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Eschweiler: Ungarn machen sich in Eschweiler schlau

Eschweiler : Ungarn machen sich in Eschweiler schlau

Besuch aus dem ungarischen Mosonmagyarvár empfing am Montag Reinhard Gawlak, Geschäftsführer des Caritas-Behindertenwerks. Zwei Tage wird die Delegation die Werkstätten in Eschweiler sowie in Würselen und Alsdorf besichtigen.

Dabei wollen die ungarischen Gäste Informationen über die Arbeit mit behinderten Menschen in Deutschland sammeln.

Die Stadt Mosonmagyarvár mit 31.000 Einwohnern liegt rund 60 Kilometer östlich von Wien und gehört zu den 16 historischen Städten Ungarns. Sie hat ein Tagesheim für 20 Behinderte, dessen Leiterin Erzsébet Csiba die Delegation anführte. Wunsch der Ungarn ist, das Tagesheim, in dem auch einige der Behinderten einer Tätigkeit nachgehen, zu vergrößern und sie in ein Wohnheim umzuwandeln.

Bei einem Wettbewerb, den das ungarische Sozialministerium ausgeschrieben hatte, gehörte die Behinderten-Tagesstätte in Mosonmagyarvár unter den 270 Mitstreitern zu den 30 Auserwählten, die nun an einem von der EU geförderten Projekt teilnehmen dürfen.

Über Judit Azizi von der Universität István Széchenyi, die als Expertin im Thema Behindertenbetreuung gilt, kam die Verbindung zum Caritas-Behindertenwerk in Eschweiler zustande.

Kontakt aufgefrischt

Bereits vor acht Jahren war die Dolmetscherin im Zuge eines „Tempus-Programms” zwischen ihrer Heimatstadt und der Fachhochschule Aachen hier zu Gast. „Erst in der vergangenen Woche kam der Anruf aus Ungarn. Dann musste alles ganz schnell gehen. Aber während auf höheren Ebenen die Mühlen der Bürokratie recht langsam mahlen, haben hier beide Seiten kurz entschlossen gehandelt”, berichtet Reinhard Gawlak.

Am Montagvormittag besuchte die Gruppe, zu der auch der stellvertretende Bürgermeister Károly Szentkuti sowie Vertreter der Investitions-Firma gehören, das Werk I auf der Aachener Straße. Reinhard Gawlak führte die Besucher durch die Wäscherei, Druckerei sowie die Bereiche Montage-Verpackung, Klinik und Küche.

Am Dienstag geht’s weiter

Auch der Neubau, nach dessen Fertigstellung insgesamt 300 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen werden, stieß auf großes Interesse. Investitionen in Höhe von 2,6 Millionen Euro werden dort umgesetzt. Am Nachmittag folgten Besuche in der neuen Schreinerei in Weisweiler sowie im Wohnheim Odilienstraße. Am Dienstag stehen Besichtigungen der Werke Würselen und Alsdorf auf dem Programm.

Im kommenden Sommer wird das von der EU geförderte Projekt seinen Abschluss finden. Reinhard Gawlak hofft, dass die Verbindung nach Ungarn bestehen bleibt: „Vielleicht ist es ja möglich, das Behindertenwerk in Mosonmagyarvár in den bereits bestehenden Verbund mit Werken in Großbritannien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden einzubinden.”