Stadt Eschweiler investiert Millionen Euro in Schulen

Hohe Schülerzahlen, hohe Investitionen: Stadt Eschweiler arbeitet an der Schule von morgen

Ein virtueller Klassenraum, Apps ersetzen Bücher, der Lehrer behält am Tablet die Aufsicht: Es klang nach Zukunftsmusik, als ein Mitarbeiter von Regio IT am Mittwochabend im Ratsaal die modernen Möglichkeiten erläuterte. Dafür sind technische Voraussetzungen zu schaffen, die in Eschweilers Klassenräumen noch nicht vorhanden sind.

Allerdings investiert die Stadt weiter in die IT-Ausstattung der Schulen: In diesem Jahr steckte man schon etwa 425.000 Euro darin, kilometerlange Datenkabel zu legen und Serverräume zu schaffen. Das Städtische Gymnasium soll zur Blaupause werden, wobei nach wie vor jede Schule selbst entscheiden soll, was sie konkret benötigt.

Kein Zweifel besteht daran, dass die Modernisierung viel Geld kostet. Ein Tablet schlägt mit etwa 300 Euro zu Buche. In der kleinsten Variante. Ob allerdings jeder Schüler oder ob alle Klassen in Eschweiler damit ausgestattet werden, steht ebenso in den Sternen wie der Ansatz, dass ein sogenannter „Koffer“ angeschafft wird, in dem sich mehrere Tablets befinden, die nicht einer Klasse vorbehalten sind. Im Schulausschuss wurde deutlich, dass nicht nur der technische, sondern auch der pädagogische Ansatz im Auge behalten werden muss. Teuer wird es so oder so: Zu dem schon gezahlten Geld wurden Aufträge in Höhe von 312.000 Euro erteilt. Nicht nur im Städtischen Gymnasium, auch in der Waldschule sind die Arbeiten weiter fortgeschritten. Im kommenden Jahr will man an beiden Schulen erste Schritte zur pädagogischen Umsetzung einleiten.

Geld gut angelegt

Über diese Summen wird im Stadtrat kaum diskutiert. Alle Parteien betonen unisono, dass dieses Geld gut angelegt ist. Entgegen früherer Schätzungen bleiben die Schülerzahlen auf einem hohen Niveau. Sie liegen sogar über der Prognose des Schulentwicklungsplans, der vor zwei Jahren aktualisiert wurde. Die Schule mit der höchsten Schülerzahl bleibt die Realschule Patternhof, die insgesamt 879 Jugendliche besuchen. Dort befindet sich auch der zahlenstärkste Jahrgang: 172 Schüler befinden sich in der 7. Jahrgangsstufe. Bei dieser Statistik muss allerdings berücksichtigt werden, dass auch zwei internationale Klassen mit insgesamt 32 Schülern eingerechnet sind. Die kleinste Schule steht in Röhe: 98 Grundschulkinder besuchen dort den Unterricht. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Gesamtschülerzahl dennoch etwas zurück: 5894 im Vergleich zu 5953.

Foto: grafik

Das Städtische Gymnasium stieg deutlich in der Beliebtheit der Eltern. Zum neuen Schuljahr wurden dort 112 Kinder angemeldet, so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Damit sind vier Eingangsklassen gebildet worden. Zum Vergleich: Die derzeitige 7. Jahrgangsstufe zählt gerade 58 Schüler. Vor zwei Jahren war darum der Aufschrei groß, als die Anmeldezahlen bekannt wurden. Inzwischen scheinen sich die zahlreichen Initiativen der Schule mit Schulleiter Winfried Grunewald auch in den Zahlen niederzuschlagen.

Ebenfalls 112 Anmeldungen verzeichnete die Gesamtschule Waldschule. Die Bischöfliche Liebfrauenschule startet mit 106 neuen Kindern ins Schuljahr. Die meisten neuen Schüler hingegen nahm die Realschule Patternhof auf: Die 131 Anmeldungen reichten, um mit fünf 5. Klassen ins Schuljahr zu gehen. Die Adam-Ries-Schule zählt 29 Schüler in den beiden Eingangsklassen.

Größte Grundschule in Dürwiß

Im größten Eschweiler Stadtteil steht auch die zahlenstärkste Grundschule: in Dürwiß. Für 79 i-Dötzchen begann Ende August der Schulalltag dort. In Röhe und Kinzweiler waren es jeweils 25 Kinder. Ohnehin ist die Zahl der Einschulungen in diesem Sommer gesunken: 468. Das 2. Schuljahr besuchen derzeit 547 Kinder.

Beim Blick auf die Statistik der Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit fällt auf, dass die meisten Kinder und Jugendlichen aus Syrien (185) und dem Irak (53) stammen. Auch bei dieser Zahl führt die Realschule Patternhof die Statistik an: Sie besuchen 125 Schüler aus anderen Herkunftsländern. In der Summe drücken insgesamt 737 ausländische Kinder und Jugendliche die Schulbank in Eschweiler.

Um weiter in Schulen zu investieren, bedient sich die Stadt verschiedener Förderprogramme. Neben „Gute Schule 2020“ gehört dazu das Kommunalinvestitionsfördergesetz. Die erste Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro wurde größtenteils verbraucht. Die Sanierung der verbliebenen Gebäude der ehemaligen Hauptschule Dürwiß sowie der Kindergartenneubau in Dürwiß wurden unter anderem damit bezahlt. Im Januar dieses Jahres erhielt die Stadt eine weitere Förderzusage in Höhe von 3,1 Millionen Euro.

Etwa die Hälfte dieser Summe wird benötigt, um die Pavillonklassen an der Karlschule mit einem Neubau zu ersetzen. Dort soll vor allem die Offene Ganztagsschule untergebracht werden. Schon im kommenden Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Einen neuen Anbau erhält auch das Schulzentrum Stadtmitte. Zudem soll das Pfannendach des Gymnasiums erneuert werden.

Mehr von Aachener Zeitung