Eschweiler: Verliebtsein und andere Verrücktheiten des Alltags

Eschweiler: Verliebtsein und andere Verrücktheiten des Alltags

Es sind die Gedanken eines „mittelalterlichen” Menschen, mit denen Joachim Peters sein dichterisches Debüt gibt: Unter dem Leitthema „Verliebtsein und andere Verrücktheiten des Alltags” präsentiert er im Culture-Café fünf Stationen seines Lebens in Gedichtform, in gelungener Abstimmung begleitet von Violetta Palatinus an der Querflöte.

„Das macht mein Leben lebenswert” nennt er die erste und thematisiert seine „zweite Heimat”, die Mittelmeerländer, sowie Mütterchen Russland, das er als „zweite Mutter” bezeichnet.

Für ein bewussteres Leben und Genießen plädiert er, als er vom „unverschämten Luxus” spricht, sich einfach einmal Zeit zu nehmen - was heute kaum mehr einer tut. Selbst journalistisch tätig, betrachtet er sein eigenes Tätigkeitsfeld dennoch kritisch: „Es ist genug” ruft er seinen Zuhörern zu, als er vom Missbrauch der Sprache spricht - und das nicht zuletzt in seinem eigenen Metier, dem Journalismus, wo allzu oft Dinge schöngeredet oder gar verschleiert werden.

„Liebe und Liebeswerben” ist ein Lob an Goethe, den „obersten Olympier”, dessen Werke Peters wichtige Inspiration geben. War der erste Teil der Lesung noch realistisch und recht grell, folgt nun ein eher zarter, lyrischer Teil.

Musik von Claude Debussy unterstreicht die romantische, unerfüllte Sehnsucht, die Peters in „Ersehnte Annäherung” beschreibt. Es folgt ein Gedicht über die manchmal buchstäblichen „Eroberungsschlachten”, bevor „König Drosselbart” schließlich von der Belohnung nach ausdauerndem Werben spricht: der Liebe als märchenhafte Erlösung.

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