Eschweiler: Tausende Lichter strahlen in der Fußgängerzone um die Wette

Eschweiler: Tausende Lichter strahlen in der Fußgängerzone um die Wette

Tausende Lichter, die sich an Ketten über die Straßen hangeln, lassen die Fußgängerzone ab Mittwochabend wieder in weihnachtlichem Glanz erstrahlen.

27 große Lichterketten haben die Mitarbeiter eines Elektrik-Betriebes in den vergangenen anderthalb Wochen über der Englerth-, Neu- und Grabenstraße aufgehängt. Jede Kette trägt zwischen 60 und 72 Leuchten.

Wie viele Ketten installiert werden, bestimmen die Geschäftsleute der einzelnen Straßenzüge selbst. Sie entscheiden, wie viel sie investieren wollen, damit die Fußgängerzone im weihnachtlichen Glanz erstrahlt. „Die Organisation liegt bei den Geschäftsleuten”, sagt Klaus Bartholomy, Vorsitzender des Citymanagements.

Das Citymanagement sieht seine Aufgabe darin, „Anstöße zu geben und organisatorisch im Hintergrund tätig zu sein”. Ein einzelner Kaufmann übernehme eher die Verantwortung in der eigenen Straße, glaubt Bartholomy. Jede Straße hat sogenannte Kümmerer, in deren Händen die Organisation der weihnachtlichen Beleuchtung liegt.

Deutlich weniger

An der Grabenstraße machen in diesem Jahr 29 von 60 Geschäftsleuten mit. Das sei deutlich weniger als in den Vorjahren, sagt Ursula Dittrich die sich dort mit Arno Flamm um die Organisation kümmert. Deshalb wurde die Zahl der Lichterketten über der Grabenstraße von 14 auf 7 reduziert.

Hinzu kommen zwei Namensschwünge an den Köpfen der Straße. Insgesamt werden sich die Kosten für die Beleuchtung der Grabenstraße auf rund 4000 Euro belaufen, schätzt Dittrich. Darin sind die Stromkosten enthalten, Versicherungsbeiträge und die Kosten für die Leuchtmittel sowie für den Auf- und Abbau.

An der Grabenstraße zahlt jeder, was er möchte. 100 Euro hatten sich Dittrich und Flamm vorgestellt. Manche zahlen 50 Euro, andere zahlen 200 Euro, wieder andere zahlen überhaupt nichts. Die Finanzierung käme zwar so eben hin, zufrieden könne man mit der Resonanz aber nicht sein.

„Wenn jeder zahlen würde, sähe es anders aus. Es wird immer schwieriger”, sagt Dittrich. Dann könnte auch etwas Geld an Seite gelegt werden, das dringend gebraucht wird, wenn die Lichterketten in absehbarer Zeit mit Energiesparlampen ausgerüstet werden müssen - noch werden sie mit herkömmlichen Glühbirnen betrieben.

Einen Grund für die mangelnde Beteiligung sieht Dittrich darin, dass immer weniger Geschäfte von Eigentümern geführt werden und Filialen großer Ketten sich nur selten mit der Stadt identifizierten. Hinzu komme, dass einige Geschäftsleute die Frage stellen, was sie davon haben, wenn an ihrem Laden keine Beleuchtung befestigt wird.

„Aber davon profitiert ja die gesamte Straße”, ist Dittrich überzeugt. Eine unbeleuchtete Grabenstraße wäre für sie unvorstellbar. Sie würde sich wünschen, dass die Geschäftsleute der Grabenstraße Einheit demonstrieren. „Die an der Neustraße schaffen es ja auch”, sagt sie.

An der Neustraße hängt die Höhe der Beteiligung von der Größe des Geschäfts ab. Von 42 Händlern beteiligen sich dort 35 an der Aktion. Bei den anderen handele es sich um Filialen und Leerstände, sagt Mitorganisator Adi Farina, der mit der Resonanz sehr zufrieden ist. Im vergangenen Jahr hat die Beleuchtung dort insgesamt rund 4500 Euro gekostet.

