"Städti" ist erste Eschweiler Schule mit pädagogischem Medienkonzept

Gymnasium ist Pilotschule : „Städti“ startet pädagogisches Medienkonzept

Smartphones gehören immer öfter zum Alltag von Kindern, auch in der Schule. Es ist längst ein gewohntes Bild, dass auf dem Pausenhof viele ihr Handy in der Hand haben.

Grundsätzlich ist das nicht unbedingt ein Problem, man muss den Kindern nur behutsam den richtigen Umgang damit vermitteln. Das zumindest sagen die Verantwortlichen des Städtischen Gymnasiums, die nun ein pädagogisches Medienkonzept erarbeitet haben.

Dieses umfasst zurzeit 73 Seiten und behandelt Themen wie Mediennutzung in der Unterrichtsgestaltung, aber auch Privatsphäre und Cybermobbing. Das Konzept orientiert sich am Medienpass NRW, in dem das Land Kernkompetenzen vorgibt, die Schüler während ihrer Schulzeit erlernen sollen. Erarbeitet hat das Konzept die eigens eingerichtete Mediengruppe, die aus Lehrern des Städtischen Gymnasiums besteht.

Frau Buschmann, Samra Tabakovic, Antje Bruckschen und Alexei Rogic haben seit Mai aufgeschrieben und zusammengefasst, was digitale Medien sind, wie sich die rechtlichen Grundlagen darstellen und wie man Kinder und Jugendliche an die Themen heranführen kann. „Dazu haben wir den Ist-Zustand analysiert und einen Soll-Zustand ausgearbeitet“, erklärt Buschmann. Man wolle die Kompetenzen sowohl integriert als auch isoliert vermitteln, das bedeutet einmal als Teil des regulären Unterrichts und einmal in externen Kursen.

„Zu den Inhalten zählen das Wissen über Medien, der Umgang mit Hard- und Software, aber auch der kritische Umgang“, erklärt Buschmann. Beispielsweise seien viele Kinder und Jugendliche bereits auf Facebook oder Twitter angemeldet, da gehe es dann um bestimmte Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre. „Nicht alle Themen, die behandelt werden, sind angenehm für die Schüler“, weiß Buschmann, „aber sie müssen lernen, dass es im Internet auch schnell gefährlich werden kann.“

Hohe Motivation am Pädagogischen Tag

Das Medienkonzept wurde letztlich vom gesamten Kollegium des Städti gemeinsam entworfen. Die theoretische Vorarbeit hatte die Mediengruppe seit März geleistet, zuletzt wurden dann beim ersten pädagogischen Tag im Schuljahr 2018/19 konkrete Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. So gibt es zum Beispiel verschiedene Lern-Apps, die im Unterricht angewendet werden können: Vokabel-Lernprogramme für Fremdsprachen wie Englisch und Spanisch, Videoschnitt- und Instrumentalprogramme für Kunst und Musik oder Muskeldarstellungen für Sport sind nur einige Varianten.

„Alle Fachschaften haben sich was überlegt, in vielen Bereichen kann man auch Schüler Erklärvideos drehen lassen“, erläutert Samra Tabakovic. Und auch Alexei Rogic pflichtet ihr bei: „Das Ergebnis des pädagogischen Tages war, dass wir eine große Vielfalt an unserer Schule haben.“ Bei den Lehrkräften sei große Motivation vorhanden, sich in das Thema Medien einzuarbeiten.

Schulleiter Winfried Grunewald zeigt sich begeistert von dem Engagement, mit dem seine Mediengruppe das Konzept umgesetzt hat. „Alles ist unheimlich schnell passiert, die Gruppe hat sehr zuverlässig und selbstständig gearbeitet.“

Das Konzept wurde nun an die Bezirksregierung geschickt, von der es abgesegnet werden muss. Das soll im Januar geschehen. Die Medienausstattung soll dann bis Ende des Schuljahres angeschafft sein. „Wenn die technische Seite steht, können wir die Dinge konkret in Angriff nehmen“, freut sich Grunewald. Zum kommenden Schuljahr soll das Konzept also starten. Finanziert wird das Ganze von der Stadt, die Geld für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellt. Das Städti ist die erste Schule und hat damit ein Pilotprojekt gestartet. „Wir müssen gucken, was sinnvoll und finanzierbar ist, und keine utopischen Vorstellungen umsetzen“, gibt Grunewald das Ziel vor.

Insgesamt werden 50 neue Rechner und 32 Tablets angeschafft, außerdem stehen interaktive Tafeln auf der Einkaufsliste. Aber nicht nur die Hardware wird aufgerüstet, auch die entsprechende Software wird gestellt. Zum Beispiel erhält jeder Rechner die Vollversion von Microsoft Office, außerdem entsprechende Programme für die jeweiligen Fächer. „Die Stadt ist da nicht knauserig, das muss man schon mal betonen“, sagt Grunewald.

Wichtig war, „Produkte mit zuverlässiger Bedienbarkeit und Anwendungsgleichheit anzuschaffen“, wie Buschmann erklärt. Die Naturwissenschaften sind seit einigen Jahren bereits gut ausgestattet, an diesem Bestand habe man sich orientiert.

Mehrwert im Unterricht

„Unser Ziel ist, dass unsere Schüler medienkompetent in die Oberstufe eintreten“, sagt Buschmann. Dazu wird in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 je ein Quartal isoliert den Medien gewidmet, also mit einzelnen Kursen. „Medien haben aber auch einen didaktischen unterrichtlichen Mehrwert“, behauptet Alexei Rogic. Sie sollen nicht nur zu Präsentationszwecken, sondern auch aktiv in den Unterricht eingebunden werden. Dabei solle an die Kompetenzen, die Kinder und Jugendliche bereits haben, angeknüpft werden.

Und eins ist laut Buschmann ganz klar: „Sowohl die Schüler als auch die Lehrer freuen sich absolut darauf, die neue Technik einzusetzen!“

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