Status Quo rockt das Finale beim Eschweiler Music Festival

Eschweiler : Status Quo rasen beim EMF mit Vollgas durch Rock-Jahrzehnte

Fantastisches Sommerwetter, erstklassige Musik, Tausende begeisterter Besucher auf einem stimmungsvollen Markt: Besser hätte das Eschweiler Music Festival (EMF) kaum laufen können. Am Sonntagabend fand das Festival seinen furiosen Abschluss: mit dem Konzert der Kultrockband Status Quo.

Eindrucksvoll stellte sie unter Beweis, dass ihr die zwangsweise Verjüngungskur nach dem plötzlichen Tod von Gründungsmitglied Rick Parfitt alles andere als geschadet hat: Die Stücke der Band um Francis Rossi klingen so frisch wie eh und je. Die Truppe, die 1968 mit „Pictures of Matchstick Men“ erstmals die Hitparaden stürmte, hat seither 118 Millionen Tonträger verkauft und bewies ihren Fans in Eschweiler einmal mehr, warum das so ist.

Begeisterte am Samstagabend ihr von Nah und Fern zum Markt gereistes Publikum mit einer mitreißenden Bühnenshow: Anastacia. Foto: Rudolf Müller

Am Sonntag früh waren die Kultrocker in zwei Tourbussen in die Stadt gerollt, die am Tag zuvor noch ganz im Bann von Soul-Weltstar Anastacia gewesen war.

Freute sich im Vorprogramm von Anastacia 4000 neue Fans gewonnenn zu haben: Singer/Songwriterin Romy Conzen, die ihr neus Album „V for Victory“ vorstellte. Foto: Robert Esser

Am Sonntagmorgen allerdings beherrschten ganz andere Klänge als in die Beine gehender Rock die Marktszene: Wie in jedem Jahr gab es in der Pfarrkirche St. Peter und Paul einen musikalischen EMF-Gottesdienst, ehe im Anschluss jazzige Live-Sounds über den sonnenbeschienen Marktplatz wehten.

Rock aus Bayern im Vorprogramm: „Das Kubinat“ heizte den Status Quo-Fans gestern Abend ordentlich ein. Foto: Rudolf Müller

Für musikalische Vielfalt ist beim EMF stets gesorgt: Das war nicht nur bei den Konzerten auf der Hauptbühne zu erleben, die mit orchestraler Klassik samt Pop und Rock von Guidos European Poporchestra sowie Cristian Lanza, Wendy Kokkelkoren und Michael Schulte begannen und sich über Partysounds à la Abba und Saragossa Band über Anastacias Soul-Kracher bis zu Status Quos gradlinigem Rock entwickelten.

Das bewies sich vor allem bei den zahlreichen Konzerten der traditionellen Kneipen-Rallye, bei denen am Freitag wie am Samstag lokale und regionale Bands ihre musikalische Bandbreite zeigten. In und vor Altstadtgaststätten, die trotz der hochsommerlichen Temperaturen gut besucht waren. Über die Kneipenrallye, die diesmal auch zahlreiche aus halb Nordrhein-Westfalen und dem benachbarten Ausland angereiste Festivalbesucher genossen, berichten wir in einem folgenden Artikel.

Was wünscht sich ein Bürgermeister, der das Festival seit Jahrzehnten unterstützt (und diesmal vom Schirmherrn zum Sonnenschirmherrn wurde) für ein solches Wochenende? Rudi Bertram kurz und knapp: „Regen“. Was er allerdings nicht ernst meinte. Ernst meinte es allerdings Axel Kahl als Vertreter des Hauptsponsors EWV, als er auf der Bühne verkündete, dass sein Unternehmen auch in den kommenden Jahren „mit großer Begeisterung“ wieder an Bord sein werde.

Begeisterung — das ist auch das Stichwort, mit dem sich die Stimmung der mehreren Tausend Fans beim Status Quo-Konzert beschreiben lässt. Und dies trotz des deutlich verspäteten Beginns. Die aus Bayern angereiste Vorband „Das Kubinat“ saß nach gut getaner Arbeit längst beim Essen, da warteten Francis Rossi und seine Bandkollegen noch immer auf ihren Auftritt.

Grund: Ein Mischpult hatte sich wegen Überhitzung verabschiedet. Als es schließlich losging, waren die Rocker außer Rand und Band: „Something 'bout you, baby“, „Army“, „Down Down“, „Whatever You Want“ und „Rockin‘ All Over The World“ reißen einfach jeden mit.