Eschweiler: Stadt fragt nach: Wie sehen Leser „ihre” Bücherei?

Eschweiler: Stadt fragt nach: Wie sehen Leser „ihre” Bücherei?

Trotz vieler Anstrengungen verzeichnete die Stadtbücherei 2009 deutlich weniger Besucher als im Vorjahr, und auch die Zahl der Ausleihen sank im Vergleich zum (Rekord-)Jahr 2008 spürbar. Mögliche Gründe für die Negativentwicklung nennt das Büchereiteam in der Jahresstatistik 2009, die am Mittwoch dem Kulturausschuss vorlag.

51.381 Besucher zählte die Bibliothek im vergangenen Jahr; im Vergleich zum Vorjahr (57.127) bedeutet dies einen Rückgang um 10,1 Prozent. Die Ausleihen im Jubiläumsjahr - die Bücherei feierte ihr Hundertjähriges - gingen um acht Prozent zurück und sanken mit 96.741 erstmals seit 2006 wieder unter die 100.000er-Marke; 2008 hatte es mehr als 105.000 Ausleihen gegeben. Solche Entwicklungen bereiten Büchereileiterin Christine Rohe und ihrem Team arge Bauchschmerzen.

Doch trotz gesunkener Besucherzahlen und einem Rückgang bei den aktiven Lesern zeigt das umfangreiche Zahlenwerk mit Blick auf die Zukunft auch erfreuliche Tendenzen auf: So waren immerhin 54 Prozent der Leser jünger als 25 Jahre; die Zahl der aktiven Leser mit Migrationshintergrund stieg auf gut acht Prozent.

Der Medienbestand, also das, was die Bücherei anbietet, wuchs auf fast 44.800 an. Den mit Abstand größten Anteil daran hatten erneut Sachbücher und Zeitschriften (41,6 Prozent), gefolgt von Kinderbüchern (22,5) und Romanen (21,8). Den größten Rückgang bei den Ausleihen gab es im Bereich der Kinderbücher (minus 13,8 Prozent). Einzig bei den Romanen gab es ein leichtes Plus.

Über die Gründe des Negativtrends bei Besucherzahlen und Ausleihen lasse sich zum Teil nur spekulieren, heißt es im Bericht der Bücherei. Konkret genannt werden „kontinuierlich steigende Preise und statische beziehungsweise sinkende Eigenmittel”. „Sicher hat auch der Wassereinbruch Anfang August 2009 mit dazu beigetragen.” Damals waren Wolkenbrüche über Eschweiler niedergegangen.

Als weiteren möglichen Grund führt die Büchereileitung an, „dass die Öffnungszeiten nicht mehr bedarfsorientiert sind und optimiert werden müssen”. Diesen Bedarf sollte eine Umfrage klären, die aber verschoben werden musste, weil zu dieser Zeit der Haushalt auf Eis lag. Die Leserbefragung wird nach Worten von Kulturreferent Dieter Kamp wahrscheinlich nach den Sommerferien stattfinden.