Eschweiler: „Spielst du mit...?“: Eine ganze besondere Partie Schach

Eschweiler: „Spielst du mit...?“: Eine ganze besondere Partie Schach

Dieser Schachzug von Gerda Zuleger-Mertens und Alexander Göttmann ist einfach genial: Als die beiden am Freitagabend im Rahmen der Art Open ihre Ausstellung „Spielst Du mit…?“ eröffneten, versammelten sich eine Menge Freunde des königlichen Spiels um die beiden Künstler. Und (fast) alle wollten sich auf eine Partie Schach auf dem überdimensionierten magischen Quadrat einlassen.

Das war schon ein imposantes Bild: Zum einen waren die Menschen von dem großen Schachbrett auf dem Boden der Bankfiliale fasziniert, aber mehr noch von den imposanten Figuren von Alexander Göttmann und den wunderschönen Bildern von Gerda Zuleger-Mertens, die sozusagen gegeneinander antraten.

Den Eröffnungszug machte der erfahrene Schachspieler Siegfried Tschinkel. Und da ein Schachspiel immer in Bewegung bleiben sollte, forderte er auch die neugierig gewordenen Besucher auf, sich an dieser außergewöhnlichen Partie mit den exotischen Figuren zu beteiligen. Und es trauten sich wahrhaftig einige. Vielleicht aber auch nur, um die wirklich faszinierende Dame, die Alexander Göttmann kreierte, zu berühren.

Oder Gerda Zulegers König, der einer anderen Zeit entsprungen scheint. Der Mann mit dem alten Gesicht und auf spindeldürren Beinen stehend trägt sein Herz in der Hand. Während Zulegers Bilder eher gequälte Kreaturen zeigen, wirken Göttmanns Skulpturen aus Kupfer und Messing elegant, stolz, fast hochmütig. „Für die beiden Künstler ist das beileibe kein Spiel“, erläutert Dr. Hermann-Josef Gülpers, Germanist und Kunsthistoriker, in seiner Laudatio. „Sie wollen den Finger auf die Wunde legen. Ihre Werke haben eine Bedeutungsvielfalt.

Genauso wie das Schachspiel, das immer mit dem Tod des Königs endet. Es ist einfach und doch kompliziert, uralt und doch immer wieder neu — vielleicht liegt genau in diesen scheinbaren Widersprüchen die große Faszination des Schachspiels und in den Exponaten von Gerda Zuleger-Mertens und Alexander Göttmann.

Die Werke sind noch bis einschließlich 7. Dezember, während der Öffnungszeiten der Raiffeisen-Bank an der Franzstraße 8-10, zu sehen.

(irmi)