Eschweiler: Tischtennisspieler aus Eschweiler schafft es erstmals in die K.-o.-Runde

Eschweiler: Tischtennisspieler aus Eschweiler schafft es erstmals in die K.-o.-Runde

Der Indestädter Guido Schmitz hat am Pfingstwochenende bei der Deutschen Einzelmeisterschaft der besten 48 Tischtennisspieler in der Senioren-40-Klasse in Dillingen a. d. Donau teilgenommen, für die er sich im Dezember des vergangenen Jahres als Westdeutscher Vizemeister qualifiziert hatte.

Und das, obwohl er seit circa drei Jahren das Tischtennisspielen deutlich reduziert hat. „Nach dieser Westdeutschen Meisterschaft habe ich wieder richtig Lust auf Tischtennis gehabt und mein Zeitpensum in der Halle wieder etwas erhöht“, sagt Schmitz. Bei seinen bisherigen drei Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften war jeweils nach den Gruppenspielen Schluss.

„Bislang bin ich immer knapp in der Gruppe gescheitert. Besonders im Kopf geblieben ist mir dabei das Aus vor zwei Jahren in Kassel, als ich in einer starken Vierergruppe als Dritter mit 2:1 Spielen ausgeschieden bin und dabei den letztjährigen Deutschen Vizemeister Piotr Frackowiak vom TTC Elz aus Hessen mit 3:2 besiegen konnte. Mir fehlte nur ein Satz, um als Gruppenzweiter weiterzukommen. Das war schon ärgerlich.“

Deshalb lautete die Zielsetzung für das Turnier in Dillingen, „endlich mal die Gruppenphase zu überstehen“. Dafür hatte sich der Linkshänder entsprechend vorbereitet. Drei Monate vor dem Turnier begann er wieder zweimal wöchentlich ernsthaft zu trainieren.

Die nötige Wettkampfpraxis holte er sich in diesen drei Monaten Vorbereitungszeit in vier Rückrundenpartien seines Vereins, der TG Neuss, in der Oberliga mit einer 3:2-Spielbilanz und regelmäßigen Einsätzen in der Senioren-40-Mannschaft des TV Erkelenz, die er als Spitzenspieler mit 12:6 Spielen zur Westdeutschen Mannschaftsvizemeisterschaft im April dieses Jahres in Weilerswist führte.

Der Aufwand sollte sich lohnen. Innerhalb seiner Vierergruppe war Schmitz anhand der Spielstärke, die anhand von sogenannten QTTR-Punkten ermittelt wird, nur der vermeintlich drittstärkste Akteur. Das erste Spiel musste er direkt gegen den Gruppenkopf, Wolfgang Dörner (QTTR 2037), Nummer 3 des Hessenligisten SV Viktoria Preußen, bestreiten.

In einem hochklassigen Spiel behielt Schmitz in einem wahren Tischtenniskrimi mit 11:9 im Entscheidungssatz die Oberhand. Sein zweites Einzel gewann er klar mit 3:0 gegen die Nummer 2 der Gruppe, Jan Hermann (QTTR 2001), Spitzenspieler beim Oberligisten Hertha BSC Berlin. Ebenso deutlich hielt er Joachim Baustert (QTTR 1911), Nummer 2 vom VfR Simmern in der 1. Rheinlandliga, mit 3:0 in Schach. Das Ziel war endlich erreicht, der erstmalige Einzug in die K.-o.-Runde bei einer Deutschen Meisterschaft.

Als Gruppensieger erwartete den Eschweiler Linkshänder der Regionalligaspieler Horst Geyer (QTTR 1994) vom TG 1953 Langenselbold aus Hessen. „Nach 1:0 Satzführung und 10:8 für mich im zweiten Satz habe ich den Faden verloren. Knackpunkt war der verlorene zweite Satz. Es war mehr drin“, so Schmitz. 11:13, 7:11 und 8:11 gingen die Sätze zwei bis vier und somit das gesamte Match an den Hessen. An der Seite von Wolfgang Gerth (BSV GW Flüren) im Doppel und Sandra Agresti (WRW Kleve) kam das Aus nach gewonnenen Erstrundenpartien jeweils in Runde 2.

Dennoch zog Schmitz ein positives Fazit: „Es war ein tolles Erlebnis mit vielen schönen Momenten. Spielen können hier wirklich alle, da hängt viel von der Tagesform ab. Ich werde auf jeden Fall versuchen, im nächsten Jahr wieder bei den Deutschen Meisterschaften dabei zu sein.“ Diese finden dann in Erfurt statt. Und wer weiß, vielleicht schafft es Guido Schmitz ja dann noch ein bisschen weiter als in diesem Jahr.

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