Die Vielfalt der Art Open: Unterwegs in wunderbaren Phantasiewelten

Die Vielfalt der Art Open : Unterwegs in wunderbaren Phantasiewelten

Bunte Vielfalt in der Indestadt: Mehr als 80 Künstler präsentierten am Wochenende ihre Werke bei der traditionellen Art Open. Seit 16 Jahren erfreut sich die von Kulturmanager Max Krieger  organisierte Kunstroute quer durch die Innenstadt  großer Beliebtheit.

Die Art Open ließ auch dieses Mal keine Wünsche offen -  für jeden Geschmack war etwas dabei.

An 22 Stätten hatten die Kunstschaffenden ihre Exponate, die von Malereien, Skulpturen, Fotos, Drucke bis hin zu extravagant bemalten Schaufensterpuppen  reichten,  ins rechte Licht gerückt. Und besonders am Sonntag sah man immer wieder große Gruppen an Kunstinteressierten von „Galerie zu Galerie“ eilen.

Kirche und Kirschenhof

Ruth Schüller hat erst vor drei Jahren mit dem Malen begonnen. Die Autodidaktin liebt es, verschiedene Materialien in ihre Werke „einzubauen“. Foto: Irmgard Röhseler

Die Werke von 80 Künstlern in zwei Tagen bestaunen, das glich schon einem Marathon. Und alle aufzuzählen und zu beschreiben, würde ein Buch füllen. Darum hier ein paar Auszüge:

Der Begriff „hortus conclusus“ vereinigt die Arbeiten von Edith Bachmann (Foto) und Monika Jonas. Die beiden Künstlerinnen haben die Raiffeisenbank in einen sinnlichen umschlossenen Garten verwandelt. Foto: Irmgard Röhseler

In der Pfarrkirche St. Peter und Paul beispielsweise zeigte eine Gruppe aus professionellen Künstlern und Designern namens ContActon (Hedi Eichelmann i.V. Dieter Eichelmann), Stephanie Radermacher, Astrid Bohne, Mareijke Düttmann, Edith Bachmann, Elena Staroistina, Willi Arlt, Alexander Göttmann, Fronk, Karl Heinz Henrici und Franz Josef Kochs ihre  beeindruckenden Gemälde, Drucke und Skulpturen.

Einzigartig: die Skulpturen von Alexander Göttmann. Foto: Rudolf Müller

Im Kirschenhof gab es eine Vielfalt in Farbe, beispielsweise die Exponate der jungen Malerin Alicia Wolf. Die gebürtige Eschweilerin, die 2010 den ersten Platz beim Kunstförderpreis der Stadt Eschweiler belegte,  befasst sich gerne mit der griechischen Mythologie,  malt aber auch gerne Landschaften.  Ihre Werke zeichnen sich durch den berühmten „roten Faden“ aus.

Adria Moura ist bereits zum sechsten mal bei der Art Open vertreten. Ihre abstrakten Werket, hat sie auch schon bei der Art Market Budapest ausgestellt. Foto: Irmgard Röhseler

Leuchtende Landschaften

Gleich nebenan präsentierte Rosangela Mildner ihre Bilder, die von Leid, Trauer aber auch von einem fröhlichen Leben erzählen.  Die Brasilianerin entdeckte nach einem schweren Unfall ihre Liebe zur Kunst und begann zu malen.   Ihre Bilder, die teils in dunklen, teils in leuchtend bunten Farben gehalten sind, regen zum Nachdenken an.

Adria Mouras intensiv leuchtende Farblandschaften zeichnen sich durch den Kontrast zwischen im harte Konturen eingefasste abstrakt-organische Formen und fließende Farbübergänge aus. Ungewöhnlich ist die Maltechnik der Brasilianerin, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt und in der Stätte Markt 11 ausstellte: Sie arbeitet ausschließlich mit Buntstiften auf Aquarellpapier.

Multitalent Eckhard Pelky bot die passende Musik zu seinen Fotos. Foto: Irmgard Röhseler

Blues und Reggae

In der Dreieinigkeitskirche lockte die Künstlergruppe „Mal mal im Pott“ mit einem breit gefächerten Angebot. Die Künstlerinnen Ursula Kemper, Renate Suarr, Petra Bär, Marlies Meier-Frenken und Christa Tenkmann zeigte von realistischer bis hin zur abstrakten Kunst die unterschiedlichsten Arbeitstechniken: Malereien und Skulpturen hatten das Gotteshaus in eine bunte Galerie verwandelt.

Bunt illuminiert: die Baumreihen am Markt. Foto: Rudolf Müller

Fotograf Eckhard Pelky und Musiker Helmut Güldenberg zeigten eine besondere Performance in der Villa Fanesen (ehemaliges Seniorenzentrum) an der Marienstraße. Sie präsentierten nicht nur per Video das Nachtleben von Manhattan, sondern griffen dabei auch zur Gitarre (Pelky) und   Saxofon (Güldenberg) und unterstrichen die sehenswerte Schau mit einem Blues, oder aber auch einen Film über Jamaika mit einem mitreißenden Reggae.

Stein und Edelstahl

Der Stolberger Waldemar Broll  kam per Zufall zu seinem Hobby. Der Skulpturenbauer kreierte für eine Freundin einen Riesenvogel aus Stein und Edelstahl. Die Begeistertung im Freundeskreis ermunterte ihn weitere Objekte zu gestalten. In seinem Ausstellungsraum  an der Marienstraße 48 gesellten sich schräge  Vögel zu  Uhus und Katzen.

Die Werke der Eschweiler Künstlerin Ruth Schüller sind zum größten Teil großformatig und farbenfroh und. Die Autodidaktin begann vor drei Jahren mit der Malerei. Dabei hat sie ihren eigenen Stil entwickelt und bringt besonders gerne Tiere auf die Leinwand.

Entschleunigung

Edith Bachmann und Monika Jonas haben die Raiffeisenbank in einen umschlossenen Garten verwandelt. In der Mitte des Ausstellungsraumes zieht ein farbenfrohes Blättermobile  aus japanischer Strohseide als Herzstück des wundervollen Gartens direkt alle Blicke auf sich. Auf diese Installation, die sich -  indirekt beleuchtet - wie in einem Brunnen widerspiegelt,  ist Bachmann besonders stolz: „Monika Jonas und ich haben Monate lang daran gearbeitet.  Unser Wunsch ist es, diese wundervolle Arbeit anschließend kostengünstig an ein Hospiz abzugeben!“  Aber auch die großflächigen Bilder  der beiden Künstlerinn greifen das Thema „hortus conclusus“ auf und stehen für das „Inne-Halten“ und für die Entschleunigung  im menschlichen Leben. Diese Ausstellung war und ist eine der sieben Sonderprojekte der Art Open.

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