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"Videmus Pacem": Musical zum Frieden in Eschweiler

Auftakt zur „Nacht der offenen Kirchen“ : 22 Kinder tragen im Musical den Frieden in die Welt

Mit der Aufführung von „Videmus Pacem – Kinder suchen Frieden“ beginnt am Mittwoch die „Nacht der offenen Kirchen“. Bei der Generalprobe funktionierte bereits alles sehr gut. Doch die Entwicklung der Kinder geht über das Musical hinaus.

Paula und Anna sind aufgeweckte Kinder, die mit offenen Augen durch die Welt gehen. Selbst in einer friedlichen Umgebung aufwachsend, erfahren die beiden Schwestern aus Nachrichten unterschiedlichster Art, dass unzählige Gleichaltrige in den verschiedensten Ecken der Erde dieses Glück nicht haben und bereits in jungen Jahren Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung erleben.

Paula und Anna beschließen, sich auf den Weg zu machen, um den Frieden zu suchen. Ihre Freundin Johanna schließt sich ihnen an. Gemeinsam bereisen die drei Mädchen zahlreiche Länder und lernen viele andere Kinder kennen. Letztlich müssen sie aber feststellen, dass Frieden schaffen „im Großen“ leider eine sehr schwierige und komplizierte Sache ist.

Doch Paula, Anna und Johanna erkennen auch, dass jeder Mensch für Frieden in seinem eigenen Umfeld eintreten kann. Und viel Frieden „im Kleinen“ trägt auch und nicht unerheblich zu einer friedlicheren Welt bei.

„Videmus Pacem – Kinder suchen Frieden“ lautet der Titel des Kindermusicals, das 22 Grundschul- und Kindergartenkinder der Pfarrgemeinde Heilig Geist im Alter von zwei bis elf Jahren am frühen Mittwochabend im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ in der Pfarrkirche St. Antonius Bergrath aufführen. Um 17.30 Uhr erklingen die ersten Töne des Werks, das von Monika Erz bereits vor rund einem Jahrzehnt verfasst wurde und dessen Premiere im Jahr 2009 stattfand.

Den Kern des rund zweistündigen Musicals bilden insgesamt 18 Lieder der Sternsingeraktionen seit 2003. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ spielt nämlich im Leben von Monika Erz selbst seit Kindesbeinen eine große Rolle. „Seit meinem dritten Lebensjahr bin ich dabei“, sagt die Autorin. Die Idee, das Musical ein zweites Mal aufzuführen, stammt jedoch von ihrer Mutter Angela Pohl: „Beim Besuch des Katholikentags in Münster im Mai 2018 hörte ich während eines Konzerts Sternsinger-Lieder und entwickelte die spontane Idee, ‚Videmus Pacem’ noch einmal auf die Bühne zu bringen“, so die Gemeindereferentin der Pfarrei Heilig Geist.

Deren Verantwortliche traten an die Grundschulen und Kindergärten heran und eine stattliche Zahl von Kindern zeigte Interesse. Nicht alle legten den gesamten Weg zurück, der im vergangenen November mit der ersten Probe begann, doch 22 junge Darstellerinnen und Darsteller blieben übrig, die am Mittwoch in Rollen schlüpfen und sich gesanglich (Soli und Chor), tänzerisch und schauspielerisch in Szene setzen werden.

Musical hat Veränderung bewirkt

Auf der Suche nach Frieden nehmen die drei Mädchen Paula, Anna und Johanna die Zuschauer und -hörer mit auf die Reise in Länder wie Kolumbien, Peru, Kenia, Ruanda, Chile und Madagaskar. Dabei lassen die Darsteller Lieder wie „Kinder suchen Frieden“, „Du schickst uns als Boten aus“ oder „Wir haben einen Stern gesehen“ erklingen.

Dass Lampenfieber aufkommen könnte, bestreiten die Nachwuchsakteure zwar vehement, dafür hat Monika Erz aber eine andere positive Veränderung bei den Kindern festgestellt. „Einige, die zu Beginn der Proben noch sehr zurückhaltend waren, trauen sich inzwischen und sind selbstbewusst“, erzählt die Autorin. Nach der Generalprobe am Sonntag sitzen die Texte auswendig, und nicht nur Monika Erz und Angela Pohl fiebern der Aufführung, mit der die „Nacht der offenen Kirchen“ eröffnet wird, entgegen.

Die musikalische Leitung obliegt Ursula Ritzen, die die Sängerinnen am Klavier begleiten wird. Gleiches gilt für Sebastian Pohl und Manuel Ritzen an den Gitarren, Lucas Taxhet an der Trompete sowie Schlagzeuger Simon Pohl, der darüber hinaus die technische Leitung inne hat. Es ist also angerichtet: Die Suche nach Frieden kann unter der Überschrift „Videmus Pacem“ beginnen.