Eschweiler Sportplätze werden saniert: Vereine ohne Interesse an der Sportförderung

Eschweiler Sportplätze werden saniert : Vereine ohne Interesse an der Sportförderung

Alle 49 Eschweiler Sportvereine waren im Mai eingeladen, sich mit Ideen und Wünschen am Sportförderplan der Stadt zu beteiligen. Zu den beiden Workshops kamen 22 Vereine. Von den restlichen 27 hielten es 26 nicht einmal für nötig abzusagen oder sich zu entschuldigen.

Im Sportausschuss der Stadt gab es empörte Reaktionen. Eines der Mitglieder regte sogar an, den desinteressierten Vereinen die Zuschüsse zu kürzen.

Dabei geht es beim Sportförderplan um Geld. Um manchmal sehr viel Geld. Ob ein Vereinsheim schon im nächsten Jahr saniert wird oder erst in fünf Jahren, ob ein Zaun erneuert oder nur ein wenig geflickt wird, ob eine Sporthalle ein neues Dach bekommt oder ein Fußballplatz neuen Rasen – alles das steht im Sportförderplan der Stadt, der gerade überarbeitet wurde. Eigentlich, so wunderten sich die Politiker, müssten die Vereine doch Schlange stehen. Taten sie aber nicht. Allein bei den Eschweiler Fußballvereinen fehlten mit SC Berger Preuß, Rhenania Lohn, Fortuna Weisweiler, Sportfreunde Hehlrath und SV St. Jöris fünf der zehn Vereine.

Auch die Stadtverwaltung zeigte sich frustriert, weil das Organisieren von Workshops viel Arbeit mache und auch nicht billig sei.

Einige Anregungen und Vorschläge der zu den Workshops erschienenen Vereine wurden in den Förderplan eingearbeitet, vor allem aber die Ratschläge eines im März vorgelegten Gutachtens zum Zustand der Sportplätze. Das Ergebnis: Allein im kommenden Jahr sind 255.000 Euro notwendig, um die Sportplätze in Eschweiler zu verbessern. Das letzte Wort liegt wie immer beim Stadtrat, der den Haushalt beschließt.

Die Liste der Verbesserungen reicht vom Kampf gegen buddelnde Maulwürfe bis zur nagelneuen Beleuchtung. Vor allem im Waldstadion muss investiert werden. Dort soll im nächsten Jahr ein Zaun als Schutz vor Wildschweinen gebaut werden, er kostet 50.000 Euro. Auch die Tribüne wird saniert. Und die Sportfreunde Hehlrath, obwohl beim Workshop nicht vertreten, dürfen sich im kommenden Jahr über LED-Strahler für fast 40.000 Euro freuen.

 Noch in diesem Jahr muss die Tartan-Laufbahn in Dürwiß saniert werden. Um den Verschleiß der Bahn zu verlangsamen, wird die rote Nutzschicht für 100.000 Euro erneuert. Das sollte dann für etwa zehn Jahre reichen. Die anschließend fällige komplette Erneuerung wird auf 910.000 Euro geschätzt.

Der 2005 angelegte und seitdem intensiv genutzte Kunstrasenplatz in Bergrath kommt in die Jahre. In zwei bis fünf Jahren muss er erneuert werden. Das wird eine halbe Million Euro kosten. Dass dieser Platz überhaupt so lange hält, ist laut Stadtverwaltung der sehr engagierten Pflegemannschaft des Vereins zu danken. Dabei sind diese Mitglieder von Falke Bergrath nicht mehr die Jüngsten und es fällt ihnen schwer, die großen Mengen Laub, die im Herbst auf dem Gelände liegen, bis zum Container am Haupttor zu bringen. In diesem Herbst soll es einfacher werden. Der Container kommt auf den Parkplatz, damit die fleißigen Helfer kürzere Wege haben.

Im Dürwisser Freibad wird 2020 mit 140.000 Euro die Pflasterfläche erneuert. In den nächsten fünf bis zehn Jahren müssen dort Umkleiden und Trennwände und auch Teile der Boden- und Wandbeläge erneuert oder zumindest repariert werden. Auch an neue Spielgeräte im Freibad wird gedacht.

 Der Sportausschuss beschloss einstimmig den überarbeiteten Sportförderplan. Die Mitglieder kamen weiterhin überein, dass wesentliche Änderungen alljährlich den Sportpolitikern mitgeteilt werden.

(fe)