St. Rochus-Schützen Eschweiler-Röthgen feiern ihr Schützenfest

Schützenfest : St. Rochus-Schützen Eschweiler-Röthgen feiern drei Tage lang

Im nächsten Jahr feiern die St. Rochus-Schützen Eschweiler-Röthgen Jubiläum, denn dann bestehen sie seit 150 Jahren. Dass ihr Hauptfest das Schützenfest ist, zeugt von einer alten Tradition, die bis heute Gültigkeit hat. Auch in diesem Jahr wurde das Volksfest an drei aufeinander folgenden Tagen gefeiert.

Am Samstag ging es schon mit einem kleinen Umzug los. Begleitet vom Spielmannszug Blau-Weiß Eschweiler-Röthgen und der Blaskapelle Aachen-Haaren wurden am Tunnelweg der erweiterte Vorstand und im Burghof Brudermeister, General und Generaladjutant abgeholt. Beim anschließenden Festball fanden sich neben dem Gastgeber und Teilen der zivilen Bevölkerung der Bezirksvorstand Eschweiler, die St. Sebastianus-Bruderschaften Eschweiler Pumpe/Stich, Mitte und Nothberg ein sowie St. Apollonia Eilendorf und die SPD Fraktion, um dem Verein alle Ehre zu machen.

Der Bezirksbundesmeister Rolf Kausen nahm die Ehrungen vor: Stefan Joußen erhielt aus seinen Händen das silberne Verdienstkreuz, das für mindestens fünf Jahre Verdienste im Sinne des Leitsatzes des Bundes verliehen wird. Achim Horres bekam den hohen Bruderschaftsorden für mindestens zehn Jahre, Stephanie Sewelies die Frauenauszeichnung in Gold und Schützenbruder Stefan Horres das St. Sebastianus Ehrenkreuz für mindestens 15 Jahre Verdienste im Bund. Der neue Generalfeldmarschall ist Heinz Metzen. Er wurde ins Amt eingeführt und erhielt als Insignie von Brudermeister Norbert Sewelies den Marschallstab.

Nach dem Festabend stand am Sonntagmorgen ab 6 Uhr das Wecken an. Es fand die Kranzniederlegung in St. Marien statt, mit der die Schützenbruderschaft an die Opfer von Gewalt erinnerten, dann der Frühschoppen mit einer Cafeteria für alle, die Kaffee und Süßes lieben. Wenn es auch in Röthgen keinen König gibt, so doch einen Festzug mit Ortsvereinen und befreundeten Gastbruderschaften. Dafür hatten die Anwohner die Häuser mit bunten Wimpeln geschmückt, eine Geste, mit dem sie dem Verein ihre Wertschätzung zeigten.

Am Montag ging es nach dem Wecken zur Messe in die Kapelle des Senioren- und Betreuungszentrums der StädteRegion Aachen in der Johanna Neumanstraße. Im Vereinsheim wurde wieder zum Frühschoppen und anschließendem Erbsensuppe-Essen eingeladen, und dann klang das Fest allmählich aus.

Dass die Schützenbruderschaften aus einer Zeit stammen, wo Menschen mit Glaubensstreitigkeiten, Brandlegern und Räubern zu tun hatten, ist wenig bekannt. Die Bruderschaften bildeten sich, um die Bürger gegen die Bedrohungen von außen zu schützen. Sie gewannen schnell an Beliebtheit und waren bald ein fester Bestandteil zahlreicher öffentlicher Feste, die sie entweder selbst organisierten oder bei denen sie als „Security“ zugegen waren.

Was übrig blieb und bis heute besteht, als sich der militärische Hintergrund auflöste, ist die sehr enge Bindung zur Kirche. So waren sie für den Schutz bei kirchlichen Veranstaltungen verantwortlich und übernahmen diverse karitative Aufgaben für „Glaube, Sitte und Heimat“. Dieser Leitsatz hat sich bis heute gehalten. Neben dem Schießsport halten sie die Traditionen hoch und pflegen die Gemeinschaft.

(mlo)
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