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Eschweiler: Toller Einstand für neue Tanzmarie

Eschweiler : Toller Einstand für neue Tanzmarie

Bis weit nach Mitternacht war am Samstag die Festhalle Dürwiß fest in schwarz-gelb-blauer Hand.

Die „Eschweiler Scharwache” hatte zu ihrer traditionellen Galasitzung eingeladen. Und wenn „Mutter Scharwache” ruft, verhallt dies nicht ungehört. Ganz im Gegenteil, kein Platz war mehr freigeblieben in der proppenvollen Festhalle.

Durch das mehr als fünfstündige Programm führte in gewohnt souveräner und lockerer Manier Scharwach-Präsident Dr. Heinz Jansen.

Den Auftakt bildete pünktlich um 19.11 Uhr der Einmarsch des uniformierten Korps der 1882 gegründeten Karnevalsgesellschaft, die zum indestädtischen Fastelovend gehört wie die Kamellen zum Rosenmontagszug.

Lauthals stimmten die Scharwächter und ihre Gäste im Saal das Scharwachlied an, bevor die Uniformierten eine Kostprobe des „Stippeföttche” boten und die Scharwachjugend einige Kostproben ihrer Tanzeskünste zeigte.

Als erster Höhepunkt des Abends erwies sich der Vortrag von Jürgen Beckers, der im vergangenen Jahr in Alsdorf als Prinz Karneval das Narrenzepter schwang. „Ex-Prinz”, so Beckers, „ist ein Gefühl, als wär die Frau weggelaufen und Du hättest jetzt ne Putzstelle bei der Schwiegermutter.” Beckers war zum ersten Mal als Büttenredner bei der Scharwache und erhielt für seine Rede die erste Rakete des Abends.

Ihre Premiere bei einer Galasitzung der Scharwache feierten auch „Die Weisweiler”, die mit schmissigen kölschen Melodien die Menschen im Saal zum Schunkeln brachten.

Weitere Programmpunkte in der ersten Hälfte der Sitzung waren die Büttenrede von Scharwach-Eigengewächs Christoph Herzog, der als „Steiger” die Lacher auf seiner Seite hatte, sowie die Showtanzgruppe Nothberg. Für ihre beeindruckende akrobatische Leistung wurden die jungen Damen und Herren aus Nothberg mit der zweiten Rakete des Abends belohnt. Nach der Pause jagte wieder ein karnevalistischer Höhepunkt den anderen.

Den Einmarsch der Scharwache untermalten die „Jagdhornbläser” der Karnevalsgesellschaft musikalisch. Dann galt es, das neue Tanzpaar der Scharwache vorzustellen: Susanne Rhiem und Thomas Carduck.

Die beiden jungen Scharwächter tanzen erst seit November zusammen, boten daher „nur” einen Gardetanz, keinen eigenen Mariechentanz. Aber keine Frage: mit Susanne Rhiem und Thomas Carduck hat die Scharwache zweifellos ein viel versprechendes neues Tanzpaar gefunden.

Zur Tradition bei den Galasitzungen der Scharwache gehören die Besuche befreundeter Karnevalsgesellschaften. Diesmal war es die KG Eefelkank Hastenrath, die der Scharwache mit Tanzgarde, Jugendtanzmariechen und Brasselskapelle ihre Aufwartung macht. Vor dem großen Finale, bei dem sich noch einmal alle Aktiven der Gesellschaft auf der Bühne sammelten, bot das Programm zum Abschluss noch einen rednerischen und einen musikalischen Leckerbissen.

Zunächst stieg „Scharwachmüsje” René Külzer in die Bütt („70 Prozent aller Frauen stehen auf Muskelprotze. So ein Pech: 85 Prozent aller Muskelprotze stehen nicht auf Frauen”), sodann sorgte das Scharwach-Quintett mit eigenen Liedern und kölschen Karnevalsklassikern für ausgelassene Stimmung. Stipp, Stipp, Hurra!