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Eschweiler: Stahlkoloss reist quer durchs Land

Eschweiler : Stahlkoloss reist quer durchs Land

Rund sieben Monate haben rund zwei Dutzend Mitarbeiter an ihm geschraubt und geschweißt - am Mittwochfrüh verlässt er die Neumanschen Hallen am Sticher Berg, um auf die Reise nach Nünchritz in der Nähe von Dresden zu gehen

Der riesige Reaktor, den die Wacker-Chemie benötigt. Hier, im Werk Nünchritz, stellen 850 Mitarbeiter des weltweit agierenden Chemie- und Halbleiter-Konzerns mit Stammsitz München Silikone her.

Es ist seit Monaten der größte und schwerste Transport, der das Eschweiler Werk verlässt. Drei Spezial-Lkw sind nötig, um die Teile zu transportieren. Allein der Reaktormantel mit einer Länge von 17 Metern und einem Durchmesser von 4,50 Metern wiegt 75 Tonnen. Sein künftiges Innenleben, der Kühlfinger-Einsatz, ist 18 Meter lang und bringt 89 Tonnen auf die Waage. Unterbau und Stützring wiegen zusammen weitere 28 Tonnen, berichtet Harald Cremer-Klaes, bei Neuman für die Materialwirtschaft zuständig.

Sieben Nächte unterwegs

Sieben Nächte wird der Koloss unterwegs sein, ehe die Lkw-Kolonne Nünchritz erreicht. Im Herbst folgt Teil zwei des Transports: Dann liefert Neuman einen zweiten, gleich großen und schweren Kühlfinger-Einsatz für den Reaktor. Als Ersatzteil - für den Fall der Fälle.

Über Auftragsmangel kann die F.A. Neuman Anlagentechnik GmbH derzeit nicht klagen. „Wir haben einige schöne Aufträge reinbekommen”, freut sich Cremer-Klaes. Gleich neben dem Wacker-Reaktor entsteht eine Kolonne für das Solvic-Chemie-Unternehmen im belgischen Jemeppe-sur-Sambre. In zwei Teilen wird das riesige Werkstück in der Halle gefertigt, um später im Freien zu einem Teil von 34 Metern länge verschweißt zu werden. Anfang Mai soll der 95 Tonnen schwere Koloss auf die Reise zu seinem Bestimmungsort geschickt werden.

Am Mittwochfrüh wird der Wacker-Reaktor die Fertigungshalle verlassen, um im Freien auf die drei Lkw eines Spezial-Unternehmens verladen zu werden.

Um 22 Uhr setzt sich die Kolonne dann in Bewegung: durch die enge Eisenbahn-Unterführung via Langwahn zur Autobahn. Gefahren wird nur nachts - von 22 bis 6 Uhr.

Mehr Platz im Mai

Der Transport im Mai wird es schon etwas einfacher haben, das Firmengelände am Sticher Berg zu verlassen: Im Zuge der Neu-Nutzung des 50.000 Quadratmeter großen Neuman-Areals wird die enge Zufahrt auf 16 Meter Breite erweitert. Am Dienstag nach Ostern rollt der Bagger an, um dazu einen Teil der Fertigungshallen am Sticher Berg einzureißen.