Eschweiler: Unterwegs zu sich selbst im Zeichen der Muschel

Eschweiler: Unterwegs zu sich selbst im Zeichen der Muschel

Zwölf Jahre ist es her, dass der Virus ihn gepackt hat. Seither lässt er ihn nicht mehr los: Mehr als 3000 Kilometer ist Dr. Martin Thull bereits auf Jakobswegen gewandert - unterwegs im Zeichen der Muschel zwischen Bonn/St. Augustin und Santiago de Compostela.

„Ich bin als Wanderer gestartet und als Pilger geendet”, sagt Thull über seine Erfahrungen auf einem Weg, der wohl jeden, der sich auf ihn einlässt, letztlich zu sich selbst führt.

Zu sich und anderen: Mitmenschen, denen man unterwegs begegnet, Wanderer und Pilger mit dem selben Ziel. Bewegende Begegnungen, erinnert sich Martin Thull, Bilder und Sätze, die im Herzen bleiben, wenn Santiago de Compostela längst erreicht und der Alltag wieder eingekehrt ist.

„Manchmal kommt es mir vor, als würden auch meine Spuren auf dem Camino gelöscht, würden verblassen im Laufe der Jahre. Außer vielleicht bei der einen Pilgerschwester, dem anderen Pilgerbruder. Bleibende Erinnerungen aus Gedankenfetzen, Gesprächsminuten. Nachklingend, so wie bei mir Spuren anderer haften geblieben sind”, sagt der promovierte Erziehungswissenschaftler und Mit-Geschäftsführer des Zeitungsverlags Aachen.

Viele dieser Spuren hat er bewahrt: In bislang vier Büchern, die Thull über den Jakobsweg und seine Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Weg nach Santiago verfasst hat. Szenen aus dem Rheinland wie aus den Pyrenäen, Erinnerungen an Blasen an den Füßen, zehn Kilo Gepäck auf dem Rücken, an sengende Hitze, beschwerliche Anstiege, aufgeweichte Pfade und an den inneren Schweinehund. An schöne, lustige und traurige Begegnungen. Und an die gewisse Leere, wenn das wochen-, monate-, jahrelang angestrebte Ziel Santiago endlich erreicht ist.

Martin Thulls Bücher sind ebenso informativ wie unterhaltsam: für all diejenigen, die das große Ziel noch vor Augen haben, ebenso wie für die, die es schon erreicht haben und gerne in Erinnerungen schwelgen. Denn Thulls Bücher sind nicht nur wertvolle Reisevorbereiter und -begleiter, sondern auch gespickt mit wunderbaren Fotos des Jakobswegs und seiner Stationen.

Am Mittwoch, 22. April, zeigt Martin Thull die schönsten seiner Bilder auf Einladung des Lions-Clubs Eschweiler Ascvilare im Kulturzentrum Talbahnhof. Und berichtet dabei über seine ganz persönlichen Erfahrungen. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt (8 Euro) kommt Jugendprojekten in Eschweiler zugute. Karten gibt es in der Raiffeisen-Bank, der Genius-Apotheke und im Talbahnhof sowie an der Abendkasse.