jeans betrat der ehemalige Herrenausstatter Benni Stark die Bühne im Talbahnhof. 13 Jahre lang war er im Einzelhandel tätig — genauer gesagt in der Textilbranche. „Wie gut das lief sehen Sie ja daran, dass ich heute hier in Eschweiler stehe“, erklärte Stark, der aus Kiel-Neumühlen-Dietrichsdorf stammt.

„Das ist ein Dorf, wenn man das googelt, wird man gefragt, ob man das wirklich sehen will.“ Keine Frage, Benni Stark nimmt sich gerne selbst auf den Arm.

In seinem neuen Soloprogramm begibt sich der 33-jährige Shootingstar an seine ehemalige Wirkungsstätte, die Verkaufsfläche eines großen Modehauses, wo er mit Leidenschaft seine Kundschaft beraten hat. In der Herrenabteilung erlebte er immer dasselbe Spiel: Die Frauen kommen zuerst herein, dann erst der Ehemann. Und die Frauen sprechen, nicht der Mann.

„Quasi wie im wahren Leben. Die Frauen haben das Sagen haben und Männer hören auf Kommando — auch beim Anzugkauf“, stellt der Comedian fest. In „The Fashionist Tour: #kleider. lachen. Leute“ schildert er die irren Facetten des Shoppings zwischen Mann und Frau. „Haben Sie einen Anzug in hellem Schwarz?“, war dabei eine der harmlosen Fragen, die er gestellt bekam. Ob „Das trägt man jetzt so“ oder „Das sind wir nicht“ — Benni Stark kennt viele Sprüche, vor allem von der weiblichen Kundschaft. Denn die Männer schweigen ja.

Schneller Erfolg

1985 in Preetz geboren, wuchs Benni Stark in Kiel auf, wo er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolvierte. 2015 wechselte der Wahl-Lübecker zur Comedy, denn er bringt gerne Leute zum Lachen, was im Einzelhandel nur bedingt möglich ist. Schnell stellte sich Erfolg ein und es blieb keine Zeit mehr für den eigentlichen Ausbildungsberuf.

Situationskomik

Wenn er schildert, was er tagtäglich in der Herrenabteilung so erlebt hat, ist das Situationskomik pur. „Es sind Alltagsgeschichten, die ich aus der Umkleidekabine heraus gehört habe, es geht um Jäger und Sammler und um junge Männer, die ihren Hochzeitsanzug kaufen wollen“, erklärte er.

Typisch für Männer sei, dass sie Kleidung nicht ändern lassen wollen, wenn eine Hose nicht passt. „Sie sagen dann ‚Ich nehme ab‘. Frauen dagegen sagen gern mal zu ihren Männern ‚Zieh das doch mal an, nur so zum Spaß‘. Aber Männer würden niemals nur so zum Spaß etwas anziehen. Die sind doch froh, wenn sie so schnell wie möglich wieder aus dem Laden raus sind“, schilderte Stark.

Auch beim Matratzenkauf ist er Experte. Seit elf Jahren hat er eine neue Beziehung und stellt fest, dass man da seien Gewohnheiten radikal verändert, nicht nur, was den Konsum von TV-Serien betrifft. Auch beim Bett. „Ich habe eine große Matratze mit in die Beziehung gebracht, die aber schlecht für den Rücken ist, also mussten zwei neue her“, erzählte der Comedian. Aber bei getrennten Matratzen sorge die Ritze für Probleme beim Kuscheln, weshalb der Verkäufer wiederum eine Liebesbrücke aus Schaumstoff empfehle.