Eschweiler: Straße erinnert an Ehrenbürger Merckens

Eschweiler: Straße erinnert an Ehrenbürger Merckens

Vor wenigen Tagen enthüllte Bürgermeister Rudi Bertram ein Straßenschild, das an einen bedeutenden Sohn der Stadt erinnert: Hugo Merckens.

Die nach dem am 30. September 1871 geborenen und am 10. März 1955 verstorbenen Eschweiler Industriellen, Kommunalpolitiker, langjährigen Brandmeister der Feuerwehr und in vielerlei ehrenamtlichen Funktionen tätigen „Eischwiele Jong” benannte „Hugo-Merckens-Straße” steht kurz vor ihrer Erschließung. Sie verbindet demnächst die Garten- und die Friedensstraße mit der Jülicher Straße.

Den Beschluss, diese neue Straße nach Hugo Merckens zu benennen, fasste der Stadtrat am 12. Februar 2003 auf Antrag von Willi Wolter und Dr. Charles Hall, einem Enkel von Merckens.

Doch wer war Hugo Merckens, weshalb wurde er zum Ehrenbürger Eschweilers ernannt? Er hat nicht mehr und nicht weniger als Zeit seines Lebens, so betonte es der damalige Eschweiler Stadtdirektor Bernhard Sperlich 1951 in seiner Ansprache bei der Verleihung der Ehenbürgerrechte an Hugo Merckens, „am Schicksal unserer Stadt und ihrer Bürgerschaft immer regen und fördernden Anteil genommen”.

Beigeordneter

Von 1907 bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wirkte Merckens als Stadtverordneter (1907-1919), ehrenamtlicher Beigeordneter sowie als Kreistagsmitglied (1923-1933) maßgeblich an grundlegenden Maßnahmen zur Modernisierung der Stadt mit. Hierzu zählen unter anderem der Bau der Eschweiler Kläranlage und der Ausbau der Kanalisation, das Wasserwerk in Röhe sowie der Bau des Städtischen Gymnasiums an der Peter-Paul-Straße.

Hugo Merckens war einer der Mitgründer des „Eschweiler Verschönerungsvereins”, der - in gewisser Weise als früher Vorläufer des heutigen Citymanagement-Vereins - in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg vor allem unter der Ägide von Bürgermeister Ludwig Carbyn mit vielerlei Aktionen und Baumaßnahmen zur Modernisierung und Attraktivierung der aufstrebenden Industriestadt Eschweiler beitrug. Unter anderem wurde damals auf Initiative Merckens an der Hehlrather Straße ein Eislaufplatz angelegt.

Begeisterter Karnevalist

Als echter „Eischwiele Jong” beteiligte sich Merckens auch rege am indestädtischen Vereinsleben. So war er als begeisterter Karnevalist aktiver Scharwächter. Daneben war er auch Mitglied des Eifelvereins und mehrerer wohltätiger Organisationen. Lange Jahre wirkte er auch im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Eschweilers.

Merckens war ein erfolgreicher Unternehmer und Industrieller. Seine „Lackfabrik Merckens” war ein florierender Betrieb, in dem viele Eschweiler Beschäftigung fanden. Besonderes Engagement widmete Hugo Merckens der Feuerwehr, der er seit 1900 angehörte. Von 1922 bis 1933 war er Branddirektor der Eschweiler Feuerwehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte er als bereits betagter Mann für den Neuaufbau der Feuerwehr und beteiligte sich nach Kräften am Wiederaufbau seiner nach den Schrecken des Krieges am Boden liegenden Heimatstadt.

Im September 1951 wurde Hugo Merckens als Würdigung für seine Verdienste um die Stadt Eschweiler das Ehrenbürgerrecht verliehen. Das Straßenschild hält die Erinnerung an ihn wach.

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