Eschweiler: Unermüdliches Laufen für den guten Zweck

Eschweiler : Unermüdliches Laufen für den guten Zweck

Als Thorsten Schönen von dem Unglück erfuhr, war für ihn klar: „Ich muss helfen“. Sein Arbeitskollege Ahmet Demir ist vor kurzem im Alter von 36 Jahren gestorben. Er erlitt einen Herzinfarkt während der Arbeit in dem Rohbau, der einst zum Zuhause für seine Familie werden sollte. Als er gefunden wurde, war es zu spät.

Zurück bleiben drei kleine Kinder und seine Lebensgefährtin. Um die junge Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen, beschloss Thorsten Schönen eine Spendenaktion zu organisieren. „Ich wollte irgendwie irgendetwas machen“, erklärt er. Also informierte er Peter Borsdorff, der seit 24 Jahren mit seiner Aktion „Running for Kids“ für den guten Zweck an Laufveranstaltungen in der Region teilnimmt. Insgesamt hat er bereits 1,95 Millionen Euro gesammelt. Nun geht er für die Familie Demir bei den „10 Kilometern von Dürwiß“ an den Start. „Er sagte sofort zu. Alles was ich tun sollte, war die Zeitung zu informieren und am Tag der Siegerehrung die Spenden entgegen zunehmen“, erklärt Schönen.

Auszeit für die Familie

In Dürwiß gehört Borsdorff mit seiner Aktion schon fest zum Programm. Traditionell sammelt er dort für die beiden Eschweiler Kindertagesstätten Katharina Fey und Käte Strobel jeweils 750 Euro. „Einen großen Teil habe ich schon zusammen. Ich möchte versuchen, nochmal 1500 Euro für die junge Familie einzuholen.“ Für Thorsten Schönen klingt das perfekt: „Das Geld würde schon reichen für eine Woche am Meer — damit die Familie eine Auszeit nehmen kann.“

Demir war ein Arbeitskollege von Schönen. Über ein Talent-Programm wurde er Teamleiter bei der Post am Stützpunkt Aachen. „Er hat sehr korrekt gearbeitet, ihm stand eine gute Karriere bevor“, weiß Schönen. Auch wenn sie sich gerade mal ein halbes Jahr lang kannten, hatte Demir immer ein offenes Ohr für seinen Kollegen. „Er war ein sehr feiner Mensch. Er hat geholfen, wo er konnte. Nun möchte ich helfen“, sagt Schönen.

Dieses Engagement, weiß Peter Borsdorff, ist „in der heutigen Zeit, in der die Gesellschaft egoistischer wird“, nicht mehr selbstverständlich ist. „Es ist schön zu sehen, wenn sich die Nachbarn in diesen Fällen einsetzen.“ Borsdorff sagt, dass seine Entscheidung, für Kinder zu laufen, das Beste war, was er tun konnte. „Für mich war es die große Wende“. Auch er hat vor vielen Jahren seine Frau verloren, und erinnert sich noch gut an einer ihrer letzten Sätze: „Lauf weiter für die Kinder.“ Und das tut er. Das nächste Mal am 4. August in Eschweiler bei den „10 Kilometern von Dürwiß“.

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