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Stadtjugendring vor 70 Jahren gegründet

Rückblick : Stadtjugendring vor 70 Jahren gegründet

24.11.1949 – das erste Datum, was vom Stadtjugendring protokolliert ist. Vor 70 Jahren gründete sich ein Dachverband für die Kinder- und Jugendvereine und –einrichtungen in Eschweiler: Auf Spurensuche mit Heinz-Peter Wiesen, der seit Mitte der 1990er-Jahre Vorsitzender des Stadtjugendrings ist.

„Am 24.11. 1949 versammelten sich die Vertreter von 13 Jugendverbänden der Stadt Eschweiler in der Berufsschule Rosenallee zur Beschlussfassung der Statuten für den zu bildenden Jugendring Eschweiler und zur Wahl des Vorstandes.“ Das sind die ersten niedergeschriebenen Wörter, die Josef Müller als Vorsitzender protokollierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg also richtete sich ein Verband ein, der älter ist, als das städtische Jugendamt, das damals noch in die Zuständigkeit der Kreisebene fiel. Heinz-Peter Wiesen ist erst und doch schon seit 1996 aktiv beim Stadtjugendring mit an Bord. Er erinnert sich zurück: „Bereits 1989 war mir der Stadtjugendring ein Begriff, doch nach jenem Jahr ruhte der Verband, und es fanden erst einmal keine Aktionen mehr statt. 1996 wurde der Verband reaktiviert, als die Zuschüsse für Kinder- und Jugendvereine neu strukturiert werden sollten. Über Personen wie Hans Leo Lenzen, den ich beispielsweise durch die Pfadfinder kannte, kam der rege Kontakt zustande. Aus dem Stadtjugendring wurde 1996 ein eingetragener Verein und ich dessen Vorsitzender.“

Bevor der Verein für die Verteilung von Fördergeldern verantwortlich wurde, war bereits ein knappes halbes Jahrhundert vergangen. Auf der Suche nach Zeitzeugen, die die Anfänge miterlebt haben, nennt Wiesen den Namen Marthel Ossemann. Die war damals bei der Jugendpflege der Stadt tätig und stand in häufigem Kontakt mit dem Stadtjugendring, aber auch sie verweist auf die Schwierigkeiten bei Zeitzeugen: „Die Verantwortlichen der ersten Stunden leben heute nicht mehr. Generell wurde die Arbeit des Stadtjugendrings nicht so gründlich historisch dokumentiert und archiviert, man konzentrierte sich stets auf das Jetzt und die Zukunft“, gesteht sie stellvertretend.

Was aber bekannt ist, das sind die Reisen nach Südfrankreich. Nach den Anfängen brachte Karl-Joseph Ponten als Vorsitzender neue Impulse und führte den Verband zu Freizeitfahrten ins Ausland. Einmal im Jahr verbrachte man eine schöne Zeit in Théoule bei Cannes. Heute rar gesätes Archivmaterial besteht vor allem aus Postkarten, die aus der Urlaubsregion verschickt wurden. „Das war wohl für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine unvergessene Zeit. Ein paar Ehen sind dort entstanden.“, schmunzelt Ossemann.

Hochs und Tiefs hat auch der Stadtjugendring erlebt, und es gab immer wieder die Schwierigkeit, dass nicht alle Vereine im Dachverband vertreten waren. Für Wiesen ist eine Herausforderung, alle unter einem Hut zu bekommen, und das gilt selbst bei so profanen Angelegenheiten wie die Kindeswohlgefährdung: „Damit hatte ich erstmals 1993 bei den Pfadfindern Kontakt. Wir entwickelten ein Konzept, bevor das Thema bundesweit auf die Agenda gesetzt wurde. Bei uns ging es um einheitliche Vereinbarungen im Kreis Aachen, die zwischen den Städten und den Verbänden gelten sollten. Leitlinien wurden auf den Weg gebracht, die den einzelnen Vereinen als Handbuch dienen sollten, wie man beispielsweise mit dem Thema Führungszeugnis umgeht“, erklärt Wiesen und ergänzt: „Grundsätzlich ist der heutige Stadtjugendring dafür da, Interessenvertreter der Kinder- und Jugendvereine zu sein.“

Verschiedene Projekte und Initiativen schreibt sich Wiesen dank seines Teams um seine beiden Mitstreiter vom Vorstand, Michael Fasch und Stephan Steinert, auf die Fahnen: „Als das Kommunalwahlrecht für 16-Jährige eingeführt wurde, haben wir eine Bürgermeister-Diskussionsrunde für junge Leute veranstaltet. Den Vereinstag, nach dem Ludwigsburger Vorbild, haben wir in Eschweiler im Kleinen mit dem Kinder- und Jugendtag umgesetzt. Zudem wollten wir beim Tag des Ehrenamts auch die engagierten Jugendlichen beteiligen und haben den bundeseinheitlichen Tag für die jungen Ehrenamtler adaptiert. Und die offensichtlichste Erscheinungen von uns ist die Hüpfburgen, die regelmäßig vermietet werden.“, so Wiesen. Dicke Bretter gibt es manchmal zu bohren, doch Heinz-Peter Wiesen ist gewillt, auch in Zukunft ein Sprachrohr zu sein, wenn es um die Belange der Kinder- und Jugendorganisationen geht.

(mah)