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Humorvolle Probe: Theater macht Freude

Humorvolle Probe : Theater macht Freude

Die Theatergesellschaft Fröhlichkeit hatte zur ersten Aufführung ihres aktuellen Stücks geladen. Dieses Mal nahmen sich die Theaterfreunde gehörig selbst auf die Schippe, denn der Einakter von Claudia Gysel „Theater macht Freude“ zeigte auf humorvolle Art die Schwierigkeiten, die eine Theaterprobe manchmal so mit sich bringt.

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass herrschte am vergangenen Freitagabend vor dem Bergrather Pfarrsaal an der Pfarrer-Kleinermann-Straße schon großer Andrang. Die Theatergesellschaft Fröhlichkeit hatte zur ersten Aufführung ihres aktuellen Stücks geladen. Dieses Mal nahmen sich die Theaterfreunde gehörig selbst auf die Schippe, denn der Einakter von Claudia Gysel „Theater macht Freude“, zeigte auf humorvolle Art die Schwierigkeiten, die eine Theaterprobe manchmal so mit sich bringt.

Doch zunächst wurde das Publikum von Claudia (Claudia Kucharz), der Wirtin der Besenschänke begrüßt, die zunächst einmal ihr Leid darüber klagte, dass die Theaterleute, die bei ihr in den Räumen proben, immer so einen Dreck hinterließen. Ganz geschafft von ihrer Putzaktion griff sie erst einmal zum Flachmann: „Isch muss mich ens jrade ene krije“, woraufhin sie erst einmal das gesamte Publikum zu einer Lokalrunde einlud: „Wasser, Cola, Limo, Bier, jespritz is zu dür!“

Dann traten Denise (Denise Bergrath), Janina (Janina Claer), Iris (Iris Claer) und Michael (Michael Kahlen) auf die Bühne, immer gefolgt von Wirtin Claudia, die ihnen mit dem Besen demonstrativ hinterherwischte. Denise, die ehrgeizigste unter den Laienschauspielern, hatte einen neuen Regisseur besorgt, der jedoch noch auf sich warten ließ. In der Zwischenzeit diskutieren die drei über ihren Auftritt, der schon in fünf Wochen sein soll.

Die Besorgnis, bis zur Aufführung nicht mehr alles rechtzeitig proben zu können entgegnet Iris mit „Wir schaffen das schon“, während ihre Hände die bekannte „Merkel-Raute“ bilden.

Als Regisseur Sven Spülberg (Sven Kucharz), der ansonsten nur mit Profis arbeitet, endlich eintrifft, ist er erst einmal entsetzt: „Die Bühne ist zu klein, da haben Sie ja gar keinen Platz zum Spielen.“ Doch die Bedenken des „Superregisseurs“ werden von Denise trocken gekontert: „Wir sind gerade am Abnehmen!“

Augenrollend beginnt Sven Spülberg daraufhin mit den Proben und muss erst einmal mit Schrecken feststellen, dass Janine eine Männerrolle spielen muss, da es dem Theater an Männern fehle. Dazu besteht die Theatertruppe bei der männlichen Hauptrolle auf dem Namen Roman, und nicht Romeo, was Spülberg ebenfalls mit Verwunderung hinnimmt.

Als dann die Szene aus „Romeo und Julia“, in der Tybalt, Cousin von Julia und Rivale Romeos, von diesem mit einem Degen erstochen wird, geprobt werden soll, zieht Janina anstatt einem Degen ein Pistole. Das ist zu viel für den Regisseur, der die Proben daraufhin unterbricht. Einen Degen hätten sie nicht, erklären sich die Theaterleute genervt. „Thybalt ist erstochen worden! Der Typ wird schon seit 400 Jahren erstochen. Nur weil sie keine richtigen Requisiten haben, wird er jetzt nicht erschossen“.

Nach weiteren lustigen Missverständnissen und vielen Beschwerden des Hochdeutsch-sprechenden Regisseurs, der hiesige Akzent sei „schrecklich“, kommt dann heraus, dass das Theater gar nicht für „Romeo und Julia“ probt, sondern für das Stück „Julia und der Sepp auf der Alm“. Dazu hatte sich der Regisseur im Ort geirrt, er war eigentlich vom „Dramatischen Verein Hastenrath“ engagiert worden, war jedoch aus Versehen in Bergrath gelandet.

Die neue Souffleuse Elke (Elke Kessels), die in ihrem Job eher als „Suffleuse“ brilliert, die Vorsitzende des Theaters Petra (Petra Grün) sowie zwei Pizzaboten (Max Kucharz und Michael Grün), die am Ende noch dazu kommen, machten das lustige Chaos und die Verwirrung perfekt. Das Publikum im proppenvollen Pfarrsaal quittierte das Spiel mit einem tosenden Applaus und feierten das Ensemble begeistert.

Doch nach dem fidelen Stück war der Abend im Bergrather Pfarrheim noch lange nicht vorbei: Manfred Bornholz und Sven Kucharz begeisterten als musikalisches Duo „Taste of Wood“ mit Blues-und Rock-Covern ihr Publikum, und ließen den gemütlichen Abend gesellig ausklingen. Im März führen die Bergrather Theaterfreunde übrigens ihr nächstes Stück auf, das den vielversprechenden Titel „Kreuzfahrt im Schweinestall“ trägt.