Eischwiele: Tausende Jecken feiern auf dem Marktplatz

Eischwiele: Tausende Jecken feiern auf dem Marktplatz

Die Stimmung auf dem Eschweiler Marktplatz war hervorragend, und auch das Sönnchen ließ sich am Mittwoch das eine oder andere Mal blicken. Karneval in Köln? Das ist Schnee von gestern! Die Sessionseröffnung feiern eingefleischte Karnevalisten natürlich in der Indestadt.

Doch nicht nur bei den Eschweilern erfreut sich die Veranstaltung auf dem Marktplatz, die die Jupp-Carduck-Gesellschaft (JCG), bestehend aus Äu Lersch, Klaus Delille, Christian Leuchter, Michael Henkel, Werner Henkelmann, Guido Streußer, Guido Adrian und Manfred Brandt, bereits im fünften Jahr organisiert, immer größerer Beliebtheit.

elf Foto: Essers/Müller

Der Grund: ein Programm der Superlative, das nicht nur Besucher aus der gesamten Region, sondern sogar aus Wuppertal an die Inde zieht.

elfkwetsch Foto: Essers/Müller

Karl-August „Äu“ Lersch, Mitglied der JCG, läutete den Countdown ein. Dass dieser erst um 11.13 Uhr anstatt um 11.11 Uhr stattfand, störte die zahlreichen Karnevalisten keineswegs. Vielmehr stimmten sie zu Beginn gemeinsam mit der JCG und den Inde-Singers in den Titel „Hey, ihr Jecke“ ein, der traditionell an diesem Tag angestimmt wird.

elfmarie Foto: Essers/Müller

Singen und schunkeln

elftanz Foto: Essers/Müller

Bereits zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung auf dem Eschweiler Marktplatz bestens. Das Publikum schunkelte und sang zu den Klängen der Inde-Singers, die Titel wie „Ohne dich ist alles doof“ und „Die Mädcher“ zum Besten gaben. Natürlich durfte auch der „Laridah“ nicht fehlen.

pinz Foto: Essers/Müller

Einen ganz besonderen Tag erlebten am Mittwoch Barbara und Udo Bey. Das waschechte Eischwiele Mädche und der Jong aus Lohmar gaben sich am Mittwoch in der Indestadt das Ja-Wort und machten anschließend einen Abstecher zum Marktplatz. Dort ließen sie sich vom Publikum feiern und tanzten auf der Bühne ihren Hochzeitswalzer.

elf Foto: Essers/Müller

Dann ging es im abwechslungsreichen Programm Schlag auf Schlag. Die Formation Puddelrüh begeisterte mit bekannten kölschen Liedern wie „Ming eetste Fründin“, „Et jeiht kei Wood“ und „Stääne“. Doch auch ein eigener Titel durfte an diesem Tag natürlich nicht im Programm fehlen. „Träck met, Hand in Hand durch et Indeland“ heißt nicht nur das Motto der noch jungen Session, sondern auch das Mottolied der Eschweiler Band, bei dem die Jecke fleißig mitsangen.

elf Foto: Essers/Müller

„Verdamp stolz drop“

Wer bei einer Sessionseröffnung auf keinen Fall fehlen darf? Na klar: Prinz und Zeremonienmeister natürlich. René Schönenborn und Daniel Asara fühlten sich auf der Bühne pudelwohl. „Warum sollte man in große Städte fahren, um Karneval zu feiern?“, fragte Schönenborn die vielen Besucher, und auch Komitee-Präsident Norbert Weiland machte deutlich: „Dat es Eischwiele Fastelovend ,und do sin mer verdamp stolz drop.“

Diese Meinung teilte auch Bürgermeister Rudi Bertram. Er fasste die Veranstaltung in einem Wort treffend zusammen: „Beeindruckend!“ Außerdem gratulierte der Verwaltungschef der JCG zu der tollen Idee. „Es ist wichtig, dass der Name Jupp Carduck in Eschweiler weiterhin prägend bleibt“, meinte Bertram und fügte hinzu: „Manchmal denke ich, was würde Jupp jetzt dazu sagen. Er würde sich bestimmt jetzt pudelwohl fühlen.“

Ein besonderer Höhepunkt war an diesem Tag nicht nur der Auftritt der Ex-Prinzen, die ihren neuen Titel „Prinz en menger Stadt“, der aus der Feder von Christian Leuchter stammt, zum Besten gaben, sondern auch die Tänze von Denise Schumacher, Tanzmariechen der KG Onjekauchde Röhe, sowie der Höppe Krötsch aus Weisweiler. Letztere beeindruckten das Publikum auf dem Eschweiler Marktplatz nicht nur mit akrobatischen Hebungen, sondern lockten auch die Sonne für einige Minuten hinter den Wolken hervor.

Musik der Extraklasse

Weiter ging es im Programm mit Musik der Extraklasse: Mit dem „kölsche Jong“ fuhren die Kröetsch zunächst zum „Bickendorfer Büdche“ und stellten dann fest: „Dat jeiht vorbei“.

Hape Johnen, Trompeter und Sänger aus Baesweiler, ging zunächst in eine andere musikalische Richtung und startete sein Programm mit dem Titel „Dem Land Tirol die Treue“. Guido Streußer und Michael Henkel von der JCG hatten Johnen geraten, mit diesem Lied loszulegen. Etwas widerwillig hatte er sich darauf eingelassen, merkte jedoch schnell, dass die Eischwiele Jecke laut mitsangen. Natürlich durften auch die Klassiker wie „Ich ben ene Räuber“, „Drink doch ene met“ und „In unserem Veedel“ nicht fehlen.

Bevor eine Abordnung der Tanzpaare des Karnevals-Komitees der Stadt Eschweiler die Bühne zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung betrat und das Publikum mit seinem Tanz begeisterte, gaben die Mitglieder der Formation Trompetensound Die Weisweiler unter der musikalischen Leitung von Dietmar Krauthausen ihr musikalisches Können zum Besten und ließen das Publikum noch einmal Lieder wie „Heidewitzka, Herr Kapitän“ und „Meine Liebe, meine Stadt, mein Verein“ singen.

Mehr von Aachener Zeitung