Köln/Eschweiler: Spektakuläre Großübung: Trainieren mit Quads, Unimogs und Geländewagen

Köln/Eschweiler: Spektakuläre Großübung: Trainieren mit Quads, Unimogs und Geländewagen

Mit einer spektakulären Großübung trainierten 200 Katastrophenschützer der Johanniter bei Köln mit Spezialfahrzeugen wie Quads, Unimogs und Geländewagen sowie Drohnen die Rettung von vermissten Menschen in einer Extremwetterlage — darunter auch 16 Helfer und Helferinnen aus dem Regionalverband Aachen-Düren-Heinsberg mit ihren Rangern sowie dem Einsatzleitwagen mit Kühlanhänger.

Bei der Vorstellung der neuen geländegängigen Einsatzeinheit „UNIKE NRW“ (Universelle Katastrophenschutz-Einheit) auf dem Truppenübungsgelände Wahner Heide wurde ein realistisches Szenario geübt.

Von Hochwasser überrascht

Christoph Bartz, Sachgebietsleiter Einsatzdienste im Regionalverband, erläutert das Übungsszenario: Eine 20-köpfige Gruppe von Outdoor-Sportlern wird von einem schweren Unwetter mit Hochwasser überrascht und muss nach dem Notruf gefunden, medizinisch versorgt, evakuiert und in Krankenhäuser transportiert werden.

„Unsere Einsatzkräfte aus Aachen, Eschweiler und Düren waren in der Führungseinheit der UNIKE, in der Sanitätskomponente und zur Versorgung der Einsatzkräfte eingesetzt. Sie haben unter schwierigen Bedingungen hervorragend gearbeitet“, berichtet Bartz. Das bestätigt Helfer John-Pierre Flache vom Johanniter-Standort Düren: „Das Zusammenspiel mit den Kolleginnen und Kollegen aus ganz NRW hat reibungslos geklappt.“

Landesvorstand Magnus Memmeler: „Wir haben erkannt, dass wir Johanniter mit UNIKE bei Extremwetterlagen einen Mehrwert für die betroffenen Kommunen und Städte bieten, den es so noch nicht gab.“ UNIKE agiere autark und könne von Behörden mit Sicherheitsaufgaben rund um die Uhr bei der Melde- und Informationszentrale in Köln angefordert werden. Auch Regionalvorstand Marius Mainzer befürwortet das neue Konzept: „Mit unseren Einsatzkräften und Spezialfahrzeugen beteiligen wir uns natürlich gerne.“

Die Übung der Johanniter unter Beteiligung der Bundeswehr beobachteten Vertreter von Ministerien, Bezirksregierungen und Medien. Zugleich wurde die zivil-militärische Zusammenarbeit mit dem Landeskommando Nordrhein-Westfalen geprobt. Insgesamt waren 50 Fahrzeuge und ein Rettungshubschrauber der Johanniter-Luftrettung bei der Großübung im Einsatz.

Damit trainierten die Retter die Übergabe von Patienten aus dem Behandlungsplatz an die Luftrettung. Am Rande des Übungsgeländes wurde ein so genannter „Behandlungsplatz 50“ aufgebaut, in dem 50 verletzte Menschen pro Stunde betreut werden können. Rund 20 Mimen spielten die Verletzten und Vermissten; sechs Johanniter leiteten die Übung. Rund 30 Helfer sorgten in der Johanniter-Feldküche und mit dem Betreuungsplatz 200 für die Verpflegung aller Beteiligten.

Erstmalig zu autarker Einsatzeinheit gebündelt

Die UNIverselle KatastrophenschutzEinheit (UNIKE NRW): Die Johanniter sind seit Jahren eine tragende Säule im Katastrophenschutz in Deutschland und NRW. Sie beobachten dabei eine Zunahme an Einsatzlagen, die extremwetterbedingt sind oder unter erschwerten Witterungsbedingungen ablaufen.

Um sich frühzeitig für die neuen Herausforderungen, etwa Überschwemmungen und Schneechaos, zu wappnen, investierten die Johanniter systematisch in Ausbildung und Ausrüstung ihrer Katastrophenschützer.

In NRW werden diese Kräfte nun erstmalig zu einer eigenen, autarken Einsatzeinheit gebündelt. Die UNIKE-NRW untersteht keiner Bezirksregierung oder örtlichen Gefahrenabwehr. Jede Behörde und Organisation mit Sicherheitsaufgaben 24/7 kann diese Einheit anfordern.