In diesem Jahr sei zwar mit einem Minus von 500 Euro zu rechnen, das aber durch Sponsoren aufgefangen werden könne, erklärt Farina. Die Umstellung auf Energiesparlampen treibt aber auch ihm die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Kosten seien eben nur über einen Sponsor oder höhere Beiträge zu decken, und dann bestehe die Gefahr, „dass die Leute abspringen”, fürchtet Farina.

Die Englerthstraße geht in diesem Jahr einen anderen Weg, nur die großen Namensschriftzüge hängen über der Straße. Mehr Beleuchtung wird es in diesem Jahr nicht geben - zumindest nicht von oben. Die Geschäftsleute wollen ihr Läden schmücken und so Licht in die Straße bringen.

Die meisten Kaufleute der Englerthstraße würden ihre Geschäfte dort noch nicht lange betreiben, und die alten Inhaber hätten viele Informationen nicht an ihre Nachfolger weitergegeben, so dass in Sachen Weihnachtsbeleuchtung zunächst Ratlosigkeit geherrscht habe, berichtet Margret Lennartz, die nun die Organisation übernommen hat. Nach einigem Hin und Her habe man sich auch mit Blick auf die Kosten dazu entschlossen, einen Gegenpol zur Graben- und Neustraße zu bilden.

„Wenn schon neu, dann auch anders. Wir schmücken die Straße nostalgisch romantisch”, sagt Lennartz. Dazu werden die Straßenlaternen mit rot-goldenen Schleifen verziert, in den Eingängen sollen Laternen mit Kerzen Licht ins Dunkel bringen und in den Schaufenster sollen kleine Lichterketten für Stimmung sorgen. Die Kosten schätzt Lennartz auf rund 1000 Euro.

Im nächsten Jahr soll auch die Marienstraße im weihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen. Die Verantwortlichen befinden sich zurzeit mit Sponsoren in Verhandlungen. Derzeit lägen mehrere Angebote von zwei Anbietern vor, die sich je nach Ausführung zwischen 11 700 und 28.000 Euro bewegten, sagt Bartholomy.

Den Marktplatz will Kulturmanager Max Krieger in weihnachtliche Atmosphäre tauchen und dazu die Bäume rings um den Platz nach „großstädtischem Vorbild” mit Lichternetzen und -schläuchen erstrahlen lassen.

Außerdem würde er gerne die Kirchenfenster von innen beleuchten, falls der Pfarrer sein Einverständnis gibt. „Wenn wir schon keinen Weihnachtsmarkt haben, dann soll der Marktplatz als Zentrum wenigstens durch die Beleuchtung weihnachtliche Stimmung verbreiten”, sagt Krieger.

Er hofft, dass aus der Aktion „etwas Neues entsteht”, und dass die Gastronomen rund um den Marktplatz Eigeninitiative zeigen und mitziehen, in dem sie ihre Lokale entsprechend dekorieren. Krieger könnte sich auch spezielle Weihnachtsangebote der Gastwirte vorstellen, wie zum Beispiel ein Glühweinverkauf vor dem Haus oder besondere Weihnachtskonzerte in den Gaststätten.

Krieger rechnet mit Kosten von bis zu 1000 Euro. Die EWV ist von dem Vorhaben begeistert und sagte finanzielle Unterstützung zu. Der Aufbau soll in der kommenden Woche beginnen, zum Zweiten Advent soll dann alles fertig sein.

Die bevorstehende Umrüstung auf Energiesparlampen könnte schon im nächsten Jahr zu einem Finanzierungsproblem führen. Bis 2012 sollen die herkömmlichen Lampen aus dem Handel verschwinden. Für die komplette Erneuerung (inklusive Marienstraße) rechnet Bartholomy mit Kosten in Höhe von rund 80.000 Euro.