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Eschweiler: Stahlkrise reißt auch Wolff in den Ruin

Eschweiler : Stahlkrise reißt auch Wolff in den Ruin

Einige Mitarbeiter stehen vor den verschlossenen Werkshallen der Franz Wolff Stahlbau GmbH&Co. KG am Patternhof. Fassungslos.

An der Bürotür hängt ein Zettel: „Der Betrieb ist am 1. und 2. April geschlossen.” Dabei ist der Belegschaft schon seit Montag klar, dass sie ihren Job verloren hat. An diesem Tag flattern nämlich die Kündigungen ins Haus. Die Freistellung folgt auf dem Fuß.

„Bis zur letzten Minute haben wir alles versucht”, betont der Aachener Rechtsanwalt Dr. Ansgar Vögeli als Unternehmens-Sprecher. Geschäftsführer Ulrich Wolff schweigt zum Konkurs, der bis Donnerstagmittag dem Amtsgericht nicht vorlag. Man habe ein Fax geschickt, die Bestätigung des Amtgerichts liege jedoch noch nicht vor, erläutert der Jurist. Von dieser Verzögerung nicht betroffen sind nach Meinung von Dr. Vögeli die ehemaligen Angestellten: „Sie erhalten ihr Geld von der Insolvenzausfallgeld-Kasse.”

Keine Klarheit vor den Werkstoren

Vor den Werkstoren herrschte diese Klarheit am Donnerstag allerdings noch nicht. Nach der Fahrt zum Aachener Arbeitsamt trafen sich einige der 17 Mitarbeiter vor dem Firmengebäude. „Wir sind von der Entwicklung überrascht worden”, sagt einer der Betroffenen. Noch in der vergangenen Woche habe man wie gewohnt gearbeitet. Allerdings in Kurzarbeit - was der Betrieb in den vergangenen Monaten häufiger in Anspruch nehmen musste.

Arbeit nach Tschechien verlagert

Die Strukturkrise im Stahlbau nennt Dr. Ansgar Vögeli als Ursache für die Flaute: „Viele unserer ehemaligen Auftraggeber haben uns eine Absage erteilt und die Arbeit nach Tschechien gegeben.” Die dortigen Lohnkosten seien so niedrig, dass deutsche Unternehmen nicht damit konkurrieren könnten. Der Aachener Rechtsanwalt wolle dem Konkursverwalter zwar nicht vorgreifen, jedoch sehe er keine Chance auf einen Fortbestand des Unternehmens.

Dass seit Montag Material aus der Halle abgeholt wurde, ist für Dr. Vögeli nicht ungewöhnlich: „Dies sind Lieferanten, die sich natürlich nun sorgen - da wird nichts heimlich weggeschafft!” Um Fristen einzuhalten, habe man am Montag die Kündigungen ausgesprochen. Jetzt übernimmt ein Konkursverwalter das Zepter.