Roothuus: Stimmungskiller Wetter? Auf gar keinen Fall!

Roothuus : Stimmungskiller Wetter? Auf gar keinen Fall!

Jo, et wor kalt. Jo, un et wor och nass. Un jetz? Prinz René und Zerm Daniel hatten bei der offiziellen Eröffnung des Straßenkarnevals im Rathaus natürlich das passende Motto im Gepäck: Mer fiere van morjens bes am Ovend, osere Eischwiele Fastelovend. Gemeinsam mit zahlreichen Jecken wurde Donnerstagmorgen ausgelassen im Eschweiler Rathaus gefeiert. Stimmungskiller Wetter? Von wegen!

Aber der Reihe nach. Wie jedes Jahr hatten sich schon rund eine Stunde vor 11.11 Uhr die ersten Jecken im Rathausfoyer eingefunden, um die besten Plätze an der längsten Theke der Indestadt zu ergattern und das Warten hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Um 11.11 Uhr schritt der Narrenherrscher gemeinsam mit Bürgermeister Rudi Bertram die Treppe in Richtung Foyer hinab.

Ein kurzer Blick nach draußen, dann ergriff der erste Bürger der Stadt das Wort. Es sei egal, ob es regne, gefeiert werde auf jeden Fall. Man solle sich auch von Wind und Regen die gute Laune nicht verderben lassen. Er erntete viel Applaus für seine Worte.

Die passenden Lieder

Prinz René I. ergriff dann das Mikrofon und ermunterte alle Karnevalsjecken, mit zu feiern. Das ließen sich die bunt Kostümierten nicht zweimal sagen. Traditionell spielt Peter-Heinz Arnolds bei der Rathausstürmung und er hat stets die passenden Lieder parat, um die jecke Menge in Stimmung zu versetzen.

Es wurde lauthals gesungen, getanzt und geschunkelt schon bevor Rudi Bertram für einige Tage ins zweite Glied rückte und die Herrschaft Prinz René I. übertrug.

Der verkündete sogleich: „Ab jetzt ticken die Uhren anders.“ Angeführt von den Prinzenbläsern bereiteten heizte er der närrischen Menge sofort ein.

Und er half selbstredend mit, die längste Theke (zwar nicht der Welt, aber definitiv der Indestadt) zu eröffnen. 300 Liter Bier hatte die Stadt einmal mehr springen (beziehungsweise fließen) lassen. Prinz René I., Zerm Daniel und der Bürgermeister packten traditionell mit an.

Tatkräftige Unterstützung

Natürlich wurden sie tatkräftig unterstützt, unter anderem vom Technischen Beigeordneten der Stadt Eschweiler Hermann Gödde, von Kämmerer Stefan Kaever und dem geschäftsführenden Karnevalskomitee der Stadt Eschweiler mit Norbert Weiland, Walter Münchow, Manni Wienands, Dieter Wolf und Christian Wolny sowie weiteren Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Sie hatten alle Hände voll zu tun, um die durstigen Narren zu bedienen.

Rauf auf die Theke

Natürlich hatte der Prinz auch seine Lieder im Gepäck, die er mit den Narren sang. Aus den Kehlen drang lauthals: „Eemol im Johr, dat es doch sonneklohr, außer Rand und Band, im schönen Indeland. Me träcke durch de Stadt, die völl zu beede hat, wie et Jüppche vam Graaf — Dreimol Eischwiele Alaaf. Me fiere va morjens bes am Ovend, osere Eischwiele Fastelovend. Mir senn all enn oss Städche jebore, on do blieve me, dat hamme oss jeschwore.“ Prinz und Zeremonienmeister hielt es da schon längst nicht mehr auf der Treppe.

Das Duo kletterte auf die Tische und animierte die Jecken im Rathausfoyer von dort aus. Neben dem Sessionshit hatte das Duo auch die Lieder „Eischwiele Fastelovend Club“ und „Prinz im Karneval — reloaded“, eine Neufassung des Liedes von Prinz Albert I., dabei.

Alle Fässer leer

Rund eine Stunde dauerte es, bis alle Fässer leer waren und der Prinz samt Gefolge den Rückzug antrat. Natürlich ging es für ihn und die vielen Besucher anschließend noch weiter auf die Straßen (etwa zum Jecke-Tön-Projekt an die Indestraße) und in die Kneipen, wo fröhlich und glücklicherweise auch größtenteils friedliche weiter gefeiert wurde.

Ein Versprechen gab Prinz René I. noch ab, bevor er das Rathaus verließ: Spätestens an Rosenmontag werde die Sonne scheinen, übte er sich in Optimismus. Das wünschen ihm selbstredend alle Karnevalisten und alle, die es noch werden wollen.

Und falls nicht: die Indestädter feiern auf jeden Fall trotzdem ausgelassen und jubeln ihrem Narrenherrscher zu. Auch im strömenden Regen und bei Kälte, wie sie Donnerstag einmal mehr eindrucksvoll bewiesen haben. „Va morjens bes am Ovend“ eben...