Eschweiler: Volksliederabend bleibt voller Erfolg: Am Brunnen vor dem Tore abgerockt

Eschweiler : Volksliederabend bleibt voller Erfolg: Am Brunnen vor dem Tore abgerockt

Wenn im Abstand weniger Minuten zahlreiche begeisterte Sänger das von einem gewissen Ludwig van Beethoven vertonte Schiller-Gedicht „An die Freude“ anstimmen, nachdem kurz zuvor die „Capri Fischer“ lautstark bei im Meer versinkender Sonne in See gestochen sind, dann steht fest: Der einmal mehr vom „Arbeitskreis Mundart“ des Eschweiler Geschichtsvereins in Kooperation mit der Volkshochschule initiierte „Volksliederabend“ war auch im Jahr 2017 ein voller Erfolg.

Kein Stuhl war leer, als mit Leo Braun der Organisator des Treffens die Gäste im Kulturzentrum Talbahnhof erwartungsvoll begrüßte, um kurz darauf einen wundervollen „Eisbrecher“ zu präsentieren. Die jungen Sänger des Kinderchors der Pfarrgemeinde St. Severin Weisweiler eröffneten das Liederfest mit einem Loblied an alle Großmamas der Welt.

Wunderbare Eisbrecher: Die jungen Sänger des Kinderchors St. Severin Weisweiler eröffneten den Volksliederabend mit einer Ode an die Omas dieser Welt und ermutigten die Zuhörer mit dem Pfadfinderlied „Flinke Hände, flinke Füße“, die Welt zu verbessern. Foto: Andreas Röchter

Heintjes Schlager „Oma so lieb“ dürfte bei nicht wenigen Zuhörern so manche Erinnerung in unterschiedliche Richtungen geweckt haben. Ihren gelungenen Auftritt rundeten die Mädchen und Jungen aus St. Severin mit dem Pfadfinderlied „Flinke Hände, flinke Füße“ ab, mit dem sie alle Menschen aufforderten, sich zu bemühen, die Welt zu verbessern.

„Singen macht froh - alle singen mit“: Die Gäste des Volksliederabends legten sich stimmgewaltig ins Zeug und erfüllten das Motto mit Leben. Foto: Andreas Röchter

Als dann neun gestandene Herren in standesgemäßen Fracks in Richtung Bühne schritten, sich auf eben dieser zum auffällig ähnlich gekleideten Horst Goerres gesellten, der wie schon seit vielen Jahren den Volksliederabend am Piano begleitete, und mit wohlklingenden Stimmen „Am Brunnen vor dem Tore“ zum Besten gaben, war die Verwunderung im Publikum und bei Leo Braun groß. Doch die Aufklärung folgte schnell: Bei den Herren handelte es sich um einen beachtlichen Teil des Ensembles „Riesling Harmonists“, das schon so manchen Fernsehauftritt, vornehmlich im Heimatsender SWR, absolvierte und von Horst Goerres geleitet wird.

Stimmungsvolle Begleitung: Yvonne Laws und Horst Goerres luden das singfreudige Publikum erfolgreich ein, bekannte Volkslieder anzustimmen. Foto: Andreas Röchter

Der gute Freund von Leo Braun, der im rheinland-pfälzischen Ort Neumagen-Dhron lebt, hatte der „guten Seele“ des Volksliederabends versprochen, womöglich vier Sänger mit an die Inde zu bringen — und sich bei diesem Vorhaben wohl ein wenig „verzählt“.

„Doppeltes Quartett plus eins“

„Eine verdoppelte Überraschung als Überraschung für Sie“, kommentierte Leo Braun sichtlich überrascht. Das „doppelte Quartett plus eins“ ließ sich jedenfalls nicht zweimal bitten und überzeugte das Publikum mit der Wiedergabe der Lieder „In einem kühlen Grunde“, „Sah ein Knab ein Röslein steh‘n“ sowie zu guter Letzt „Morgen muss ich fort von hier“ auf ganzer Linie. Zwischendurch begaben sich die Moselaner auf die Spuren ihrer Vorbilder, als sie einfallsreiche Interpretationen der „Comedian-Harmonists“-Ohrwürmer „Veronika, der Lenz ist da“, „Wochenend und Sonnenschein“ sowie „Mein kleiner grüner Kaktus“ präsentierten. Der Evergreen „Ein Freund, ein guter Freund“ bedurfte schließlich der Verstärkung in Person von Leo Braun.

Ein weiteres traditionelles Herzstück des Volksliederabends stellte das „Mitsingen“ des Publikums dar, das sich auch im Motto „Singen macht froh — alle singen mit“ widerspiegelte. Und so erklangen aus rund 200 Mündern unter anderem die Lieder „Im Frühtau zu Berge“, „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, „Alle Vögel sind schon da“, „Ännchen von Tharau“, die Vertonung des Heine-Gedichts „Loreley“, die Ode „An die Freude“ und „Es dunkelt schon in der Heide“. Neben Horst Goerres am Piano begleitete Yvonne Laws das singende Publikum am Akkordeon.

Donnernder Applaus

Die lautstark geforderte Zugabe gehörte dann wieder den „Riesling Harmonists“, die eindrucksvoll verdeutlichten und vertonten, dass es absolut möglich ist, auch zur Melodie von „Rock around the Clock“ am Brunnen vor dem Tore zu stehen.

Donnernder Applaus belohnte die Sänger, bevor Mundartler Alfred Wings zum Mikrofon schritt, um Leo Braun Dank auszusprechen. „Leo, du bist nach wie vor die Antriebsfeder unseres Arbeitskreises und für den Volksliederabend unverzichtbar!“ Dann machten sich alle Sängerinnen und Sänger beschwingt auf den Heimweg. Womöglich schon mit Vorfreude auf den Volksliederabend 2019. Zunächst fiebern die Verantwortlichen des Arbeitskreises aber dem Mundartabend 2018 entgegen. Und zahlreiche Inde-städter tun dies wohl auch!

(ran)