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Eschweiler: Sperrungen geben einen Vorgeschmack auf den Autobahnbau

Eschweiler : Sperrungen geben einen Vorgeschmack auf den Autobahnbau

Kein Durchkommen an Wardenslinde, kein Durchkommen an der Franz-Liszt-Straße: Zwei wichtige Rad- und Fußwege zwischen Dürwiß und Eschweiler sind gesperrt.

Eine dieser Sperrungen, die an der Franz-Liszt-Straße, soll ab Freitag früh wieder aufgehoben sein. Allerdings nur für kurze Zeit, im Januar geht es weiter.

Ursache für beide Sperrungen ist die Verbreiterung der Autobahn auf sechs Spuren. Dazu werden zuerst die Autobahnbrücken verbreitert. Dafür laufen zur Zeit Vorarbeiten.

Die Franz-Liszt-Straße ist eine bei Radfahrern beliebte Strecke von Eschweiler nach Dürwiß. Bis zur Obermerzer Hof ist sie auch für Autos offen. Wegen der Sperrung der Kochsgasse in der Eschweiler Innenstadt wurde diese Strecke intensiv als Schleichweg im Berufsverkehr benutzt.

Gasleitung tiefer

In den vergangenen zwei Wochen allerdings war die Franz-Liszt-Straße nördlich der Autobahn gesperrt. Die dort kreuzende Thyssengas-Leitung wusste einen Meter tiefer gelegt werden. Denn auch die Straße selber kommt im Gefällebereich nördlich der Autobahn tiefer, damit sie unter der dann nach Norden verlegten breiteren Autobahn hindurch passt. Außerdem wird die Fahrbahn der Franz-Liszt-Straße wenige Meter nach Westen verlegt.

Einen vier Meter tiefen Graben zogen die Tiefbauarbeiter der Firma Schleiden-DRB quer zur Franz-Liszt-Straße, schlossen die neue Gasleitung an. Am Donnerstag wurde der Graben verfüllt und die Straßendecke provisorisch hergestellt. Der Schleichweg ist wieder frei - bis zum Beginn der Brückenbauarbeiten.

Der Weg an Wardenslinde verbindet die Wohngebiete im Dürwisser Osten mit dem Stadtteil Eschweiler-Ost und den großen Supermärkten im Bereich Königsbenden. Der Weg, für Autofahrer gesperrt, ist bei Spaziergängern beliebt. Genutzt wird er auch von Kindern, die von Dürwiß mit dem Fahrrad zum Gymnasium an der Gartenstraße fahren.

Dieser Weg ist derzeit nördlich der Autobahn komplett gesperrt. Die Bäume links und rechts der Böschung werden gefällt, Vorbereitung für die Erneuerung des Weges. Auch das ist wegen der Autobahnverbreiterung notwendig.

Der Weg an Wardenslinde bleibt voraussichtlich auf Monate gesperrt. Wenn die Bäume ab sind, kommt der Kampfmittelräumdienst, um nach Weltkrieg-II-Geschossen zu suchen. Anschließend beginnen die Erdarbeiten.

Nutzlose Fundamente

Brückenfundamente für eine Autobahnverbreiterung gibt es an der Wardenslinde bereits. Doch diese vor Jahrzehnten gebauten Fundamente sind nutzlos, entsprechen nicht mehr den heute notwendigen Straßenquerschnitten. Sie werden weggerissen, ohne dass sie je einen Nutzen hatten.

Die A4 zwischen Weisweiler und dem Anschluss Röhe wird in den kommenden Jahren auf sechs Spuren erweitert. 55 Millionen Euro soll es kosten, die 7,5 Kilometer langer Strecke auszubauen. In Höhe Eschweiler wird die Autobahn dabei ein Stück nach Norden, auf Dürwiß zu, verschoben. Dadurch wird auf der jetzigen südlichen Standspur Platz für einen Lärmschutzwall geschaffen. Drei große Autobahnbrücken werden neu gebaut: Franz-Liszt-Straße, Jülicher Straße, Wardenslinde.

n beiden Baustellen berichten Arbeiter von erheblichen Schwierigkeiten mit Radfahrern und Fußgängern, die Absperrungen beiseite räumten und sich einen Weg durch die Baustelle suchen. An Wardenslinde seien plötzlich Fußgänger im Hohlweg gewesen, während gerade an der Böschung Bäume gefällt wurden.

Und Vorarbeiter Wilhelm Müller von der Rohrleitungsbaustelle an der Franz-Liszt-Straße berichtete sogar von einer „Oma mit Fahrrad”, die gesehen wurde, wie sie am schlammigen Rand eines vier Meter tiefen Einschnitts entlang balancierte.