Eschweiler: Verschiedene Nationalitäten? Kein Problem!

Eschweiler: Verschiedene Nationalitäten? Kein Problem!

Die Offene Ganztagsschule und der Kids Klub der Eduard-Mörike-Schule in Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes OV Eschweiler verbrachten erneut die Ferien gemeinsam. Unter dem Thema „Willkommen im Abenteuerland“ hatten die Betreuer ein kunterbuntes Programm aus verschiedensten Workshops aber auch Ausflügen zusammengestellt.

Egal ob Salzteig-Figuren bauen, Bewegungsabenteuer und Sinnesparcour oder auch ein Ausflug zum Kirschbäumchen, einem Abenteuerspielplatz in Aachen, eine Schiffsfahrt über den Rursee oder eine Schnitzeljagd entlang der Inde mit anschließender Schatzsuche — für jeden war etwas dabei.

Am Mittwoch veranstalteten sie eine Modenschau, zu der jedes Kind landestypische Kleidung mitbringen konnte, denn über 20 Nationalitäten sind an der Grundschule vertreten. Anschließend machten sie mit Blätterteig Würstchen im Schlafrock — da jedoch viele muslimische Kinder die Schule besuchen, werde kein Schweinefleisch verwendet. „Darauf achten wir sehr“, erklärt Brigitte Adjei.

Die Vielfalt der Nationalitäten und auch Religionen stelle für die Kinder jedoch zu keiner Zeit ein Problem dar, im Gegenteil: „Wenn ich sage, es ist schwierig, würde ich lügen“, so die Betreuerin. Die Kinder sähen keine Nationalitäten oder Farben, sondern würden höchstens über einen Namen lächeln, der etwas anders klingt.

Das Gemeinschaftsleben unter den Kindern sei sowieso toll, da die Großen sich auch um die Kleinen kümmern und ihnen bereits viel erklären würden. Wenn jemand noch nicht wisse, wo die Toilette ist, würde er sofort an die Hand genommen. Und auch wenn die Betreuerin das Ruhezeichen mache, wüssten die meisten bereits, was das bedeutet.

Inklusion generell sei ein schwieriges Thema, doch keines für die Kinder — sie würden sich gegenseitig helfen, auch wenn jemand ein Handicap habe. Und das soll natürlich auch durch die gemeinsamen Aktivitäten anlässlich der Ferienspiele gestärkt werden.

„Die Kinder wollen unterhalten werden“, lacht Brigitte Adjei, man könne jedoch super mit ihnen arbeiten, da sie so begeisterungsfähig seien. Sätze wie „langweilig“ oder „keine Lust“ hätten sie als Betreuer in den vergangenen sechs Wochen nicht gehört.

Doch natürlich seien solche Ferienspiele auch anstrengend. Im Vorfeld werden Überlegungen über ein mögliches Thema sowie passende Ausflüge und Aktivitäten gemacht, die selbstverständlich kindgerecht sein müssen und den Kindern Spaß machen sollen. Auch sollten sie sich nicht wiederholen. Und Ferien finden ja nicht nur einmal im Jahr statt. Nur die Übernachtung am Donnerstag vor dem letzten Ferienwochenende sei mittlerweile gesetzt, da die Kinder sich darüber jedes Jahr am meisten freuen.

Oft brächten sie Bettlaken von Zuhause mit, um Gespenst zu spielen und ihre Betreuer ordentlich zu erschrecken. Einmal habe es draußen gewittert, viele Kinder hätten Angst gehabt. Da hätten die Betreuerinnen kurzerhand Geschichten erzählt, um sie abzulenken. „Da muss man einfallsreich sein.“ Doch trotz der ganzen Arbeit bringe es einem so viel, da die Kinder auch Feedback geben. „Es ist so schön, mit Kindern zusammen zu arbeiten“, fasst Brigitte Adjei stellvertretend zusammen.

Bei den Ferienaktivitäten und Workshops handelt es sich ausschließlich um Projekte des Kinderschutzbundes und nicht der Schule. Daher wird ein Großteil der Kosten über den Spendenetat des Kinderschutzbundes und über die Eltern finanziert. Die Ferienbetreuung findet während aller Ferien des Jahres sowie an Brückentagen statt. Rund 30 Kinder nahmen in diesen Sommerferien an dem Programm teil. Die Betreuer sind Hilde Uber, Gabriele Arndt, Brigitte Adjei, Hans Meyer und Valentina Benke.

(jlm)
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