Interview: Tanja Ristof von den Maltesern spricht über das Arbeitsfeld Pflege

Interview : Tanja Ristof von den Maltesern spricht über das Arbeitsfeld Pflege

Bei den Maltesern verantwortet Tanja Ristof die sozialpflegerischen Ausbildungen und Lehrgänge. Jan-Philipp Düppengießer sprach mit ihr über ihre Arbeit und das Arbeitsfeld Pflege.

Frau Ristof, Sie bilden Menschen für die Arbeit im Pflegebereich aus. Was schätzen Sie besonders an Ihrer Tätigkeit?

Tanja Ristof: Ich bin bereits viele Jahre als Ausbilderin tätig. Meine Hauptmotivation liegt in meiner täglichen Arbeit mit den Absolventen, die ihren Weg in meine Kurse bei den Maltesern finden. Für viele Kursteilnehmer ist es die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg eine berufliche Veränderung einzuschlagen. Beispielsweise für Mütter, die nach Elternzeit oder längerer Pause einen Wiedereinstieg ins Berufsleben wagen. Oder junge Menschen, die bislang noch keinen Berufsabschluss erreicht haben oder ihre beruflichen Interessen noch nicht gefunden haben und einen ersten Schritt für den Start ins Berufsleben machen möchten.

Welche sozialpflegerischen Ausbildungen können absolviert werden und welche Voraussetzungen gibt es für die Teilnahme?

Tanja Ristof: Zum einen bilde ich Teilnehmende zu Schwesternhelferinnen oder Pflegediensthelfern aus. In diesem Kurs vermittle ich die Grundlagen der pflegerischen Arbeit. Zum anderen bietet der Aufbaukurs in Behandlungspflege die Möglichkeit, dass basismedizinische Tätigkeiten wie Blutzuckermessung, das Verabreichen von Insulinspritzen oder die Blutdruckkontrolle gelernt werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Fortbildungsmöglichkeiten. So können in unserem Palliativkurs sowohl Fachkräfte als auch interessierte Laien sich in dem Bereich fortbilden. Neben den pflegerischen Bildungsgängen, die wir anbieten, ist auch die Ausbildung zum Betreuungsassistenten möglich. Als Voraussetzungen für die Teilnahme gelten für alle Bildungsgänge ein Mindestalter von 16 Jahren und nötige Deutschkenntnisse in Wort und Schrift. Und natürlich das Interesse und die Motivation für den Einstieg in den Pflege- oder Betreuungsbereich.

Welche Aufgaben übernimmt ein Betreuungsassistent im Pflegealltag?

Tanja Ristof: Betreuungsassistenten übernehmen keine pflegerischen Aufgaben, sondern werden speziell für die Alltagsbegleitung von Menschen mit Demenz ausgebildet. Neben den Grundlagen dieses Krankheitsbildes erhalten die Absolventen Kenntnisse in Ernährung und Hauswirtschaft sowie über verschiedene Betreuungsformen, um dementiell erkrankte Menschen sinnvoll im Alltag beschäftigen und aktivieren zu können. Betreuungsassistenten können nach erfolgreichem Abschluss sowohl in Altenheimen als auch ambulant tätig werden.

An welche Momente oder Situationen erinnern Sie sich gerne zurück in Ihrer Arbeit als Ausbilderin?

Ausbilderin Tanja Ristof. Foto: Lukas Ritgens

Tanja Ristof: Viele ehemalige  Kursteilnehmer erhalten über die Jahre den Kontakt zu mir aufrecht, beispielsweise in weiteren Fortbildungen, die sie nach dem Start ins Arbeitsfeld Pflege gerne bei mir absolvieren. Einige ehemalige Schwesternhelferinnen und Pflegediensthelfer haben nach dem Berufseinstieg den Entschluss gefasst, dass sie doch noch die dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger oder zur Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung dranhängen. Die dreijährige Ausbildung schließen sie häufig mit sehr guten Ergebnissen ab. Das sind vor allem junge Menschen, die dann den nächsten Schritt im Arbeitsleben wagen, den sie sich zuvor nicht unbedingt zugetraut hätten. Sie haben dann ihren Platz im Arbeitsleben gefunden und sind gerne und mit großer Motivation in der Pflege tätig. Solche Werdegänge freuen mich immer sehr. Ich finde es toll, dass ich mit meiner Arbeit den Ausgangspunkt für ein erfolgreiches Arbeiten in den Pflegeberufen ermöglichen kann. Das macht mich zufrieden.