Trotz längerer Öffnungszeiten: Saison im Freibad Dürwiß geht zu Ende

Saisonende im Freibad : „Das ist jeden Tag wie eine Stunde Urlaub“

Seelenruhig ziehen knapp 20 Schwimmer ihre Bahnen im Freibad Dürwiß. Die Temperaturen liegen bei 15 Grad, es ist bewölkt. Nur ab und zu kommt die Sonne durch, hin und wieder fallen aber auch ein paar Regentropfen. Den Stammgästen macht das nichts aus, sie genießen eine Woche vor Saisonende noch die frische Luft.

Einmal halten alle kurz inne: als Dieter Kaltenbach – selbst Dauerkarteninhaber – mit der Trompete „Il Silentio“ zum Besten gibt. Spätestens jetzt wissen sie: Die letzten Sommertage sind angebrochen.

In diesem Jahr haben die Badegäste sogar noch Glück, denn die Saison wurde um eine Woche verlängert. Eigentlich wäre an diesem Wochenende schon Schluss, jetzt können sie noch bis kommenden Freitag die Anlage in Dürwiß nutzen. „Wir sind riesig froh und dankbar, dass wir noch die Möglichkeit haben, eine Woche länger draußen zu schwimmen“, freut sich Thekla Lohmann. Sie kommt täglich mit ihrer Mutter aus Alsdorf nach Dürwiß, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun und das Wasser zu genießen.

Theoretisch könnte Lohmann auch ins Freibad nach Merkstein fahren, was in direkter Nähe zu ihrer Heimatstadt liegt. Aber sie bevorzugt schon lange die Anlage neben dem Blausteinsee. „Das Bad ist schöner und familiärer, ich bin früher schon immer mit meiner Tochter hier schwimmen gekommen“, sagt die 63-Jährige. Die Atmosphäre drumherum spielt für Lohmann eine große Rolle. „Das ist für mich jeden Tag wie eine Stunde Urlaub“, sagt sie.

Dieter Kaltenbach spielte zum Saisonabschluss „Il Silentio“ für die Badegäste. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Trudi Söfker sieht das ganz ähnlich, seit fünf Jahren kommt sie täglich in Dürwiß schwimmen. „Mein Arbeitsleben habe ich hinter mir, jetzt genieße ich hier die Natur mit dem tollen alten Baumbestand.“ Zum angenehmen Schwimmen im Grünen kommt noch etwas dazu: die Gemeinschaft. Die Gruppe der Stammgäste trifft sich jeden Tag am frühen Morgen im Wasser, kennengelernt haben sie sich alle erst beim Schwimmen. „Bei uns ist jeder herzlich willkommen“, sagt Söfker fröhlich.

„Wir schwimmen auch im Regen“

Marlene Münstermann schwimmt schon rund 20 Jahre ihre Bahnen im Dürwisser Becken. „Ich habe hier schon mit meinen Kindern Urlaub gemacht, jetzt komme ich oft mit meinen Enkelkindern“, sagte die 77-Jährige. Die bringt sie morgens aber nicht mit, da will sie ihr Schwimmprogramm durchziehen. Da sind sich im Übrigen alle einig: egal bei welchem Wetter. „Wir schwimmen auch im Regen“, betont Münstermann.

Das glaubt Gabriele Korsten sofort. Die Badebetriebsleiterin ist begeistert, wie die Dauerbadegäste jeden Tag an der frischen Luft ausnutzen. „Die würden wahrscheinlich auch kommen, wenn es draußen schneit“, sagt Korsten lachend. Grund dafür sind eine Wassertemperatur von 26 Grad sowie beheizte Umkleideräume. „Die Bedingungen sind im Grunde wie im Hallenbad, nur dass man an der frischen Luft schwimmen kann.“

Deshalb hat das Freibad Dürwiß auch wieder ein gutes Jahr hinter sich. 56.498 Menschen besuchten das Bad bis Ende August, am Ende der Saison werden rund 57.000 Gäste in der Bilanz stehen. „Wenn man die Supersommer 2003 und 2018 mal außen vor lässt, war dieses Jahr das beste im Vergleich“, sagt Ute Bodden vom Bäderteam zufrieden.

Den besucherstärksten Tag verzeichnete das Team am 28. Juni (3186 Gäste). Insgesamt 57 Saisonkarten hat das Team verkauft, dazu kommen 17 Ferientickets. Die meisten Stammgäste haben eine Jahreskarte, die dann auch für das Hallenbad gültig ist. Korsten schätzt die Anzahl auf etwa 250.

Seit der Sanierung stellt Korsten außerdem fest: „Es ist mehr ein Familen- und Seniorenbad geworden, für die Jugend fehlt eine richtige Attraktion.“ Damit geht sie auf den Wunsch einiger Besucher ein (siehe Infobox), wieder einen Sprungturm zu installieren. Es sei nicht immer einfach, „vom Säugling bis zum Greis“ alle Interessen abzudecken. Bodden gibt zu bedenken, dass dafür ein weiteres Becken gebraucht würde. „Das Bäderpersonal ist für jede Attraktion dankbar, aber man muss einfach gucken, was machbar ist“, sagt Bodden.

Mehr von Aachener Zeitung