Eschweiler Oktoberfest: Tausend Besucher feiern zu Schlager, Alpenrock und Ballermann-Hits

Eschweiler Oktoberfest : Tausend Besucher feiern zu Schlager, Alpenrock und Ballermann-Hits

Ein gutes Tausend ist feierwütig. Das 3. Eschweiler Oktoberfest ist — betrachtet man die Geschichte — nicht vergleichbar mit dem Münchner Original.

Geht das bayrische Volksfest auf ein Pferderennen anlässlich der Hochzeit des Kronzprinzen vor über 200 Jahren zurück, so ist die indestädtische Version weniger gebunden an einen historischen Anlass. Nichtsdestotrotz gleicht sich die ausgelassene Stimmung in München und in Eschweiler. Im ausverkauften Festzelt am Klejbor’s feierte die Menge am Samstag den Auftakt des kurzen, aber geballten Oktoberfests.

Was alles am ersten Tag bei der Wiesn-Gaudi in Eschweiler vorzufinden war, ist einprägsam aufgezählt: fesche Dirndl, zünftige Buam, gamsige Musik, kleine und große Maß, deftige Jausenplatten und vor allem mehr als ausgelassene und feuchtfröhliche Stimmung. So kam es, dass Bänke und Tische vor Feierlust zu bersten drohten, so gut gelaunt war das Partyvolk.

Bevor aber das Stimmungsbarometer stieg und stieg, begrüßte Bürgermeister Rudi Bertram die Besucherinnen und Besucher zum obligatorischen Fassanstich. Zu diesem Zeitpunkt war es noch hell, bereits um 16 Uhr hieß man im Festzelt am Klejbor’s nämlich die ersten Gäste willkommen.

Das Oberhaupt der Stadt freute sich auf die dritte Auflage, denn so können die „Indeländer“ das Flair des bayrischen Volksfestes direkt vor der Haustüre genießen. Grund genug für die Stadt, die Wiesn in Eschweiler zu unterstützen, sie werden als Bereicherung der jährlichen Veranstaltungen gesehen. Neben den Sponsoren trat vor allem der Karnevalsverein „Eschweiler Scharwache 1882 e.V.“ als Kooperationspartner auf.

Rocken in Lederhosen: Die Band „Alpenhohl“ war musikalischer Wiederholungstäter beim 3. Eschweiler Oktoberfest und brachte mehrfach süddeutsches Flair auf die Bühne. Foto: Manuel Hauck

Zünftige Musik gab es in den ersten Stunden mit dem Ensemble von „Alpenhohl“. Acht Köpfe sorgten mit verschiedensten Musikrichtungen für die ersten Töne, die zum Feiern animierten, von Schlager über Alpenrock, bis hin zu Ballermann, Neue Deutsche Welle und Rockklassikern. Neben Wiesn-Deejay Jörg Grewe stand die Band am Abend mehrmals mit ihren musikalischen Darbietungen auf der Bühne. Letztere war genau in der Mitte des Zelts aufgebaut, sodass mit dem Bühnenprogramm für alle Gäste die kürzeste Entfernung überbrückt wurde.

Zur Primetime um 20 Uhr wurde es dann Kölsch, „Brings“ sollte rocken. Und das taten sie mit ihren Hits. Der „Kölsche Jung“, „Halleluja“ und weitere Stimmungskracher wurden lauthals mitgesungen, die Menge scharte sich ganz nah um die Kultband herum. Eine knappe Stunde musizierten die Rheinländer, ehe sie von den Süddeutschen abgelöst wurden.

Den Sprung zurück erledigten schließlich „Druckluft“, die Moderator Grewe vergleichbar mit Querbeat ankündigte. Genauso laut, genauso ruhelos, genauso bewegungsreich stürmte das mehr als zehn Frau und Mann zählende und überwiegend aus Bläsern bestehende Ensemble das Festzelt und zeigte ein vielfältiges Repertoire. Ganz alte Klassiker aus der Domstadt wechselten sich im Minutentakt mit Partymusik aus vergangenen Jahrzehnten und fernen Ländern ab, aber auch bestens bekannte und aktuelle Lieder aus der Nähe wurden zum Besten gegeben.

Der erste Tag des Eschweiler Oktoberfests entließ die feierwütigen Tausend wohl überwiegend glückselig — von Musik, Geselligkeit und Speis und Trank — in die Nacht. Weitergefeiert konnte noch an diesem Abend auf der Afterparty in der Diskothek, doch der nächste Streich lässt nicht lange auf sich warten. Am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit geht es in die zweite Runde im Festzelt, mit Musik vom Ballermann mit Lorenz Büffel und Isi Glück.

(mah)
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