Eschweiler: Talbahnhof: Gagsalven von Brüller zu Brüller

Eschweiler: Talbahnhof: Gagsalven von Brüller zu Brüller

Über einen guten Witz lachen kann so ziemlich jeder, sich einen guten Witz merken, können viele, aber einen Witz auch gut erzählen zu können ist ein Talent, mit dem nur wenige gesegnet sind. Markus Krebs ist dies bezüglich nicht nur talentiert, sondern ein wahrer Olympionike des Lachmuskeltrainings.

Mit viel herbem Ruhrpottcharme, Kopfsocke und obligatorischer Sonnenbrille hatte der „Hocker-Rocker“ am Freitag sein Gag-MG durchgeladen und feuerte im Talbahnhof Pointensalven ab, dass selbst Fips Asmussen die Mütze weg geflogen wäre.

„Fragen Sie mal nach dem Weg und fahren dann ganz langsam weiter, während der Passant ihnen die Richtung erklärt. Der läuft mit!“, auch in den zwei Monaten schöpferischer Pause ist Markus Krebs dank seiner neuen Hobbies nicht langweilig geworden. Ob auf der Flucht vor dem Zugschaffner, der nach schweißtreibender Verfolgungsjagd im letzten Waggon dann schließlich doch die Fahrkarte vor die Nase gehalten bekommt, oder eingeklagtem Vaterschaftstest bei der recht attraktiven Frau des Kumpels ohne jeden Grund, dem Hocker-Rocker ist kein Gag zu schade, um sich mit Freunden, Verwandtschaft oder jedem anderen anzulegen.

Ob da seine Vergangenheit als Hooligan des MSV Duisburg noch Spuren hinterlassen hat? Jedenfalls machte Krebs am Freitag im ausverkauften Talbahnhof mit seiner eigenen Historie Reinschiff. Da wurde aber auch alles gnadenlos ausgepackt, von den ersten Worten im Alter von drei Jahren („Mama, die Nudeln sind matsche!“) bis zur Kegeltour seins Clubs „Udo zahlt alles“ auf die Reeperbahn, wo er nun unter dem Pseudonym „Die Ruhrpottklinge“ berüchtigt ist.

„Wieso ist in dem Wort ´lispeln´ eigentlich ein s?“, die Momente, in denen der Hocker-Rocker tiefsinnig wird, kann der geneigte Zuschauer an einer Hand abzählen, dafür trägt das Ruhrpott-Original sein Herz einfach zu sehr auf der Zunge. Mit einem Grinsen à la Stefan Raab und der Verzögerungstaktik eines Helge Schneiders kostet der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann jede Sekunde seiner zahlreichen Gags aus.

Bevor das Publikum sich von einem Lachanfall erholen kann, stolpert es schon in den nächsten Brüller. So genießt die „Top Five“ der besten Witze bei Markus Krebs´ Auftritten bereits Kultstatus und wurde auch am Freitag auf der Kleinkunstbühne von Walter Danz zum Besten gegeben, garniert mit Kurzwitzen aus dem scheinbar unerschöpflichen Repertoire des Duisburgers.

Natürlich durften auch die wunderbaren Figuren aus seinem näheren Umfeld nicht fehlen: Der „Igi“ kann immer noch keine Witze erzählen, „Rocco“ hat auf der Reeperbahn alles im Griff und der „Vollpfosten“ bereichert das kulturelle Abendland nach wie vor mit Weisheiten wie „Rom wurde nicht an einem Tag gesehen und nachts sind alle Katzen draußen.“.

Alles ist möglich

Ein Pilsken, Hocker und gut aufgelegtes Publikum, mehr braucht Markus Krebs nicht, um sich auf der Bühne wohl zu fühlen. Alles war am Freitag vorhanden, sogar neue Witze wurden dem Hocker-Rocker für sein neues Programm vom Eschweiler Publikum gereicht. Ob diese schon Einzug in das Programm seines zweiten Termins im Talbahnhof am kommenden Freitag finden werden?

Ob der Hocker-Rocker ob der zweimonatigen Pause wieder Support von Michael Schönen brauchen wird oder einige Gags mit viel Elan „versemmelt“? Alles ist möglich, wenn der „Comedy Grand Prix“-Preisträger von 2011 seine Kopfsocke überstülpt, die Sonnenbrille aufzieht und am Freitag erneut die Bühne des ausverkauften Talbahnhofs rocken wird.

(vr)