Städtisches Gymnasium Eschweiler: Graffiti verschönert den Schulhof

Kunstprojekt am Städtischen Gymnasium : Schüler verschönern den Schulhof mit frischen Graffiti

Einige Schüler am Städtischen Gymnasium waren auch in den Herbstferien fleißig: Sie haben den Schulhof mit bunten Farben aufgewertet – in einem Graffiti-Projekt. Neben abstrakten Formen finden sich dort auch Silhouetten der Schüler wieder.

Die Idee kam Christiane Backes 2017 bei einem Ausflug in die Eifel. Dort hat die Kunstlehrerin in einer Unterführung bei Kall ein tolles Graffito gesehen. So etwas wünschte sie sich auch für ihren Schulhof am Städtischen Gymnasium. Zwei Jahre später setzten Lehrer und Schüler die Idee um: als Gemeinschaftsprojekt unter professioneller Anleitung eben jener Gruppe, die auch besagte Unterführung in Kall gestaltet hatte. Das dürfte für viele Schüler am ersten Schultag eine schöne Überraschung gewesen sein.

Die ursprünglich weiß verputzte Wand am Schulhof ziert jetzt ein farbenfrohes Kunstwerk in Mosaikoptik. Besonderer Blickfang dabei sind acht Personen, die als Silhouetten gesprüht wurden. Sie zeigen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die die Posen im Kunstunterricht erarbeitet und fotografiert haben. Die Gruppe „Highlightz“ aus Bonn hat diese dann in Lebensgröße umgewandelt und die Vorlagen gestaltet.

„Wenn man schon etwas an der Schule ändern und dabei noch Spaß haben kann, ist das doch toll“, sagt Marwat Salifou. Sie hat bisher noch nie mit der Sprühfarbe gearbeitet und fand es sehr interessant zu sehen, wie das funktioniert. „Ein echt cooles Projekt“, findet die Schülerin.

Melike Koçak machte es ebenfalls nichts aus, einen Ferientag für die Aktion zu opfern. „Es war schön, dass wir das mit Schülern gemeinsam machen konnten, mit denen wir sonst nicht so viel zu tun hatten.“ Das Projekt haben insgesamt acht Schüler der Oberstufe realisiert, zwei Tage waren dafür nötig.

Am ersten Tag hatten die Schüler allerdings noch nicht so viel zu tun. In der Zeit bereitete das Team von „Highlightz“ die Wände vor. „Die Dreiecke wurden vorgezeichnet, darin standen dann die unterschiedlichen Zahlen für die Farben, mit denen wir diese Fläche besprühen sollten“, erklärt Adrienne Dohle.

Die Vorbereitung innerhalb des Unterrichts war für die Schüler etwas Besonderes, denn sie mussten Posen erarbeiten, die dann als Silhouetten funktionierten. „Das hat Spaß gemacht, weil wir rausgehen und kreativ werden konnten“, sagt die Schülerin. Wichtig war den betreuenden Lehrerinnen, dass die Posen ausdrucksstark waren.

So sind zum Beispiel zwei Personen zu sehen, die mit ihren Armen ein Herz formen. „Mit den Figuren und der Gestik kann sich jeder identifizieren, aber die abgebildeten Schülerinnen und Schüler verbinden noch mehr damit“, erklärt Kunstlehrerin Christel Schwenger. Es sei ein zeitloses Motiv unter professioneller Anleitung, quasi eine organisierte Wandmalerei. „Jetzt erstrahlt die Schule in neuem Licht“, freut sich Christiane Backes.

Das Projekt hat mehrere Tausend Euro gekostet. Finanziert wurde es vom Förderverein und von der Sparda-Spendenwahl. Auch wenn Schwenger sich sicher ist, dass man solch eine Aktion nur alle paar Jahre macht, hatten die Schülerinnen und Schüler viel Spaß an dem Projekt. Sie könnten sich schon Flächen für das nächste Graffiti vorstellen: Nebengebäude, Klassenräume, Säulen, Mülleimer. Doch dafür müsste erst wieder eine Menge Geld gesammelt werden.

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